Die Namen Henning Hardt (54), Sven Boy (49) oder auch Steven Lewerenz (34) lassen die Herzen eingefleischter Fans auch einige Jahre nach Karriereende der drei Holstein-Haudegen noch immer höherschlagen. Alle drei haben jahrelang ihre Knochen für die Störche hingehalten und hegen vor allem auch in Bezug auf die Braunschweiger Eintracht spannende Erinnerungen. Vor dem Spiel gegen die Löwen sehen die Ex-Störche die KSV gegen Braunschweig vorn.
Vor allem der gebürtige Schöninger Sven Boy, langjähriger Kapitän der KSV Holstein und zurzeit Interimstrainer unserer U23, hat die Eintracht-DNA seit frühester Kindheit verinnerlicht. Am 10. September 1983 durfte er als Sechsjähriger zum ersten Mal mit in das Eintracht-Stadion. Gegner waren damals die Münchner Bayern mit Spielerpersönlichkeiten wie Klaus Augenthaler, Hans Pflügler, Kalle Del’Haye und Karl-Heinz Rummenigge. Aber auch die Löwen hatten damals mit Nationaltorhüter Bernd Franke, Ronnie Worm und Peter Lux Ausnahmekönner in ihren Reihen. Ein unvergesslicher Augenblick im Leben des jungen Sven: Sein Fußballfieber wuchs ins Unermessliche. Und tatsächlich heuerte Boy als 18-Jähriger bei den Löwen an. Das Talent konnte sowohl Tore schießen als auch zeitgleich knallharte Zweikämpfe führen. Den Spitznamen „Mentalitätsmonster“ trug der Youngster also nicht zu Unrecht. „Die Eintracht hat mein Leben geprägt. Die ganze Region steht unabhängig von der Spielklasse hinter dem Verein. Wolfsburg spielte immer nur eine untergeordnete Rolle. Publikumsmagnet waren immer die Löwen“, weiß Boy um die tiefe Verbundenheit der Menschen mit dem BTSV.
Etwas anders gelagert sind die Erinnerungen von Holstein-Dauerbrenner Henning Hardt, der mit 317 Pflichtspielen auf Rang drei der ewigen Störche-Einsatzliste liegt. In seinen zwölf Jahren bei den Störchen schlug er so manche Schlacht gegen die Eintracht. Bemerkenswert vor allem das Duell am 22. August 1998, als der forsche Regionalliga-Aufsteiger Holstein Kiel als Spitzenreiter an die mit über 10.000 Zuschauern prall gefüllte Hamburger Straße reiste. „Das war schon ein kleiner Kulturschock, vor dieser tollen Kulisse aufzulaufen. In der Saison zuvor hießen unsere Gegner in der Oberliga noch Pansdorf, Altenholz und TSV Nord Harrislee“, erinnert sich Ex-Kapitän Hardt noch lebhaft an das Top-Spiel. Zwar unterlag die KSV dem Saisonfavoriten mit 0:2, doch der Nordschlager im Eintracht-Stadion gehörte zu den Highlights der Saison 1998/99.



Für unseren ehemaligen Offensivmann Steven Lewerenz, der 2017 mit Holstein den lang ersehnten Zweitliga-Aufstieg feiern durfte, gehört ein ganz spezielles Duell mit der Eintracht zu den schönsten Erlebnissen seiner Fußballkarriere. „Die Zeit in Kiel mit Aufstieg und Bundesliga-Relegation war die beste Phase meiner gesamten Laufbahn. Das 6:2 gegen Braunschweig am Ende der Saison 2017/18 ragt dabei heraus. Wann erzielt man in einem Spiel schon einmal vier Treffer“, so Lewerenz.
Eines haben alle drei Holstein-Haudegen von damals gemeinsam: Sie alle setzen beim Duell der beiden Altmeister aus Kiel und Braunschweig am Sonnabend auf die Störche. Sven Boy sagt: „Ein Remis hilft niemandem weiter, das wird ein heißer Tanz. Stimmung und Euphorie der letzten Siege dürften ein Plus für Holstein sein.“ Henning Hardt weiß: „Wenn Holstein an das letzte Heimspiel anknüpft, dann bleiben die Punkte in Kiel.“ Noch deutlicher wird allerdings Steven Lewerenz: „Man erkennt die Handschrift des neuen Trainers. Nach dem Spiel hat Holstein nichts mehr mit dem Abstieg zu tun.“