Unserer Nummer elf ist erneut gelungen, sich in die Geschichtsbücher der KSV Holstein einzutragen. Am 12. Mai hatte sich für Alexander Bernhardsson der Traum aller Fußballspieler erfüllt und er wurde in den schwedischen Nationalkader für die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko berufen – damit ist er der erste KSV-Profi, dem das gelungen ist.
Um überhaupt einen Holsteiner zu finden, der bei dem größten internationalen Turnier der Welt gespielt hat, muss die Uhr über 100 Jahre zurückgedreht werden, als die Olympischen Spiele noch der sportliche Gipfel waren. Im Meisterschaftsjahr 1912 waren es mit Adsch Werner, Georg Krogmann und Hans Reese drei Holstein-Spieler, die für Deutschland bei den Olympischen Spielen in Stockholm aufliefen. Alexander Bernhardsson bewegt sich also als erster WM-Teilnehmer, nachdem er schon Holsteins ersten Bundesligatreffer erzielt hatte, ein weiteres Mal in historischen Gefilden. „Es ist ein tolles Gefühl, dass ein Spieler von Holstein Kiel international spielt und bei einer Weltmeisterschaft dabei ist. Das bedeutet viel und zeigt, was der Verein aufgebaut hat“, freute sich der Schwede. „Es ist auch gut für den Verein, wenn die Nationalteams auf Kiel schauen. Wir spielen guten Fußball und haben großartige Spieler.“
Nachdem Graham Potter als schwedischer Nationaltrainer im Oktober 2025 übernommen hatte, stand Bernhardsson direkt im ersten Kader des Engländers. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Rechtsaußen in überragender Form und bereitete in der 2. Bundesliga ein Tor nach dem anderen vor. Jedoch hatten Verletzungen die Nominierung in der Abstellungsphase im März verhindert. Umso größer dürfte also die Freude gewesen sein, als „Berra“ am 12. Mai auf sein Handy geschaut hat. „Ich habe es eine Stunde vor der Verkündung erfahren. Ich war hier auf dem Trainingsgelände. Ich war kurz davor, rauszugehen und zu trainieren, als ich sah, dass ich einen verpassten Anruf hatte. Ich rief zurück und der Nationaltrainer sagte mir, dass ich dabei bin“, berichtete ein strahlender Bernhardsson. Er habe Gänsehaut am ganzen Körper bekommen, als er dann daran dachte, dass er mit Weltstars wie Alexander Isak, Viktor Gyökeres und Anthony Elanga zusammen gegen die Niederlande, Tunesien und Japan spielen wird. „Es war ein schönes Gefühl – du wirst emotional und ein bisschen zittrig. Natürlich ist es ein Kindheitstraum, für sein Land bei einer Weltmeisterschaft zu spielen. Es ist das Größte, was man erreichen kann.“



Startelf beim Kantersieg
Besser hätte der Turnierstart in der Nacht von Sonntag, dem 14. Juni, auf Montag nicht laufen können. Mit 5:1 gewannen die Schweden hochverdient gegen Tunesien und verschafften sich damit schon am ersten Spieltag eine gute Ausgangsposition für das Weiterkommen. Und auch für Bernhardsson persönlich verlief der Start recht erfolgreich. Zwar lief er als rechter Schienenspieler auf einer für ihn ungewohnten Position auf und konnte daher seine offensiven Qualitäten nicht so sehr zeigen wie bei unseren Störchen. Dennoch spulte er ordentlich Kilometer ab und machte die rechte Seite dicht. In der 90. Spielminute wurde er für Borussia Dortmunds Daniel Svensson ausgewechselt.
Nach der späten und etwas glücklichen Qualifikation dürfte die Euphorie bei den Skandinaviern mit diesem Start in die Weltmeisterschaft rasant angestiegen sein. Vielleicht liegt es am nordamerikanischen Boden, auf dem „Blågult“ zu Bestleistungen aufläuft. Immerhin wurde die schwedische Fußballnationalmannschaft bei der WM 1994 in den USA WM-Dritter – das zweitbeste Ergebnis ihrer Historie.
Ob Bernhardsson und seine Teamkollegen so erfolgreich werden können wie ihre Vorgänger, steht noch in den Sternen. Der erste Schritt ist ihnen fulminant gelungen. Weiter geht es für die Skandinavier am 20. Juni (19 Uhr deutscher Zeit) gegen die Niederlande, am 26. Juni steht dann um 1 Uhr das Aufeinandertreffen mit Japan auf dem Programm. Für den weiteren Turnierverlauf drücken wir unserem ersten WM-Storch alle Daumen. Viel Erfolg, „Berra“!
