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Younis Kamil leitete die Kurse mit Holsteins Nachwuchsteams.

Anti-Rassismus-Workshops setzen wichtige Impulse im NLZ

Im Rahmen der Präventionswochen im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) von Holstein Kiel macht es sich der Verein zur Aufgabe, unseren Jungstörchen nicht nur auf dem Fußballplatz wichtige Fähigkeiten zu vermitteln. In Vorträgen und Workshops stehen deshalb regelmäßig auch gesellschaftlich relevante Themen und Werte im Mittelpunkt. In der vergangenen Woche fanden für die U23, U19 und U17 sowie die Mitarbeitenden des NLZ Workshops zum Thema Anti-Rassismus statt. Geleitet wurden diese von Experte Younis Kamil.

Kamil ist studierter Sportwissenschaftler, war in der Sportpädagogik tätig und besitzt selbst die B-Lizenz als Trainer. Durch seine eigene Erfahrung als Spieler kennt er sowohl die Perspektive auf dem Platz als auch die Herausforderungen neben dem Spielfeld. Deshalb setzt er in seinen Workshops unterschiedliche Schwerpunkte – je nachdem, ob er mit Trainerinnen und Trainern, Mitarbeitenden oder Spielern arbeitet.

„Mein Ziel mit Trainerinnen und Trainern ist zunächst immer die Sensibilisierung dafür, was alles Rassismus ist und auf welchen Ebenen diese Thematik Auswirkungen hat. Sie sind am Ende dafür verantwortlich, Räume zu schaffen, in denen sich ihre Spieler wohlfühlen und sich bestmöglich entwickeln können. Bei den einzelnen Mannschaften geht es mir dagegen viel stärker darum, zu verdeutlichen, wie sie rassistische Diskriminierung erkennen und welche Vorurteile sie möglicherweise selbst haben. Daraus lassen sich dann entsprechende Verhaltensweisen entwickeln und mitgeben,“ erklärt Kamil.

Neben theoretischen Inhalten standen auch praktische Übungen auf dem Programm, die die Teilnehmenden aktiv einbezogen und zum Austausch anregten. Das Fazit des Referenten fiel im Anschluss durchweg positiv aus: „Ich spüre, dass Holstein diesem Thema mit einer großen Offenheit begegnet. In den Workshops habe ich viel Klarheit und Selbstreflexion erlebt. Außerdem haben die Spieler sehr aktiv mitgearbeitet und wertvolles Feedback gegeben.“

Kamil ist vor allem wichtig, dass die Teilnehmenden drei zentrale Erkenntnisse aus den Workshops mitnehmen. Erstens beginnt die Auseinandersetzung mit Rassismus und Diskriminierung immer bei der eigenen Haltung und dem Hinterfragen eigener Denkmuster. Zweitens wünscht er sich ein differenzierteres Verständnis des Begriffs „Rassismus“, der häufig ausschließlich mit großen öffentlichen Skandalen verbunden wird. Und drittens hofft er auf ein ehrlicheres Verständnis von Respekt sowie einen sachlichen und offenen Umgang mit dem Thema.

„Präventionsarbeit lebt vom Dialog. Younis Kamil verbindet wissenschaftliche Expertise mit persönlichen Erfahrungen und schafft dadurch einen Zugang, der unsere Spieler erreicht. Gerade diese Authentizität hat den Workshop besonders wertvoll gemacht und wichtige Impulse gegen Rassismus und Diskriminierung gesetzt“, erklärt Nico Berner, Pädagogischer Mitarbeiter in Holsteins Nachwuchsleistungszentrum, der für die Organisation der diesjährigen Rassismus-Workshops verantwortlich war.

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