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Geschichte und Geschichten: Europapokalsieg, Fußball-Legenden und ein Trainerdenkmal

Der 1. FC Magdeburg ist historisch betrachtet trotz der zehn Meisterschaften von Dynamo Berlin die erfolgreichste Fußballmannschaft der ehemaligen DDR.

Als einziger Verein gewann der Club im Jahr 1974 einen der europäischen Pokalwettbewerbe. Mit Jürgen Sparwasser, dem Schützen des legendären Siegtores im WM-Spiel 1974 in Hamburg gegen die Bundesrepublik, hatte der FCM zudem den berühmtesten DDR-Fußballer aller Zeiten in seinen Reihen. Rekordtorschütze indes ist bis heute der 102-fache DDR-Nationalspieler Joachim Streich mit 223 Toren in 313 Pflichtspielen. Dass es beim Fußball längst nicht nur um Spielzeit oder Tore geht, beweist Wolfgang „Maxe“ Steinbach vorbildlich, denn 2006 wählten ihn die Magdeburger Fans zum besten FCM-Spieler aller Zeiten. Der dreifache DDR-Meister, Publikumsliebling und Dribbelkünstler lief von 1971 bis 1986 sowie in der Saison 1989/90 für die Blau-Weißen auf und war nach der Wiedervereinigung knapp 30 Jahre lang im norddeutschen Raum als Spieler und Trainer tätig.

1974 war der größte Tag in der Geschichte des FCM.
Grafitti zum Europapokalsieg des FCM im Jahr 1974.
Gedenktafel für Spielerlegende Joachim Streich.

Trainerlegende

Nicht zu vergessen in der Geschichte ist Trainerlegende Heinz Krügel, der nicht nur beim Sieg im Europapokal der Pokalsieger gegen Inter Mailand (2:0) auf der Bank saß, sondern auch bei allen drei DDR-Meisterschaften (1972, 1974, 1975) die Fäden fest in Händen hielt. Aufgrund seiner eigenständigen Arbeitsweise, Konflikten mit SED-Funktionären und der Weigerung, Stasi-Anweisungen zu befolgen, wurde Krügel 1976 auf Betreiben von SED und DDR-Fußballverband abgelöst. Zusätzlich erhielt er als „Ost-West-Versöhnler“ ein Berufsverbot. 2014 setzen die FCM-Fans ihm ein Denkmal – direkt vorm Stadion. Erst danach wurde Krügels SS-Vergangenheit bekannt, die der Erfolgstrainer während seiner Karriere stets verheimlicht hatte. Der 1. FC Magdeburg hat die Vergangenheit von Heinz Krügel im Anschluss dieser Erkenntnisse tiefgehend untersucht und die daraus resultierenden Ergebnisse hier eingeordnet.

Heinz-Krügel-Denkmal in Magdeburg.
Heinz Krügel und Jürgen Sparwasser auf einem Zeitungstitel von 1974.

Wiedervereinigung und Pokal-Sensation

Nach der Wiedervereinigung konnte Magdeburg nie an die großen Zeiten anknüpfen und die Geschichte des FCM ist – wie bei zahlreichen ehemaligen großen Ostclubs – immer auch vom (sportlichen) Überlebenskampf eines traditionsreichen und überaus populären Fußballvereins geprägt. Unvergessen bleibt der 1. November 2000, als der damalige Regionalligist 1. FC Magdeburg den FC Bayern München in der 2. Runde im DFB-Pokal empfing. Die Münchner von Trainer Ottmar Hitzfeld reisten mit Stars wie Oliver Kahn, Paulo Sergio, Jens Jeremies, Hasan Salihamidzic, Giovane Elber und Carsten Jancker als haushoher Favorit in die Elbestadt. Im Elfmeterschießen wurde FCM-Torhüter Miroslav Dreszer zum Helden, hielt im Elfmeterschießen die Bälle von Jeremies und Elber und der krasse Außenseiter siegte mit 4:2.

Erinnerungen an die Bayern-Bezwinger von 2000.

Sachsen-Anhalt-Derby

Ebenso prägend für die Vereinsgeschichte – sowohl sportlich als auch politisch – ist die Rivalität zum rund 100 Kilometer südlich beheimateten Halleschen FC. Die Rivalität zwischen dem HFC und dem FCM ist eine der intensivsten im ostdeutschen Fußball, begründet durch die Konkurrenz als führende Vereine in Sachsen-Anhalt. Auch wenn der FCM in den letzten Jahren höherklassig spielte, bleibt das Duell der Vereine – auch ihrer Nachwuchsmannschaften – ein hochemotionales Event. Politisch brisant in der Historie der Rivalität war sicherlich auch der 28. Oktober 1990, als 106 frei gewählte Volksvertreter des wiederentstandenen Landes Sachsen-Anhalt Magdeburg knapp zur neuen Landeshauptstadt erklärten.

Sportliche Renaissance

Momentan erlebt der 1. FC Magdeburg seine erfolgreichste sportliche Phase im gesamtdeutschen Fußball. Sie begann mit der Verpflichtung von Trainer Christian Titz im Februar 2021. Der Ex-Hamburger formte aus einem Abstiegskandidaten der 3. Liga einen Zweitligisten. Bereits seit 2022 spielt der FCM nun schon im Bundesliga-Oberhaus. Im vergangenen Jahr feierte der FCM sein 60. Vereinsjubiläum.

Jubiläumsfahne des 1 FC Magdeburg.
Fahnenmeer im Rahmen der Jubiläumschoreo im Dezember 2025.
Jubiläumstrikot des 1 FC Magdeburg.

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