Wieder einmal sorgten die Holstein-Fans im Vorfeld eines Spiels für einen echten Hingucker. Anlass war vor dem heutigen Zweitliga-Heimspiel gegen den SC Paderborn der anstehende 150. Geburtstag von Vereinsikone Georg P. Blaschke, der nicht nur durch das erste Tor der Vereinsgeschichte am 7. Oktober 1900 Berühmtheit erlangte, sondern auch eine rasante Funktionärskarriere und Laufbahn im Kieler Stadtrat hinlegte.
„Aus den Impulsen der 125-Jahr-Feier heraus reiften die ersten Pläne für eine Blaschke-Choreo rund um seinen 150. Geburtstag am 20. Januar bereits im Herbst. Eigentlich kann das ganze Jubiläumsjahr da positiv hervorgehoben werden, da es ja für deutlich mehr Sichtbarkeit unserer Vereinshistorie gesorgt hat“, so Torge Steen, Aufsichtsrat der KSV und langjähriges Mitglied der aktiven Fanszene der Störche.


„Georg P. Blaschke – unvergessen“, prangte es auf großen weißen Lettern vor dem Anpfiff auf einem 80 Meter langen schwarzen Banner, das in der Mitte das Konterfei des Geburtstagskindes präsentierte: Holsteins Vereinsikone als knapp 20-Jähriger in der schmucken Ausgehuniform der „Einjährig-Freiwilligen“ des kaiserlichen Heeres um 1895. Für die junge Generation war es damals eine Möglichkeit, unmittelbar nach der Schulzeit und vor Beginn des Studiums oder einer Berufskarriere einen Dienst beim Militär abzuleisten. Die „Einjährig-Freiwilligen“ waren eine soziale und militärische Institution, die gut gebildete junge Männer in das Offizierskorps integrierte und gleichzeitig die Armee mit qualifizierten Führungskräften versorgte, wenn auch mit beträchtlichen Eigenkosten für die Freiwilligen. So wie auch für Georg P. Blaschke.
Nur wenige Jahre später, genauer am 7. Oktober 1900, markierte Blaschke auf dem Lübecker Burgfeld das erste Tor in der Vereinsgeschichte des 1. Kieler FV, einem der beiden Gründervereine der heutigen KSV Holstein. Später startete Blaschke eine ungemein erfolgreiche Laufbahn als Fußball-Funktionär und Stadtrat. Er gilt nicht zu Unrecht als der vielleicht bedeutendste Funktionär der Holstein-Vereinshistorie.

Verantwortlich für die Blaschke-Choreo waren die Compagno Ultras in Eigenregie. Tobias Meier, Vorstandsmitglied des Block 501, meinte nach der herausragenden Aktion: „Wie schon bei der Choreo zum 125-jährigen Geburtstag unserer KSV hat die aktive Fanszene erneut unterstrichen, welchen Stellenwert die lange Tradition unseres Vereins für sie hat. Die Choreo der Gruppe Compagno zu Ehren Blaschkes ist ein echter Meilenstein gewesen, um die Holstein-Geschichte lebendig werden zu lassen!“ Clubhistoriker Patrick Nawe dankte den Compagno Ultras für die großartige Unterstützung: „Personen wie Georg P. Blaschke spiegeln die gesamte Bandbreite gesellschaftlicher Bedeutung unseres Vereines im historischen Kontext der Stadtgeschichte eindrucksvoll wider. Gerade auch jetzt in bewegten und politisch komplexen Zeiten. Für mich als Clubhistoriker war das ein sehr bewegender Moment. Mein Dank an Compagno kann daher nicht groß genug ausfallen.“