Der letzte DDR-Meister – 6 Fakten zum Gegner Hansa Rostock

Durch einen 3:1-Erfolg gegen Dynamo gewann Hansa als letzter Club die DDR-Meisterschaft und blickt nicht nur deshalb auf eine spannende Vergangenheit zurück.

  • 1. Bundesliga: Hansa Rostock und Dynamo Dresden waren nach der Wiedervereinigung die einzigen Klubs aus der früheren DDR, die sich für die erste gesamtdeutsche Bundesliga-Saison qualifizieren konnten. Während sich Hansa nach nur einem Jahr aus der 1. Bundesliga verabschiedete, konnte sich Dynamo immerhin drei Jahre lang halten.

  • 2. Statistik: Hansa Rostock rangiert in der Ewigen DDR-Oberliga-Tabelle auf Rang 10, in der Ewigen Tabelle der 1. Bundesliga steht Hansa als immer noch bester Ost-Verein vor RB Leipzig (29) und Dynamo Dresden (38) auf Rang 27, in der Ewigen Zweitliga-Tabelle auf Rang 43. Am Freitagabend steigt im Ostseestadion das insgesamt elfte Pflichtspiel zwischen Hansa und den Störchen. Im ersten Aufeinandertreffen im August 2008 siegte Hansa – mit Fin Bartels – im DFB-Pokal mit 2:0 im Holstein-Stadion. Danach folgten zwei Siege für Hansa, drei Unentschieden und vier Niederlagen. In der Hinrunde der laufenden Zweitliga-Saison setzte sich Rostock mit 2:0 im Holstein-Stadion durch. Es war das erste Duell beider Teams in der 2. Bundesliga.

  • 3. Rekordtrainer: Vom 1. Januar 1959 bis zum 14. April 1965 stand Walter Fritzsch beim Hansa-Vorgänger SC Empor an der Seitenlinie, er ist damit Rostocks Rekordtrainer. Fritzsch besaß kein Trainerdiplom! Dennoch führte er die Ostseestädter zwischen 1962 und 1964 dreimal zur DDR-Vizemeisterschaft und 1960 in das Finale um den DDR-Pokal (2:3 gegen Motor Jena). Als der SC Empor 1965 nur den 5. Platz in der Oberliga erreichte, trennte sich der Klub von Fritzsch. Im Anschluss gewann er mit Dynamo Dresden fünf DDR-Meistertitel und zwei DDR-Pokalsiege. Fritzsch verstarb 1997 in Dresden. Besonderen Kult-Status besitzen in Rostock weiterhin Oberliga-Meistertrainer Uwe Reinders (1991) und Bundesliga-Aufstiegstrainer Frank Pagelsdorf (2007).

  • 4. Erfolge: Im August 1991 feierte Rostock beim 2:1 in München seinen vielleicht größten Bundesliga-Sieg. Im gleichen Jahr feierte Hansa den NOFV-Pokalsieg. Unerreicht auch die beiden sechsten Plätze in der 1. Bundesliga 1995/96 und 1997/98 sowie der Einzug in das DFB-Pokal Halbfinale in der Saison 1999/2000. Nach Dynamos Verschwinden aus dem Profifußball brach dann erneut eine große Zeit für Hansa Rostock an: Unter Frank Pagelsdorf schaffte der Verein 2007 den Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga und hielt sich zehn Jahre lang in der höchsten deutschen Spielklasse. Im Sommer 2021 gelang Rostock das Comeback in der 2. Bundesliga.

Fanblock in Rostock

  • 5. Bekannte Spieler: Hilmar Weilandt kam 1980 in die Jugendabteilung des FC Hansa Rostock. Zur Saison 1986/87 rückte der Defensivspieler in den Ligakader auf. Nach 405 Pflichtspieleinsätzen für den FC Hansa Rostock – darunter 365 Liga-, 36 Pokal- und vier Europapokaleinsätze – beendete Weilandt im Sommer 2002 seine aktive Karriere, die er durchgehend bei Hansa verbracht hatte. Weilandt ist damit der Spieler mit den meisten Liga-Einsätzen für Rostock und bestritt nach Juri Schlünz (406) die meisten Pflichtspieleinsätze für Hansa. Besser bekannt an der Kieler Förde ist vor allem Jens Dowe, der in Rostock das Fußballspielen erlernte und von 1989 bis 1994 sowie zwischen 1997 und 1999 das Hansa-Trikot trug. Dowe gewann mit Hansa in der letzten DDR-Saison das Double und qualifizierte sich durch den Gewinn der Oberliga-Meisterschaft mit Hansa für den Europapokal der Landesmeister. Er trug in 88 Spielen das Bundesliga-Trikot der Hanseaten. Von 2002 bis 2004 spielte Jens Dowe in der drittklassigen Regionalliga Nord für Holstein Kiel.

  • 6. Gründungsjahr: Gegründet wurde der FC Hansa als Fußballclub am 28. Dezember 1965 mit der Ausgliederung der Fußballabteilung aus dem am 11. November 1954 gegründeten SC Empor Rostock und ist bis heute mit zwölf Bundesliga-Jahren die erfolgreichste Mannschaft der ehemaligen DDR im wiedervereinigten Fußball-Deutschland.

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