6. Fakten: Die ruhmreichen Schalker Knappen

6 Fakten zum kommenden Gegner im Holstein-Stadion, dem siebenfachen Deutschen Meister FC Schalke 04

  1. Kurzhistorie: Kaum ein Fußballklub in Deutschland hat eine schillerndere und ruhmreichere Geschichte als der 1904 im Gelsenkirchener Stadtteil Schalke gegründete FC Schalke 04. Mit sieben Deutschen Meisterschaften und fünf DFB-Pokal-Siegen gehören die Königsblauen zu den erfolgreichsten Klubs im Land. 1937 holte Schalke als erster deutscher Verein das Double aus Pokal und Meisterschaft. Am 21. Mai 1997 feierte Schalke durch einen 4:1-Erfolg im Elfmeterschießen vor über 80.000 Zuschauern in Mailand den Gewinn des UEFA-Pokals. Mit 160.000 Mitgliedern ist der FC Schalke 04 der viertgrößte Verein Deutschlands. Laut einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Allensbach im Frühjahr 2021 interessierten sich 24 Millionen der 71 Millionen Deutschen ab 14 Jahren für den FC Schalke 04, 7,44 Millionen „ganz besonders“. Nur der FC Bayern und der Erzrivale BVB haben bessere Zahlen.
  • Abstieg: Der Gang in die 2. Bundesliga im Sommer 2021 war nach 1981, 1983 und 1988 bereits der vierte Bundesliga-Abstieg für den FC Schalke 04. Mit nur drei Siegen und 16 Zählern schlossen die Knappen als drittschlechtester Absteiger der Bundesliga-Geschichte ab. Nur der Wuppertaler SV (14 Punkte Saison 1974/75) und Tasmania Berlin (10 Punkte Saison 1965/66) beendeten die Saison mit weniger Zählern. Laut Sportschau.de musste Schalke den Spieleretat nach dem Abstieg von zuletzt 80 Mio. Euro auf 20 Mio. Euro senken.
  • Stadion: Gleich drei Spielstätten erreichten in der Vereinsgeschichte Kultstatus. Die im August 1927 auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Consolidation eröffnete Glückauf-Kampfbahn erlebte die Glanzzeit der Schalker Knappen, in der siebenmal die Deutsche Meisterschaft gefeiert werden durfte. Von 1973 bis 2001 trug der FC Schalke dann seine Heimspiele in dem neu erbauten Parkstadion aus. Hier wurden bei der WM 1974 fünf Partien ausgetragen. Die Anlage, die auf dem alten Gelände des Flugplatzes Buer errichtet worden war, fasste zunächst 70.600 Zuschauer, nach dem Umbau 1998 bot es noch 62.004 Zuschauerplätze. Im Sommer 2001 zog der FC Schalke 04 dann in die hoch moderne Arena Auf Schalke – heute Veltins-Arena – um. Bei Fußballspielen auf nationaler Ebene passen 62.271 Zuschauer in die Multifunktionsarena mit verschließbarem Dach, bei internationalen Spielen aufgrund des Stehplatzverbotes „nur“ 54.740 Zuschauer. Teile des früheren Parkstadions werden seit Anfang 2020 für Spiele der Nachwuchsmannschaften genutzt.
  • Duelle: Auch wenn der FC Schalke 04 und die Kieler Störche in dieser Saison erstmals  in einer Spielklasse aufeinandertreffen, hatten es die bisherigen Duelle durchaus in sich. Mitten im 2. Weltkrieg, genauer gesagt am 12. Oktober 1941, wenige Tage nach der Wiederaufnahme der Offensive auf Moskau, reisten die Störche mit dem Zug in den Westen. Zielort war mit der Glückauf-Kampfbahn auf Schalke einer der legendärsten Orte deutscher Fußballgeschichte.  