Am morgigen Mittwoch, den 13. Mai, findet erneut der alljährliche Trikottag statt. Der vor vier Jahren vom Deutschen Olympischen Sportbund ins Leben gerufene Tag soll die Sichtbarkeit des Vereinssports erhöhen und die Bedeutung der Sportvereine in den Mittelpunkt rücken. Dafür werden alle Sportvereinsmitglieder in Deutschland dazu aufgerufen, das Trikot ihres Heimatvereins den Tag über im Alltag zu tragen. Passend dazu werfen wir einen Blick auf einige besondere Trikots aus der langjährigen Geschichte unserer KSV Holstein – und damit auf Erinnerungen sowie Spielerinnen und Spieler, die unseren Verein geprägt haben.
Das Aufstiegstrikot
Ein besonderes Kapitel der jüngeren Vereinsgeschichte ist eng mit Jana Leugers verbunden. Geboren am 19. Mai 1988 in Lingen (Emsland), war sie über viele Jahre hinweg die unumstrittene Chefin im Mittelfeld der Holstein Women. Mit ihrer Spielintelligenz, Führungsstärke und Konstanz prägte sie eine ganze Ära und wurde 2015 zu Schleswig-Holsteins Fußballerin des Jahres gewählt. Im Sommer 2016 beendete sie schließlich ihre aktive Karriere und ist heute als Gymnasiallehrerin tätig.
Das hier gezeigte Trikot steht sinnbildlich für einen der größten Erfolge dieser Zeit: den Aufstieg in die 2. Bundesliga im Jahr 2014. Gemeinsam mit ihrem Team schrieb Jana Leugers damals Vereinsgeschichte und setzte einen Meilenstein für den Frauenfußball bei Holstein Kiel. Auch heute knüpfen die Holstein Women wieder an diese erfolgreichen Zeiten an. Nach dem Gewinn der Regionalliga-Meisterschaft am vergangenen Sonntag bietet sich erneut die Chance, den Sprung in die 2. Bundesliga zu schaffen. Vielleicht reiht sich also auch der diesjährige Dress der Holstein Women bald in die Reihe der Aufstiegstrikots ein.


Ein Stück Geschichte der Holstein Women
Die Frauenfußballabteilung von Holstein existiert seit 2004. Eine prägende Figur der Anfangszeit war dabei unter anderem Nina Jokuschies. Die heutige Sportpsychologin der Schweizer Nationalmannschaft spielte von 2004 bis 2009 bei den Holstein Women und war somit Teil des Gründungsteams. Nina feierte zudem bereits als junge Spielerin den Gewinn der U19-Weltmeisterschaft – einer der größten Erfolge einer Holstein-Athletin jemals. Außerdem erhielt sie die Auszeichnung zur SH-Fußballerin des Jahres 2009. Das Trikot ist ein Originaltrikot der ehemaligen Holstein Spielerin, mit dem Jokuschies 2008 auflief.


Aufstiegstrainer im Holstein-Dress
Ein bekanntes Gesicht im Holstein-Trikot ist André Breitenreiter. Vielen ist er heute vor allem als Aufstiegstrainer mit SC Paderborn 07 und Hannover 96 ein Begriff, doch auch bei der KSV hinterließ er bleibenden Eindruck. Das hier gezeigte Trikot stammt aus der Saison 2005/06, als Holstein Kiel unter Trainer Frank Neubart um den Aufstieg in die 2. Bundesliga kämpfte. Breitenreiter war in dieser Zeit ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft und lief insgesamt vier Jahre für die Störche auf. In 122 Spielen erzielte er dabei 18 Tore. Bis heute zählt André Breitenreiter zu den bekanntesten Spielern der jüngeren Vereinsgeschichte und steht sinnbildlich für eine ambitionierte Phase in den 2000er Jahren.


