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„Total zu Recht auf diesem Niveau“ – U19-Trainer Freddy Kaps im Saisonfazit

Holsteins U19 gelang in diesem Jahr der Sprung in die Hauptrunde der DFB-Nachwuchsliga. Im Abschlussinterview spricht U19-Cheftrainer Freddy Kaps über diese spannende Zeit der zweiten Saisonhälfte und erklärt, inwieweit Ergebnisse und Entwicklungen bei seiner Mannschaft zusammengepasst haben.

Moin Freddy! Wärst du mit deinem Team lieber Gruppenerster in Liga B geworden oder, wie ihr es jetzt geworden seid, Gruppenletzter in Liga A?
Ich hätte unsere Gruppe in der Liga A eindeutig lieber auf einem anderen Platz beendet als auf dem letzten. Trotzdem würde ich die Teilnahme an der Liga A niemals gegen die Teilnahme an der Liga B eintauschen wollen.

Warum ist der Lerneffekt für die Spieler in Liga A größer?
Der Lerneffekt ist größer, weil du in einem kurzen Zeitfenster immer wieder gegen die besten Nachwuchsspieler Deutschlands spielst. Es sind insgesamt zehn Partien auf bestmöglichem Niveau. Allen Spielern werden in der A-Liga noch mehr die Augen geöffnet, worauf es im nationalen Vergleich ankommt, um den nächsten Entwicklungsschritt zu gehen.

Im letzten Jahr ist euch die Qualifikation zur A-Liga nicht gelungen. Dieses Jahr hat es dann funktioniert. Welche Ziele habt ihr euch für die Hauptrunde gesetzt?
Wir hatten das Ziel, unter die ersten Vier zu kommen und uns damit für die Endspiele zu qualifizieren. Warum auch nicht? Ich finde, das Ziel sollte sein: Wenn schon die Qualifikation für die A-Liga gelingt, dann wollen wir auch das sportliche Optimum herausholen. Trotzdem geht es auch darum, dass sich alle entwickeln. Ich hatte schon das Gefühl, dass wir in der A-Liga als Gruppe hier und da zu langsam Schritte gemacht haben. Darauf hatten auch verschiedene Faktoren Einfluss, wie der zwischenzeitliche Ausfall wichtiger Spieler oder die schwierigen Bedingungen in der Wintervorbereitung. Das sind Sachen, die etwas verändern und eine optimale Entwicklung nicht immer möglich machen. Trotzdem hatten wir bis zum Schluss höchste Ziele und waren motiviert, diese zu erreichen.

Wie wichtig sind in diesem Zusammenhang positive Spielergebnisse für die Entwicklung?
Es ist eine Challenge in der A-Liga, den Jungs und der Gruppe immer wieder zu sagen: „Wir haben etwas richtig Gutes erreicht und gehören verdientermaßen in diesem Jahr zu den besten 24 U19-Teams Deutschlands“ – gerade in einer Phase, in der es für uns schwieriger wird, Spiele zu gewinnen. In diesem Top-Pool ist das aber auch ein Stück weit okay. Fakt ist trotzdem, dass wir es nicht mehr geschafft haben, schnell genug aus den Situationen zu lernen und zu adaptieren, was es in der A-Liga braucht, um neben der Entwicklung auch Spiele zu gewinnen. Ich glaube, das ist der entscheidende Faktor, um gerade bei suboptimalen Ergebnissen ganz viel lernen zu können.

Ist es dem Team gelungen, diese Herausfordererrolle vielleicht auch als Chance zu betrachten?
Ich glaube schon, dass es uns gut gelungen ist, jedes Spiel als neue Chance zu sehen. Es war kein Zufall, dass wir uns in den letzten Spielen stabilisiert haben – beim live übertragenen 0:2 gegen Schalke oder wenig später beim 1:1 gegen Heidenheim. Aber in der Entwicklung über die gesamten zehn Spiele hinweg hat eine gewisse Konstanz gefehlt, um acht bis zehn Punkte mehr zu holen, die für das Achtelfinale notwendig gewesen wären.

Wie gut tat deshalb der 2:1-Sieg gegen Augsburg am 5. Spieltag, der euch zum ersten Mal gezeigt hat, dass ihr auf diesem Niveau definitiv Spiele gewinnen könnt?
Wir konnten bereits im ersten Spiel gegen Dortmund, das wir erst ganz spät mit 2:3 verloren haben, feststellen, dass wir total zu Recht auf diesem Niveau sind und mithalten können. Und dennoch macht der erste Sieg natürlich etwas mit der Gruppe. Außerdem hat es gezeigt – deswegen war auch das Unentschieden gegen Heidenheim nochmal schön –, dass wir auch tabellarisch mithalten konnten. Wir hatten schon eine Berechtigung, in der A-Liga zu sein, und trotzdem war es so, dass uns auch zwei, drei Ergebnisse gar nicht zufriedengestellt haben.

Ließen sich in der Hauptrunde nochmal Entwicklungen beobachten, die in der Vorrunde so noch nicht da waren?
Der große Mehrwert aus der A-Liga war zu sehen, was uns fehlt. Für jedes kleine Detail, das nicht gepasst hat, wurden wir bestraft. Das war in der Vorrunde anders. Daraus nehmen wir als Entwicklungsprozess mit, dass wir immer weiter an uns arbeiten müssen, weil das die Konkurrenz ist, die bundesweit auf uns und auf alle Spieler im Herrenbereich wartet.

Auch für dich als Trainer war es die erstmalige Teilnahme an der A-Liga. Welche Erkenntnisse hast du daraus gewonnen? Wo steht Holsteins U19 im bundesweiten Vergleich? Wir stehen genau zwischen dem Erreichen einer A-Liga und dem total legitimen Vertretensein in der B-Liga. In einem guten Jahr, wenn viel passt, können wir die A-Liga immer erreichen, weil wir hier gute Arbeit machen. Trotzdem dürfen wir nicht da hineingeraten, das für selbstverständlich zu halten. Und gleichzeitig dürfen wir nicht aufhören, groß zu denken und zu träumen.

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