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„Mit vielen Entwicklungen total zufrieden“ – U17-Trainer Grobler im Saisonfazit

Für Holsteins U17 stand in der zweiten Saisonhälfte an jedem Spieltag ein Highlight an. Durch einen starken Endspurt in der Vorrunde verdienten sich die Jungstörche ihre erstmalige Teilnahme an der Hauptrunde in der DFB-Nachwuchsliga und durften sich Woche für Woche mit den stärksten Nachwuchsteams des Landes messen. Im Abschlussinterview blickt U17-Trainer Maximilian Grobler deshalb zurück auf eine ereignisreiche Spielzeit und ordnet die gezeigten Leistungen ein.

Moin Maxi! Der lange Winter hat für eine herausfordernde Vorbereitung gesorgt. Welchen Eindruck hattest du von deiner Mannschaft vor dem ersten Pflichtspiel des Jahres?

Einen guten! Es gab in der Winterpause personelle Veränderungen in der Mannschaft und wir haben witterungsbeding sicherlich schwierigere Voraussetzungen gehabt als die meisten Konkurrenten in unserer Liga. Deshalb war die Ausgangslage vor der Hauptrunde schon komplex. Ich hatte im Laufe der Vorbereitung aber das Gefühl, dass die Jungs das gut angenommen haben und einfach richtig Bock auf die Herausforderungen hatten.

Zum Auftakt der Hauptrunde in der DFB-Nachwuchsliga stand dann direkt ein Highlight an: Ihr hattet Borussia Dortmund im CITTI FUSSBALL PARK zu Gast. War es so besonders, wie erwartet?

Zum Abschluss der Vorrunde haben wir drei Spiele in Folge gewonnen und im letzten Spiel unentschieden gespielt. Ein richtig gutes Ende, das auch nötig war, um sich für die Hauptrunde zu qualifizieren. In der Phase hatte ich schon das Gefühl, das ein krasser Vibe in der Truppe ist und sie das unbedingt wollen. In der A-Runde mal gegen Spitzenteams wie Borussia Dortmund ein Pflichtspiel zu bestreiten hat ein Bild aufgemacht, das die Jungs unbedingt in die Realität umsetzen wollten. Leider mussten wir wegen des langen Winters auf Kunstrasen ausweichen und das Setting war dadurch nicht ganz so groß wie erhofft. Trotzdem war es natürlich Borussia Dortmund und alle hatten Bock. Obwohl wir am Ende mit 1:4 verloren haben, hat der Spielverlauf uns das Gefühl vermittelt: Wenn alles passt, können wir auch auf diesem Niveau Punkte holen.

Das ist euch gleich im nächsten Spiel dreifach gelungen. Gegen Hannover 96, ein Team, das sich später für das Achtelfinale qualifizieren sollte, habt ihr den ersten Sieg der Hauptrunde eingefahren. Hat dieser Erfolg der Mannschaft nochmal einen Schub gegeben?

Voll! Ich hatte das Gefühl, dass der Sieg der Mannschaft wirklich Selbstvertrauen gegeben hat, weil sie gemerkt haben: Wir können auf diesem Level Spiele gewinnen, wenn wir gut verteidigen und effizient sind.

Inwieweit deckt sich diese Einschätzung mit deiner Bewertung der Leistungsfähigkeit des Teams zu diesem Zeitpunkt?

Die Jungs haben auch in der Vorrunde schon richtig gut verteidigt und konnten das in den ersten Eindrücken der Rückrunde bestätigen. Im eigenen Ballbesitz haben wir im Verlaufe der Hinrunde zwar totale Fortschritte gemacht sind dann aber auf dem Level schon auch an Grenzen gestoßen. Insbesondere im letzten Drittel hat man gemerkt, dass wir uns deutlich schwerer tun, hochkarätige Chancen zu kreieren. Trotzdem hatte ich ehrlicherweise in jedem Spiel das Gefühl, dass wir was holen können, wenn alles passt. Und so war es auch: Am Ende haben wir zwar viele Spiele verdient verloren, waren aber fast immer bis zur 75. Minute vom Ergebnis voll drin.

Welche Entwicklungen und Dynamiken hatten nach dem Hannover-Spiel entscheidenden Einfluss auf den weiteren Saisonverlauf?

Wir haben eigentlich nie über langfristige Ziele geredet. Schon in der Vorrunde haben wir das nicht gemacht und sind damit gut gefahren. Nach acht Spielen waren wir damals Zweiter und ab da war klar, dass jeder Einzelne jetzt auch in die A-Runde will. Erst kurz vor Schluss haben wir das dann auch verbalisiert. Natürlich war allen nun auch in der Hauptrunde klar: Jeder der Jungs will Vierter werden und sich für die Endrunde qualifizieren. Auch wenn es wie eine Floskel klingt, haben wir wirklich versucht aus jedem Spiel ein Highlight für uns zu machen und das Spiel isoliert zu betrachten.

Wie hat die Mannschaft in diesem Prozess auf schwierige Momente, wie die 1:7-Heimniederlage gegen Leipzig, oder die personellen Schwierigkeiten gegen Ende der Saison reagiert?

Die Stimmung in der Mannschaft habe ich über die gesamte Saison als sehr stabil wahrgenommen und hatte stets das Gefühl, dass sie die Ergebnisse realistisch einordnen können. Ich glaube, dass ein Großteil der Jungs unser Leistungsniveau gut einschätzen konnte und dann wirft dich so eine Niederlage auch nicht um. Sicherlich hat geholfen, dass wir zwischendurch auch gepunktet haben und eigentlich fast bis zum letzten Moment voll im Kampf um Platz vier drin waren. Durch die daraus gewonnene Energie haben wir trotz der schwierigen Personallage am vorletzten Spieltag in Leipzig fast ein Spiel gewonnen, das uns für den letzten Spieltag in Reichweite gehalten hätte. Außerdem ergab sich aus der personellen Situation natürlich eine Chance für andere Spieler. Auch wenn es dann auf dem Level nicht ganz für noch mehr Output gereicht hat, bin ich mit vielen Entwicklungen dieser Spieler am Ende total zufrieden.

Wer auf die Abschlusstabelle der Hauptrunde guckt, sieht unsere Jungstörche auf dem letzten Platz, mit sieben Niederlagen aus zehn Spielen. Dazu seid ihr im Landespokal im Halbfinale ausgeschieden. Welche positiven Aspekte werden von diesen Fakten verdeckt?

Zuallererst mal zeigen Ergebnisse im Fußball gar nicht zwangsläufig die Entwicklungen der einzelnen Spieler. Ich sehe, wie viele Jungs jetzt zurecht in die U19 weitergehen und individuell in vielen kleinen Details große Schritte gemacht haben. Darüber hinaus bewerte ich auch das Gesamtergebnis wahnsinnig positiv. In meinen Augen ist das immer eine Frage der Erwartungshaltung. Das Pokal-Halbfinale kann man sicherlich nicht schönreden, da haben alle Beteiligten Fehler gemacht. Andererseits hat es uns auch realistisch aufgezeigt, auf was für einem Leistungslevel wir individuell teilweise sind. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass wir im Ligabetrieb ergebnistechnisch das absolute Maximum aus der Saison rausgeholt haben.

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