Fünf Jahre ist es her, dass unsere KSV den Titelverteidiger FC Bayern München in der 2. Runde des DFB-Pokals 2020/21 aus dem Wettbewerb beförderte. Im Schneegestöber von Kiel setzte sich die Mannschaft unseres damaligen Trainers Ole Werner im Pokal-Krimi nach Elfmeterschießen gegen den FC Bayern durch – und marschierte damit weiter auf dem aufregenden Weg, der bis ins Halbfinale führen sollte.
Das Spiel war ein reines Spektakel – 120 Minuten voller Leidenschaft, Mut und unbändigem Willen. Zweimal lagen unsere Störche hinten, zweimal kamen sie zurück. Spätestens mit dem Last-Minute-Ausgleich von Hauke Wahl in der Nachspielzeit war klar: Dieser Abend sollte ein ganz besonderer werden.
Im Elfmeterschießen wuchs unsere KSV noch einmal über sich hinaus und versenkte jeden Elfmeter. Doch neben unserer Mannschaft und den niedrigen Temperaturen zeigten sich auch die Bayern eiskalt vom Punkt. Nach insgesamt zehn Elfmetern beim Stand von 5:5 schlug ein weiteres Mal die Stunde von unserem Torhüter Ioannis Gelios. Der Elfmeter von Bayern-Mittelfeldspieler Marc Roca ging halbhoch in die rechte Ecke. Gelios antizipierte richtig, sprang – und wehrte den Ball ab. Die Verantwortung lag nun bei Fin Bartels, der Manuel Neuer, den Weltmeister von 2014, bereits in der regulären Spielzeit überwunden hatte. Bartels atmete tief durch, lief an – und der Ball schlug unten rechts ein. Die Sensation und der Moment, der sich für immer in das kollektive Gedächtnis aller Holstein-Fans eingebrannt hat, waren vollbracht.


Ganz Kiel jubelte und tobte – allerdings zu Hause. Denn das Holstein-Stadion blieb aufgrund der Corona-Maßnahmen leer. Doch die Emotionen mussten irgendwie raus, und so setzten sich kurz vor Mitternacht zahlreiche Holstein-Fans in ihre Autos und machten sich auf den Weg zum Stadion. Autokorso und Hupkonzerte ersetzten die Feierlichkeiten auf den Tribünen.
„Das lange Wachbleiben hat sich gelohnt. Es ist ein außergewöhnliches Erlebnis für uns und für alle Kieler. Wir haben uns das verdient. Wir haben bis zum Ende daran geglaubt. Das war heute der Schlüssel“, sagte Trainer Ole Werner nach dem nervenaufreibenden Spiel. Und auch Torschütze und Pokalheld Fin Bartels brachte die Gefühlslage auf den Punkt: „Es ist unfassbar. Nach dem 1:1 haben wir uns mehr getraut. Wir waren mutig und haben immer daran geglaubt.“
Ein Moment, der zeigte, was im DFB-Pokal möglich ist, und ein Sieg, der für immer Teil unserer Geschichte bleiben wird.