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Neue fränkische Torgefahr: Der 1. FC Nürnberg im Gegnercheck

Der Tabellenführer gastiert am Samstag, dem 5. September, um 13 Uhr im Holstein-Stadion. In der Defensive hatte der 1. FC Nürnberg einen großen Umbruch zu vollziehen, doch die Offensive ist beinahe unverändert und präsentiert sich früh in der Saison in herausragender Verfassung. Wir haben den FCN dem Gegnercheck unterzogen.

Konstanz auf der Bank

Nur wenigen gelingt es, auf dem wackeligen Nürnberger Trainerstuhl lange die Balance zu halten. Seit der Saison 1999/2000 saßen mehr als 32 Trainer für den 1. FC Nürnberg auf der Bank. Das sind die viertmeisten im Ligavergleich. Derzeit gelingt Miroslav Klose dieses Kunststück. Genau am Spieltag gegen unsere Störche wird der 48-Jährige seit 796 Tagen an der Nürnberger Seitenlinie stehen und damit die viertlängste Amtszeit eines Nürnberger Trainers in diesem Jahrtausend aufweisen. Nur Trainergrößen wie Dieter Hecking, Hans Meyer und Klaus Augenthaler stehen dann noch vor Klose.

Miroslav Klose steht seit dem 01. Juli 2024 an der Nürnberger Seitenlinie.
Die stimmgewaltigen Club-Fans werden wieder in stattlicher Anzahlan die Förde reisen.

Der Weltmeister von 2014 musste in Nürnberg allerdings schon schwierige Phasen überstehen. Nach dem Fehlstart in die Vorsaison las man Anfang Oktober im „kicker“, dass Klose vor einem Endspiel stehen würde. Der Club stand nach sieben Spielen mit vier Punkten auf dem 16. Tabellenplatz. Doch dem FCN gelang es, sich zu stabilisieren und die Saison sicher auf Rang acht zu beenden. Damit hatte man sich im Vergleich zur ersten Saison unter Klose um zwei Plätze nach oben geschoben. Beim Club war eine wellenförmige, aber doch konstante Weiterentwicklung erkennbar. So hatte sich Klose bereits im Februar dieses Jahres eine Vertragsverlängerung verdient. Die Form des souveränen Abschlusses der Vorsaison konnte in die neue Spielzeit mitgenommen werden. Saisonübergreifend ist der FCN seit neun Pflichtspielen ungeschlagen. Zum Ligastart gab es drei Siege in Folge, sodass der Club nun von der Tabellenspitze grüßt.

Die junge Defensive steht, die Offensive kommt ins Rollen

In der Vorsaison hatten die Franken eine der besten Defensiven der Liga. Insbesondere das Innenverteidigerduo Fabio Gruber (1. FSV Mainz 05) und Luka Lochoshvili (1. FC Köln) stach dabei hervor und empfahl sich für einen Wechsel in die Bundesliga. Sie waren jedoch nicht die einzigen Abgänge in der Hintermannschaft, weshalb das Wegfallen der Stabilität befürchtet wurde – auch aufgrund der Altersstruktur der neuen Abwehrreihe. Mit einem Durchschnittsalter von 23,6 Jahren stellt Nürnberg ohnehin den jüngsten Kader der Liga. In der Abwehr sind mit dem noch Zweitliga-unerfahrenen Fynn Otto und Ioannis Masouras nur zwei Spieler älter als 24 Jahre. Trotzdem ist die Stabilität in der letzten Reihe bislang erhalten geblieben. In der 2. Bundesliga haben die „Glubberer“ erst drei Gegentore kassiert.

Neuzugang Fynn Otto wurde direkt zum Stammspieler in der Innenverteidigung (Foto: Bundesliga/Getty Images/Leonhard Simon).
Mohamed Ali Zoma (li.) gehört zu den gefährlichsten Angreifern der Liga. Im letzten Aufeinandertreffer unserer KSV mit dem Club erzielte er den 3:2-Siegtreffer für den FCN.

Der größte Trumpf in der laufenden Spielzeit ist bislang die Offensive, nachdem diese letzte Saison noch zu den weniger gefährlichen im ligaweiten Vergleich gehörte. Mit 14 Toren hatte sich da schon Mohamed Ali Zoma in den Fokus gespielt. Ein Wechsel in eine europäische Top-fünf-Liga schien möglich, doch ohne Verkaufsdruck schob Nürnberg dem Abgang einen Riegel vor. Dem italienischen Stürmer scheint das aber nicht die Torlaune genommen zu haben. Vier Treffer stehen schon auf seinem Konto.

Die gefährliche Offensivreihe wird durch Julian Justvan und Piet Scobel komplettiert. Während der flexible Justvan bereits seit einigen Jahren ein Unterschiedsspieler in der 2. Bundesliga ist, hat sich der in Pinneberg geborene Scobel in der vergangenen Saison über die zweite Mannschaft des Clubs empfohlen und spielt seit dieser Saison in der Sturmspitze. Sowohl Justvan als auch Scobel trafen bisher zweimal und legten einen Treffer auf. Gleichzeitig haben die Franken sich im Angriff in der Breite weiter verstärkt. Mit Rayan Ghrieb (1. FC Magdeburg) und Sigurd Haugen (TSV 1860 München) wurden Spieler verpflichtet, die einen Platz in der Startelf beanspruchen können. Zudem gelang die Leihe des vielversprechenden William Bøving (1. FSV Mainz 05). Der Club präsentiert sich somit bestens gerüstet für die Zweitliga-Saison 2026/27.

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