Bild zum Artikel: Nachruf auf Manfred Medler: „Das Publikum stand Kopf!“

Nachruf auf Manfred Medler: „Das Publikum stand Kopf!“

Nachruf – Am 21. Juli 2026 verstarb mit unserem langjährigen Ligaspieler Manfred Medler im Alter von 81 Jahren eine echte Persönlichkeit. Medler (geb. am 30. Dezember 1944) war in den Jahren von 1967 bis 1973 eine prägende Spielerpersönlichkeit unserer Störche. In insgesamt 155 Pflichtspieleinsätzen für die erste Mannschaft erzielte „Manni“ 53 Treffer.

Nachdem er 1965 aus Eckernförde zu den Holstein Amateuren gewechselt war, erhielt Medler in der Saison 1967/68 aufgrund personeller Engpässe unter dem späteren Bundesliga-Trainer Rudi Faßnacht seine Chance in der Ligamannschaft und schlug voll ein. Im September 1968 traf er beim 5:2-Erfolg im Landesderby gegen den VfB Lübeck in der zweitklassigen Regionalliga Nord gleich viermal ins Schwarze. „Das Publikum stand vor Begeisterung Kopf“, stellte das Kicker-Sportmagazin nach dem Spiel fest. Fortan war Medler eine feste Größe im offensiven Mittelfeld der Störche und er erlebte daraufhin in den vier Jahren unter Trainer Peter Ehlers seine erfolgreichste Zeit als Fußballer.

Im September 1968 traf Manfred Medler (2. v. li.) beim 5:2-Sieg gegen den VfB Lübeck viermal ins Schwarze.

Ein besonderes Highlight erlebten Medler und seine Mannschaftskameraden um Rudi Christiansen, Eberhard Gräf, Uli Hoffmann und Uwe Krüger am 19. Oktober 1969. Anlässlich des Regionalliga-Spitzenspiels zwischen den Störchen und Arminia Hannover besuchte die komplette deutsche Fußball-Nationalmannschaft um Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Uwe Seeler und Sepp Maier das mit 13.600 Zuschauern prall gefüllte Holstein-Stadion von Malente aus als Zuschauer.

Medler (li.) im Heimspiel gegen Arminia Hannover.

Im Dezember 1970 gelang Medler mit dem Sieg im DFB-Pokal gegen den Bundesligisten VfB Stuttgart der Einzug in das DFB-Pokal-Achtelfinale. Sowohl 1970 als auch 1971 verpasste er mit den Störchen nur haarscharf den Einzug in die Bundesliga-Aufstiegsrunde. Eine schwere Kreuzband- und Sprunggelenksverletzung setzte seiner Karriere im Leistungsfußball 1973 ein jähes Ende.

Medler (5. v. li.) mit Holstein vor dem DFB-Pokal-Achtelfinale gegen RW Oberhausen.
Medler im Sommer 1972.

Die Nachricht von Manfred Medlers Tod sorgte bei der KSV Holstein in den letzten Tagen für Betroffenheit. „Manni war ein sehr angenehmer Mensch, ausgestattet mit einer exzellenten Technik. Im offensiven Mittelfeld war er einfach unverzichtbar“, erinnert sich Medlers langjähriger Mannschaftskamerad Eberhard Gräf lebhaft. „Manfred war ein besonnener Mensch, der sich nie in den Mittelpunkt gestellt hat. Das musste er auch nicht, denn mit seiner einmaligen Technik und Schussgewalt war er ohnehin stets Dreh- und Angelpunkt des Geschehens“, so Holstein-Urgestein Dieter Schmiedel, der Medlers besondere menschliche Qualitäten hervorhob.

Nach seiner erfolgreichen Zeit im Storchennest hat Manfred Medler auch beim Eckernförder SV auf und abseits des grünen Rasens in den unterschiedlichsten Funktionen viele Jahrzehnte lang Verantwortung übernommen und sich in ganz Schleswig-Holstein einen Namen gemacht. Die Würdigung als Ehrenvorsitzender des ESV war die logische Konsequenz seines nimmermüden Einsatzes.

Seinen ausgeprägten Sportsgeist stellte „Manni“ für seine beiden Herzensvereine auch im fortgeschrittenen Alter noch einmal unter Beweis. Im Sommer 2012 trug er bei der Neugründung der Holstein Traditions Elf in Dänischenhagen gegen die Nord-Ostsee-Auswahl noch einmal das Trikot der Kieler Störche. Und zum 100-jährigen Vereinsjubiläum des Eckernförder SV lief er im Juni 2023 gegen das All-Star-Team des Hamburger SV für seinen ESV auf.

Am 21. Juli 2026 verabschiedete sich ein tadelloser Sportsmann für immer von der Bühne des Lebens. Holstein und natürlich auch sein ESV verlieren einen tollen Menschen. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Freunden und allen Wegbegleitern. Mach es gut, Manni!

Medler (re.). beim 2:0-Heimsieg gegen den FC St. Pauli im Februar 1973…
…und gegen St. Paulis Torwart Klaus Georg Christensen (re.) im November 1968.

Hier gibt's noch mehr frische News