Viele Kieler Sportfans erinnern sich noch an die sportlich erfolgreichen Anfangsjahre des Holstein-Frauenfußballs in der Ära von Vereinspräsident Dr. Sven Jacob. Nach dem Projektstart mit der Bezeichnung „Holstein Woman“ im Sommer 2004, gelang unter Trainer Heinz Siebolds (72) mit der Regionalliga-Meisterschaft der direkte Aufstieg in die damals noch zweigeteilte 2. Frauen-Bundesliga. Bis zu seinem Abschied 2009 schaffte Siebolds mit seiner Mannschaft stets den Klassenerhalt. Wir sprachen vor den beiden Aufstiegsspielen unserer Holstein Women gegen die U21 des 1. FC Köln am 14. und 20. Juni mit dem Turnvater Jahn des Kieler Frauenfußballs.
Hallo Heinz, in diesen Tagen dreht sich bei Holstein und in der Landeshauptstadt so einiges um unsere Frauen-Fußballerinnen. Die Holstein Women klopfen an das Tor zur 2. Bundesliga. Am Sonntag um 12 Uhr in Köln geht es los. Wie siehst Du die Chancen?
Ich bin davon überzeugt, dass die Holstein Women eine gute Chance haben, wenn sie sich auf das System und die spielerische Stärke des Gegners einstellen können. Unser Konterspiel ermöglicht es uns, auch in Köln zu punkten und dann im Rückspiel an der Waldwiese den Aufstieg klar zu machen.
Ist es ein großer Vorteil, das Rückspiel am 20. Juni vor heimischer Kulisse austragen zu können?
Mit Sicherheit. Die Waldwiese ist schon immer ein spezielles Geläuf und mit den Holstein-Fans im Rücken ist vieles möglich. Ich habe die Spiele häufig verfolgt. Das dürfte für die Kölnerinnen nicht einfach werden. Wichtig wird sein, am Sonntag ein gutes Ergebnis aus Köln mitzubringen.
Wie siehst Du die Entwicklung der Holstein Women in den letzten Jahren?
Ich glaube da wurde ein großer Schritt nach vorn gemacht, der Verein hat die derzeitigen Erfolge mit der Schaffung der notwendigen Rahmenbedingungen möglich gemacht. Schon in der letzten Saison waren die Holstein Women ganz dicht dran. Ich glaube die Zeit ist wieder reif für Holstein-Fußball in der 2. Frauen-Bundesliga.



Geben der souveräne Endspurt im Titelrennen sowie der deutliche Erfolg im Landespokal-Finale zusätzlichen Rückenwind?
Die Überlegenheit in den entscheidenden Spielen war schon sehr deutlich. Vor allem im vorentscheidenden Duell mit der SpVg Aurich war fast schon ein Klassenunterschied auszumachen. Die Spielerinnen dürften verinnerlicht haben, dass in dieser Saison alles möglich ist. Das Selbstvertrauen ist da.
Was sind für Dich die entscheidenden Komponenten der Erfolgsgeschichte?
Mit Sicherheit ist Trainer Stefan Fischer ein wichtiger Grund. Seine Handschrift ist deutlich zu erkennen. Aber auch eine erfahrene Spielerin im Mittelfeld wie Sarah Begunk, die ein Spiel lenken kann, ist Gold wert. Torjägerin Kira Hasse ist ohnehin immer für Tore gut. Insgesamt besitzt die Mannschaft einen ausgeprägten Teamgeist. Da ist etwas zusammengewachsen.
Hand aufs Herz, klappt es mit der 2. Bundesliga?
Ich werde am 20. Juni zum Rückspiel an die Waldwiese kommen und dann werden wir alle zusammen nach genau zehn Jahren die Rückkehr in die 2. Frauen-Bundesliga feiern!
Vielen Dank für das Gespräch, Heinz!