Und hier sollte die KSV im Halbfinale des Tschammer-Pokals auf die Knappen treffen. Durch Siege gegen den Hamburger SV (2:1), Werder Bremen (2:1), Blau-Weiß 90 Berlin (4:0) und dem 2:1 vor 12.000 Zuschauern auf dem Holsteinplatz gegen den 1. SV Jena hatte Holstein als Spitzenteam der Gauliga Nordmark überraschend den Halbfinaleinzug geschafft. Doch in Kiel war man traurig. Da stand der Altmeister von der Förde endlich mal wieder im Rampenlicht der Öffentlichkeit, zog im Halbfinale das attraktivste Los überhaupt und musste ärgerlicherweise auswärts antreten. Für die erfolgsverwöhnten Schalker um Ernst Kuzorra und Fritz Szepan war das Gastspiel der Nordlichter gewöhnlicher Alltag. Und auch die Fans konnten sich für das Duell gegen die Störche nicht richtig erwärmen. So strömten „nur“ 15.000 Zuschauer in die Glückauf-Kampfbahn und sahen einen 6:0-Erfolg der pausenlos überlegenen Knappen. So richtig tilgen konnte Holstein die Schmach erst zwei Jahre später im Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft. Seit 1937 hatte Schalke ununterbrochen im Endspiel um die „Deutsche“ gestanden, doch an jenem Mai-Tag schaltete die KSV um die beiden Gastspieler Werner Basler und Ottmar Walter die Schaltstellen der Schalker gekonnt aus, zwangen die Knappen beim überragenden 4:1 unter dem schier ungläubigen Jubel der 18.000 Zuschauer auf dem Holsteinplatz in die Knie und durften sich über die wahrscheinlich beste Leistung der Vereinsgeschichte freuen. Eine nette Randnotiz ist auch die Tatsache, dass der FC Schalke 04 im September 2000 anlässlich des 100. Vereinsgeburtstages der KSV seine Visitenkarte im Holstein-Stadion abgab. Beide Klubs hatten damals den gemeinsamen Hauptsponsor Veltins. Das Spiel endete damals 5:3 für die Gäste aus Gelsenkirchen um Andreas Möller, Olaf Thon und Gerald Asamoah.
  • Ein Kieler Held: Als der FC Schalke 04 1997 im Mailänder Guiseppe-Meazza-Stadion den Sieg im UEFA-Pokal feiern durfte, stand mit Oliver Held (geb. 10. September 1972) ein gebürtiger Kieler auf dem Rasen. Von 1993 bis 1995 trug der beim VfB Kiel und der SV Friedrichsort groß gewordene Mittelfeldspieler in 57 Spielen (6 Tore) das Holstein-Trikot. Für Schalke absolvierte Held von 1995 bis 2001 97 Erstliga-Einsätze, ehe er für seine letzte Saison im Profibereich zum damaligen Bundesligisten FC St. Pauli wechselte. Bekannt wurde Oliver Held auch durch seine Handabwehr, mit der er in der Saison 1997/98 im Duell gegen den 1. FC Köln einen Ball auf der Linie parierte und auf Nachfrage des Schiedsrichters angab, den Ball mit dem Kopf gespielt zu haben.
  • Die besten Schalker aller Zeiten: Das Fußballkulturmagazin 11 FREUNDE präsentierte vor fünf Jahren die 14 besten Schalke-Spieler aller Zeiten. Genannt wurden dabei Torwart Manuel Neuer (200 Spiele), Rolf Rüssmann (331 Spiele/36 Tore), Olaf Thon (382/73), Klaus Fichtel (514/15), Jiri Nemec (303/8), Mike Büskens (298/16), Marc Wilmots (174/37), Fritz Szepan (387/284), Ernst Kuzorra (395/363), Ebbe Sand (269/99), Klaus Fischer (320/196), Rüdiger Abramczik (212/48), Marcelo Bordon (223/17) und Raul (98/40). Spieler wie Torwart Norbert Nigbur, Ingo Anderbrügge und Stan Libuda schafften es nicht in die Auswahl der 11 FREUNDE. Als bester Trainer der Klubhistorie gilt noch immer Huub Stevens, mit dem Schalke 1997 den UEFA-Cup holte.

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