Die Jahrtausendwende
In der Saison 1999/2000 spielte Holstein Kiel in der Regionalliga Nord – damals die dritthöchste Spielklasse im deutschen Fußball. Auf dem Trikot der KSV prangte damals noch das Logo des damaligen Sponsors Veltins. Das weiße Auswärtstrikot ist ein getragenes Exemplar von Daniel Jurgeleit, der von 1999 bis 2003 für die KSV auf Torejagd ging. Auch das Heimtrikot stammt aus besonderem Besitz: Es wurde von Dirk Bremser in seiner letzten Saison als aktiver Fußballer getragen. Der gebürtige Bochumer ist inzwischen seit 2021 als Co-Trainer unserer Störche aktiv und steuerte somit unter anderem seinen Teil zum legendären Aufstieg in die Bundesliga bei.



Der „Ostsee-Gullit“
In der Saison 1991/92 trat Holstein Kiel in der drittklassigen Amateur-Oberliga Nord an. Bei dem abgebildeten Trikot aus der besagten Saison handelt es sich um ein Original-Trikot von Clemens Hoping, dem kreativen Kopf im damaligen Mittelfeld der Störche. Hoping erlangte in Kiel besondere Bekanntheit unter seinem Spitznamen „Ostsee-Gullit“ – in Anlehnung an den in Amsterdam geborenen Ruud Gullit, einen der prägendsten Spieler des Weltfußballs jener Zeit. Wie sein berühmtes Vorbild überzeugte auch Hoping durch seine herausragende Technik und Spielübersicht, die ihn zu einem echten Regisseur im Mittelfeld machten. Schon damals war der Ehrgeiz bei Holstein spürbar und der Blick richtete sich klar nach oben, mit dem Ziel, den Sprung in die 2. Bundesliga zu schaffen. Spieler wie Clemens Hoping verkörperten diesen Anspruch auf dem Platz.


Das erste Tor der 2. Bundesliga
Am 32. Spieltag der aktuellen Saison erzielte Phil Harris den 600. Zweitligatreffer der Störche und trug sich damit in die Geschichtsbücher ein. Den Anfang dieser besonderen Marke machte jedoch ein anderer: Volker Tönsfeldt. Am 9. August 1978 erzielte Tönsfeldt den allerersten Treffer für Holstein Kiel in der 2. Bundesliga und legte damit den Grundstein für die folgenden 600 Tore im Bundesliga-Unterhaus. Beim Zweitliga-Debüt der KSV in der Saison 1978/79 gegen Westfalia Herne traf er im Trikot mit der prestigeträchtigen Rückennummer elf. Als Aufsteiger schlug Holstein damals ein neues Kapitel der Vereinsgeschichte auf. Auch abseits des Platzes hat Tönsfeldts Werdegang besondere Facetten. Anfang der 1980er Jahre wanderte er als Jurist nach Schweden aus. Dem Fußball blieb er dennoch treu und ist heute sogar Teil der schwedischen Nationalmannschaft im Walking Football.


Die Nachkriegszeit
Im Jahre 1948 spielte unsere KSV in der erstklassigen Oberliga Nord. Das abgebildete Trikot aus eben diesem Jahr dürfte zu den wertvollsten Exemplaren im gesamten Holstein-Universum zählen. In einem solchen Dress liefen die großen Namen der frühen Nachkriegszeit für die Störche auf. Dazu gehörten unter anderem Nationalspieler Kurt Krüger sowie Paul Gräf und Franz Linken. Letzterer gilt unter Experten bis heute als einer der besten – wenn nicht sogar der beste – Spieler der Vereinsgeschichte. Das Trikot steht damit sinnbildlich für die Anfangsjahre des Fußballs in der Nachkriegszeit und für eine Ära, in der Holstein Kiel bereits auf höchstem Niveau im deutschen Fußball vertreten war.


Das Meistertrikot
Dieses Retro-Trikot steht für einen der größten Momente der KSV-Vereinsgeschichte. Unter dem Namen FV Holstein erreichte die KSV bereits 1910 die deutsche Vizemeisterschaft, ehe zwei Jahre später der ganz große Triumph folgte. Am 26. Mai 1912 gewann Holstein Kiel im Hamburger Stadion “Hoheluft” vor 10.000 Zuschauern die deutsche Meisterschaft. Das entscheidende Tor erzielte Ernst Möller – ein Name, der bis heute untrennbar mit diesem historischen Erfolg verbunden ist. Dieses Trikot symbolisiert damit nicht nur die Anfänge des Vereins, sondern auch den größten Titel in der Geschichte der Störche.

