BVB im DFB-Pokal-Halbfinale eine Nummer zu groß

Fin Bartels im Duell mit Dortmunds Raphael Guerreiro

Die KSV hat den großen Traum vom DFB-Pokal-Finale in Berlin verpasst. Die Störche unterlagen am Samstagabend im Pokal-Halbfinale im Signal Iduna Park bei Borussia Dortmund mit 0:5 (0:5).

KSV-Coach Ole Werner nahm im Vergleich zum 1:1-Unentschieden beim 1. FC Nürnberg in der Liga vier Veränderungen in der Startformation vor: Auf den defensiven Außenbahnen verteidigten Marco Komenda und Jannik Dehm anstelle von Johannes van den Bergh und Phil Neumann, auf den offensiven Außenbahnen liefen Fabian Reese und Fin Bartels anstelle von Joshua Mees und Finn Porath auf.

Holstein konnte die Anfangsphase ausgeglichen gestalten, sodass die Gastgeber zunächst nicht gefährlich vors Kieler Gehäuse kamen. Das änderte sich jedoch nach einer Viertelstunde schlagartig: Nachdem Thorgan Hazard die erste Gelegenheit aus halbrechter Position vergeben hatte (13.), folgten aus KSV-Sicht bittere 16 Minuten. In der 16. Minute lag der Ball plötzlich im Kieler Netz, als Jadon Sancho Giovanni Reyna bediente, der das Leder ansatzlos aus 15 Metern ins rechte untere Eck schlenzte. Holstein konnte sich kaum schütteln, da legte der BVB bereits nach. Marco Reus passte von der Grundlinie an den Fünfmeterraum zurück, wo Raphael Guerreiro vorbei an Marco Komenda und KSV-Torwart Thomas Dähne per Hacke auf Reyna verlängerte, der nur noch einzuschieben brauchte (23.). Drei Minuten später musste Dähne den Ball erneut aus dem Netz holen, nachdem Reus einen feinen Chip-Pass von Emre Can aus vollem Lauf am Kieler Keeper vorbei ins rechte untere Eck eingeschoben hatte. In der Folge versuchte Holstein zu verkürzen, hatte allerdings kein Fortune, als Fabian Reeses Schlenzer aus 15 Metern an den rechten Pfosten klatschte (27.). Stattdessen schlug die Borussia ein viertes Mal zu, als Jonas Mefferts Rückpass auf Hauke Wahl verunglückte, sodass Hazard dem Kieler Kapitän enteilen und zum 4:0 einschieben konnte (32.). Zu Holsteins bitterer erster Halbzeit passte, dass Janni Serra zwei Minuten zuvor verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste (30.) und Jude Bellingham kurz vor der Pause gar den fünften Treffer nachlegte, als sein Schuss von Simon Lorenz derart unglücklich abgefälscht wurde, dass er aus 18 Metern unhaltbar für Dähne in der Mitte des Tores einschlug (42.). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte verpasste Reyna seinen dritten Treffer, als er einen Drehschuss knapp neben den rechten Pfosten setzte (45.+1).

Arslan und Porath verpassen den Ehrentreffer

Nach dem Seitenwechsel schaltete der BVB einen Gang zurück, während die KSV versuchte, zum Ehrentreffer zu kommen. Doch Ahmet Arslans Kopfball aus aussichtsreicher Position geriet zu mittig (64.) und Finn Poraths Schussversuch wurde in letzter Sekunde von Mats Hummels geblockt (67.). Auf der Gegenseite lupfte Bellingham den Ball aus spitzem Winkel knapp am langen Pfosten vorbei (76.) und Hummels scheiterte per Kopf an Dähne (84.). So stand am Ende eine deutliche Halbfinalniederlage zu Buche gegen eine Dortmunder Mannschaft, die einfach eine Nummer zu groß war und sich insbesondere in Halbzeit eins in Galaform präsentierte. Hoch anzurechnen war den Störchen, dass sie trotz des deutlichen Halbzeitrückstandes nicht aufsteckten und mit einer beherzten Leistung in der zweiten Hälfte keinen weiteren Gegentreffer zuließen. Auch wenn der große Traum vom Finale in Berlin nicht wahr wurde, so kann die KSV dennoch auf eine historische Pokal-Saison 2020/21 zurückblicken, die in Erinnerung bleiben wird.

Statistik:

Dortmund: Hitz – Piszczek (62. Morey/74. Meunier), Akanji, Hummels, Guerreiro – Can (62. Delaney), Bellingham, Reus (62. Reinier), Reyna (46. Brandt), Sancho – T. Hazard. Trainer: Terzic.

KSV: Dähne – Dehm (46. Neumann), Wahl, Lorenz, Komenda – Hauptmann, Meffert, Lee (76. Girth) – Bartels (68. Mees), Serra (30. Arslan), Reese (46. Porath). Trainer: Werner.

Schiedsrichter: Dingert (Gries) – Tore: 1:0 Reyna (16.), 2:0 Reyna (23.), 3:0 Reus (26.), 4:0 Hazard (32.), 5:0 Bellingham (42.) – Zuschauer: keine.

Stimmen zum Spiel:

Jonas Meffert: „Wir sind nur schwer in die Zweikämpfe gekommen. Dortmund hat eine andere Qualität als wir. Wir müssen komplett fit sein, um hier eine Chance zu haben. Wir sind trotzdem bis ins Halbfinale gekommen. Darauf können wir stolz sein.“

Marco Komenda: „Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben dann aber nachgelassen und waren in den Zweikämpfen oft einen Schritt zu spät. In der zweiten Halbzeit ist uns das besser gelungen. Darauf, dass wir bis ins Halbfinale gekommen sind, können wir trotzdem stolz sein.“

Hauke Wahl: „In der ersten Halbzeit hat uns Dortmund klar die Grenzen aufgezeigt. Wir hatten eine gute Anfangsviertelstunde, hatten danach aber zu große Abstände und waren nicht mutig genug in den Zweikämpfen. Nach der Pause haben wir ein anderes Gesicht gezeigt, auch wenn Dortmund zwei Gänge heruntergeschaltet hat. Dennoch ist es eine Enttäuschung für uns.“

Fin Bartels: „Es war klar, dass für uns heute alles passen muss, um hier eine Chance zu haben. Mit der ersten Halbzeit können wir nur schlecht leben. Dortmund war ein enorm starker Gegner, der sich nach der Führung in einen Rausch gespielt hat. Man kann hier verlieren, aber wir hätten sie nicht so spielen lassen dürfen. Das schmerzt.“

Die Pressekonferenz nach #BVBKSV:

Fin Bartels nach der Halbfinal-Niederlage in Dortmund:

Impressionen vom DFB-Pokal-Halbfinale beim BVB:

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