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Geschichte und Geschichten: „Osna-Trio“ für Holstein

Im Juni 2001 gelang der KSV Holstein unter Trainer Gerd-Volker Schock der Wiederaufstieg in die drittklassige Regionalliga Nord. Nur sechs Monate nach der Bündelung der Kräfte der lokalen Fußballgrößen Holstein Kiel, TuS Felde und TSV Altenholz mussten sich die Störche nun möglichst schnell an die aggressive und dynamische Gangart der neuen Spielklasse gewöhnen. Statt Heide, Elmshorn und Lurup hießen die Gegner nun Rot Weiss Essen, Eintracht Braunschweig, 1. FC Magdeburg und Erzgebirge Aue. 

Allein auf Sturmtank „Dimi“ Guscinas und den mittlerweile 37-jährigen Oldtimer Daniel Jurgeleit zu setzen – das würde wohl nicht reichen. Das volle wirtschaftliche Potenzial der wiedererstarkten Störche nutzend, wechselte Routinier Lars Schiersand zusammen mit dem ehemaligen HSV-Profi Matthias Rose sowie Ex-DDR-Oberliga-Talent Kay Wenschlag vom Zweitligisten VfL Osnabrück an die Förde. Ein Paukenschlag, den die Osnabrücker Torjägerlegende auf der Kieler Trainerbank, Gerd-Volker Schock, eingefädelt hatte. „Nicht die Gegner werden das größte Problem sein, sondern die Gewöhnung an die neue Umgebung und die Art des Fußballs in der Regionalliga“, glaubte Schock und setzte neben den bewährten Stammkräften auf das hochkarätige Trio von der Bremer Brücke. 

Holsteins Lars Schiersand im Juli 2003 im Freundschaftsspiel gegen die Bayern-Stars Claudio Pizarro (vorne li.) und Mehmet Scholl
Der Ex Osnabrücker Matthias Rose setzt sich im September 2002 gegen Herthas Nationalspieler Marco Rehmer durch und trifft per Kopf zur Kieler Führung

Holstein statt Lübeck

„Ich hatte zwar damals auch ein Angebot aus Lübeck mit Trainer Dieter Hecking, aber die wirtschaftliche Stabilität in Kiel war für mich als junger Familienvater enorm wichtig. Das Gesamtpaket bei Holstein stimmte einfach und mit Gerd-Volker Schock und KSV-Torhüter Manuel Greil hatte ich schon in Osnabrück sehr gut zusammengearbeitet“, erinnert sich Lars Schiersand noch heute sehr gut an seinen Wechsel ins Storchennest. „Dass mir mit Matthias Rose und Kay Wenschlag zwei weitere Spieler nach Kiel folgten, machte mir die Entscheidung noch einfacher“, so Schiersand. Der sportliche Erfolg bei Holstein hielt sich dann allerdings in Grenzen. „Die Zeit in Kiel war äußerst turbulent und wenig erfolgreich, ich hatte bei meinem Wechsel nach Kiel und den vorhandenen Möglichkeiten mittelfristig auf die 2. Bundesliga gehofft. Dabei hatten wir eigentlich eine tolle Truppe zusammen mit einer guten Mischung aus Talenten und Routiniers“, sagt der heute 51-Jährige.

Alte Liebe

Aufgrund seiner acht Jahre als Profi beim VfL Osnabrück (1993-2001) ist Schiersands Verbindung zur Bremer Brücke nie abgerissen. Darüber hinaus ist sein Ex-Mitspieler und Schwager Joe Enochs seit 2025 bei den Lila-Weißen Sportchef und den aktuellen Trainer Timo Schultz kennt er noch bestens aus zwei gemeinsamen Jahren bei Holstein Kiel. Auch die Störche hat Lars Schiersand nie aus den Augen verloren: „Ich habe das immer verfolgt. Das Holstein-Stadion hat sich im Gegensatz zu damals deutlich verändert und wird jetzt sogar komplett neu gebaut, das Trainingszentrum in Projensdorf ist längst richtig professionell und der Aufstieg in die Bundesliga war ein Riesenerfolg. Ein wenig stolz bin ich irgendwie schon, dass ich drei Jahre lang für die Störche die Fußballschuhe schnüren durfte.“

Zu Besuch im Holstein-Stadion

Am Sonnabend ist Lars Schiersand zusammen mit seiner Tochter Mia erstmals seit vielen Jahren wieder zu Besuch an seiner alten Wirkungsstätte. Die Vorfreude beim ehemaligen Junioren-Nationalspieler ist groß. „Meine beiden ehemaligen Clubs in einem Zweitligaduell im Holstein-Stadion zu sehen ist eine tolle Sache. Das wird eine spannende Begegnung“, meint Schiersand. Und sicherlich weckt der Besuch bei ihm auch Erinnerungen an sein größtes Spiel mit den Störchen. Am 1. September 2002 warf Holstein den Bundesligisten Hertha BSC mit einem sensationellen 3:0 im Elfmeterschießen aus dem DFB-Pokal. Und mittendrin: Lars Schiersand!

Lars Schiersand im Juli 2025 mit seinen Kindern Lasse und Mia beim Testspiel der Störche in Osnabrück

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