Andreas Bornemann ist seit Juli 2019 Geschäftsführer Sport beim FC St. Pauli. Vor dem Traditionsduell zwischen seiner Mannschaft und den Kieler Störchen gab uns der frühere Holstein-Sportchef (2010–2014) Einblicke in seine Stimmungslage zu Beginn der neuen Saison und vor dem Gastspiel an der Förde. Bis heute hat er beste Erinnerungen an seine Amtszeit im Storchennest.
Mit einem neuen Trainer startete der FC St. Pauli in die Zweitliga-Saison. Ausgerechnet mit Marcel Rapp, der von Oktober 2021 bis Februar 2026 im Storchennest eine der erfolgreichsten Phasen der Kieler Vereinsgeschichte prägte, will der Bundesliga-Absteiger an die erfolgreiche Vergangenheit anknüpfen. Bornemann sieht in Rapp genau den richtigen Mann zur richtigen Zeit: „Marcel kennt die 2. Bundesliga, das hat sicherlich ein Stück weit den Ausschlag für seine Verpflichtung gegeben. Seine Erfahrung und die Art seines Fußballs mit sehr aktiven Elementen entsprechen unseren Vorstellungen. Marcel hat darüber hinaus schon bewiesen, dass er eine relativ neu formierte Mannschaft erfolgreich durch eine Saison führen kann – und genau das erhoffen wir uns von ihm.“


Sicherlich freuen sich auch viele Holstein-Fans am 2. Spieltag auf das Gastspiel von Rapp und Bornemann in Kiel. Aber auch St. Paulis Geschäftsführer Sport kommt mit besonderen Gefühlen zurück an seine alte Wirkungsstätte: „Ich hatte bei Holstein eine sehr schöne und erfolgreiche Zeit, mein Blick geht auch heute noch oft nach Kiel. Mit Sicherheit werde ich am Freitagabend auf viele bekannte Gesichter treffen“, so Bornemann.
Doch die alten Freundschaften werden beim Duell der beiden Traditionsclubs für mindestens 90 Minuten ruhen. Der FC St. Pauli hat große Ziele. Die beiden Fußball-Experten Felix Kroos und Simon Terodde sehen hinter dem absoluten Saison-Topfavoriten aus Wolfsburg ein breites Verfolgerfeld, in dem sicherlich der 1. FC Heidenheim und auch der FC St. Pauli zu erwarten sein dürften. Mit dem neuen Trainer Marcel Rapp, der Holstein Kiel in der Saison 2023/24 erstmals in die Bundesliga geführt hatte, möchte man am Kiez um den Aufstieg mitspielen – wohl wissend, dass aufgrund der großen Konkurrenz eine ganz schwere Aufgabe bevorsteht.
„Der VfL Wolfsburg besitzt mit seinen großen Möglichkeiten sicherlich ein gewisses Alleinstellungsmerkmal. Wir dürfen damit rechnen, dass die Wölfe am Ende das große Ziel vom Wiederaufstieg auch erreichen werden. Da ist der wirtschaftliche Unterschied zum Rest der Liga einfach zu deutlich“, glaubt Bornemann. Und wer folgt hinter den Wölfen? „Bei allen anderen Teams ist es schwer zu sagen, wohin die Reise gehen wird. Da gibt es bei vielen Clubs auch noch zahlreiche Fragezeichen vor dem Start. Wir gehen von einer extrem ausgeglichenen Liga aus, in der wir eine gute Rolle spielen wollen“, meint Bornemann.

