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Jubel bei Sammy Carone und Kira Hasse nach dem Gewinn des Meistertitels.

Der Weg zur Women-Meisterschaft – und wie es weitergeht

Vor genau 314 Tagen (Stand: 12. Mai) begrüßte Stefan Fischer als neuer Cheftrainer der Holstein Women erstmals sein Team auf dem Trainingsplatz. Damit starteten unsere Women in eine neunwöchige Sommervorbereitung, auf die eine beeindruckende Saison folgte, die am vergangenen Wochenende mit dem Meistertitel der Frauen-Regionalliga Nord gekrönt wurde. 

Intensive Vorbereitung & erfolgreicher Saisonstart 

„Wenn ich die vergangenen Wochen Revue passieren lasse, kann ich sagen: Die Mädels geben sich richtig Mühe und sind mit viel Eifer bei der Sache. Die Stimmung in der Mannschaft ist wirklich gut – es herrscht ein tolles Miteinander“, lautete damals Fischers Fazit nach der Sommervorbereitung, in der neben zahlreichen Testspielen auch Teamevents wie ein Volleyballturnier auf dem Programm standen. 

Ernst wurde es am 18. August mit der Play-off-Runde des DFB-Pokals gegen den SV Meppen. Gegen den Zweitligisten mussten sich unsere Women nach einem defensiv starken Auftritt zwar knapp mit 0:1 geschlagen geben, nahmen daraus aber viel Selbstvertrauen für die Liga mit. Dort gelangen in den ersten sechs Spielen direkt fünf Siege. Rückschläge gab es allerdings gegen Top-Teams wie Henstedt-Ulzburg (0:1) und die SpVg Aurich (0:2). „In der Hinrunde mussten wir hier und da noch Erfahrungen sammeln, deshalb waren die Niederlagen vielleicht genau richtig“, sagte Kapitänin Sarah Begunk rückblickend nach der Meisterschaft. 

Defensive Stabilität & offensive Stärke 

Am 9. Spieltag trennten sich unsere Women mit 2:2 von Hannover 96 – gleichzeitig das letzte Spiel bis zum Meistertitel mit mehr als einem Gegentor. Mehr als zwei Gegentreffer kassierten die Kielerinnen in der gesamten Saison ohnehin nicht. „Ich gehe als erfahrene Spielerin gerne voran und versuche, der Mannschaft Stabilität zu geben“, lieferte Torhüterin Lela Naward nach dem 3:0-Sieg gegen Aurich, der bereits die 13. Partie ohne Gegentor bedeutete, einen der Gründe für die starke Verteidigungsarbeit. 

Während die Defensive immer stabiler wurde, steigerten sich unsere Women auch offensiv. Im engen Duell mit der SpVg Aurich wechselte die Tabellenführung mehrfach, ehe die Women am 18. Spieltag mit einem 2:1 gegen den SV Hastenbeck wieder die Spitze übernahmen. Mit aktuell 67 Toren stellen sie die beste Offensive der Liga, außerdem ist das Torverhältnis um satte 58 Treffer positiv. Rund ein Drittel der Tore geht dabei auf das Konto von Stürmerin Kira Hasse, die mit 20 Treffern die Torjägerinnenliste der Frauen-Regionalliga Nord anführt. 

Schwierige Wintervorbereitung & starke Rückserie 

Als Herbstmeister gingen unsere Women Ende November in die Winterpause. Nach dem Gewinn des LOTTO NORDCUPS erschwerten jedoch die winterlichen Bedingungen in Norddeutschland die Vorbereitung, zahlreiche Einheiten und Testspiele mussten ausfallen. „In den wenigen Einheiten haben wir versucht, möglichst wettkampfnah zu trainieren“, erklärte Fischer, der dennoch optimistisch blieb: „Da haben wir einen Schritt nach vorn gemacht.“ 

Und der Coach sollte recht behalten: Unsere Women blieben in der Rückserie acht Spiele in Folge ungeschlagen. Besonders wichtig waren dabei der 2:0-Sieg gegen Henstedt-Ulzburg und das 3:0 im Rückspiel gegen Aurich. Letzteres brachte zudem vier Punkte Vorsprung bei noch drei ausstehenden Spieltagen und damit eine hervorragende Ausgangslage mit sich. 

Showdown gegen Hannover 96 

Damit die Meisterschaft bereits am drittletzten Spieltag gelingt, waren unsere Women allerdings auf Schützenhilfe angewiesen. Der Eimsbütteler TV musste gegen den direkten Verfolger aus Aurich gewinnen, damit ein Sieg für die Kielerinnen zum Titel reicht. Kurz nach der Halbzeit gegen Hannover stand schließlich fest: Im Parallelspiel verlor Aurich beim ETV deutlich mit 0:5, sodass die externen Weichen auf Meisterkurs standen. Zu diesem Zeitpunkt führten unsere Women dank der Treffer von Kira Hasse und Arjela Lako bereits mit 2:0. 

„Wir Spielerinnen wussten zu diesem Zeitpunkt noch nichts davon, das war dem Trainer wichtig, damit wir nicht nervös werden“, berichtete Stürmerin Ronja Jürgensen nach Abpfiff. Von Nervosität war bei ihr am Sonntag ohnehin wenig zu sehen. Nach ihrer Einwechslung im zweiten Durchgang steuerte Jürgensen noch einen Dreierpack zum 6:1-Heimsieg bei, dank dem die Women am Ende Grund zum Jubeln hatten. Gemeinsam mit rund 300 Fans konnte im heimischen Stadion Waldwiese erstmals seit der Saison 2013/14 wieder die Meisterschaft der Frauen-Regionalliga Nord gefeiert werden. 

Wie geht’s jetzt weiter? 

Zunächst gilt der Fokus unserer Women einem erfolgreichen Abschluss in der Liga. Die Spannung soll möglichst hochgehalten werden – dafür sollen auch gegen den SC Victoria Hamburg (17.05.) und zum Saisonfinale im kleinen Nordderby gegen den HSV II (31.05.) noch Siege eingefahren werden. Ende Mai wartet im Stadion Waldwiese außerdem die offizielle Übergabe der Meisterschale durch den Norddeutschen Fußballverband, ehe drei Endspiele für die Elf von Cheftrainer Fischer auf dem Programm stehen. 

Am 6. Juni steht als Erstes die Mission Titelverteidigung an: Im Finale des SHFV-Landespokals treffen unsere Women auf den Ligakonkurrenten SV Henstedt-Ulzburg. Eine Woche später wartet das Hinspiel der Aufstiegsspiele gegen den Meister der Frauen-Regionalliga West. Dort liefern sich derzeit noch die Zweitvertretung des 1. FC Köln, Borussia Dortmund und Arminia Bielefeld einen Dreikampf um die Tabellenspitze. Unsere Women sind am 13. oder 14. Juni zunächst auswärts gefordert. 

Das Rückspiel um die Entscheidung, wer den Schritt in die 2. Frauen-Bundesliga schafft, steigt dann am Wochenende des 20./21. Juni in Kiel. Vor heimischer Kulisse im Stadion Waldwiese geht es für unsere Women um alles – den Termin also gerne schon einmal im Kalender vormerken! 

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