Die bisherige Hinrunde der KSV: Ein kurzer Rückblick

Alexander Mühling erzielt per Elfmeter den Siegtreffer gegen Fortuna Düsseldorf. Es war der zweite seiner bisherigen sechs Saisontreffer

Die Saison 2020/21 ist die vierte Saison in Folge der KSV Holstein in der 2. Fußball-Bundesliga. Seit dem Aufstieg im Sommer 2017 gerieten die Störche nie ernsthaft in Abstiegsgefahr, sondern belegten in den vergangenen Spielzeiten die Tabellenplätze drei (2018), sechs (2019) und elf (2020). Folglich lautete das Ziel vor der aktuellen Saison, sich weiterhin in Liga zwei zu etablieren. Und was soll man sagen – aktuell ist die Mannschaft von Trainer Ole Werner auf dem besten Wege, diese Vorgabe in die Tat umzusetzen. In der laufenden Spielzeit ist zwar aufgrund der Corona-Pandemie vieles anders – späterer Saisonstart Mitte September, nur wenige beziehungsweise momentan erneut keine Zuschauer in den Stadien, keine Winterpause – doch bisher lassen sich die Kieler trotz aller Widrigkeiten nicht von ihrem eingeschlagenen Weg abbringen. In der aktuellen Runde waren sie nie niedriger als auf Rang sieben positioniert und bewegten sich dementsprechend vornehmlich im oberen Drittel der Tabelle.

Bewegung im KSV-Kader

Und das, obwohl auch in diesem Sommer einiges an Bewegung im KSV-Kader zu verzeichnen war. Insgesamt elf Spieler verließen das Storchennest: Die Leihen von Emmanuel Iyoha, Salim Khelifi, Darko Todorovic und Salih Özcan endeten, Young-Jae Seo, Dominik Schmidt, Tobias Fleckstein und Michael Eberwein schlossen sich anderen Klubs an und Timon Weiner, Philipp Sander und Daniel Hanslik wechselten auf Leihbasis allesamt in die 3. Liga. Dem standen mit Jonas Sterner, Niklas Hauptmann, Fin Bartels, Thomas Dähne, Marco Komenda, Simon Lorenz, Ahmet Arslan und Joshua Mees acht Neuzugänge gegenüber. Die zuvor ausgeliehenen Benjamin Girth und Noah Awuku kehrten zurück an die Förde. Zudem schloss sich kurz vor Weihnachten der Däne Mikkel Kirkeskov der KSV an, während Lion Lauberbach kurz nach den Festtagen bis zum Saisonende an den FC Hansa Rostock ausgeliehen wurde.

Starker Auftakt in Pokal und Liga

Dass der neu formierte KSV-Kader schnell zueinander fand und zu einer gut funktionierenden Einheit wurde, zeichnete sich bereits zu Saisonbeginn ab, als man in den ersten vier Begegnungen direkt auf alle Auf- und Absteiger traf. Nachdem im DFB-Pokal gegen den baden-württembergischen Oberligisten 1. FC Rielasingen-Arlen souverän der Einzug in die zweite Runde perfekt gemacht wurde (7:1), gelang auch in der 2. Bundesliga ein starker Start. Zum Auftakt siegte die Werner-Elf dank eines Treffers von Alexander Mühling im Heimspiel gegen den Erstliga-Absteiger SC Paderborn mit 1:0. Es war das erste Ligaspiel seit Anfang März, bei dem aufgrund der Teilrückkehr der Fans wieder einige Zuschauer live im Holstein-Stadion dabei sein durften. Nach einem torlosen Remis bei Aufsteiger Eintracht Braunschweig setzte sich die KSV zuhause auch gegen den zweiten Bundesliga-Absteiger durch. Gegen Fortuna Düsseldorf gingen die Hausherren durch ein Eigentor von Florian Hartherz vor der Pause in Führung, die Jonas Meffert ebenfalls per Eigentor egalisierte. Den Siegtreffer erzielte, wie schon im ersten Heimspiel gegen Paderborn, erneut Mühling – dieses Mal kurz vor Schluss per Handelfmeter. Den gelungenen Start in die neue Spielzeit rundete der anschließende erste Auswärtssieg ab. Beim Aufsteiger Würzburger Kickers brachte Janni Serra die Gäste aus Kiel nach feiner Vorarbeit von Jae-Sung Lee in der ersten Hälfte in Führung, nach der Pause sorgte Lars Dietz per Eigentor für den 2:0-Endstand.

Der Rückkehr der Zuschauer folgten erneut Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Es folgten vier Partien, in denen die Störche trotz zumeist ansprechender Vorstellungen keinen weiteren Dreier einfahren konnten. Im Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth musste die Werner-Elf die erste Saisonniederlage hinnehmen. Nachdem die Franken sich eine 3:0-Führung erspielt hatten, verkürzte Mühling noch zum 1:3-Endstand. Anschließend erkämpften sich die Kieler trotz 75-minütiger Unterzahl – Phil Neumann hatte nach einer Viertelstunde die Rote Karte gesehen – dank Serras Ausgleichstreffer einen Punkt beim FC Erzgebirge Aue (1:1). Die Partie, die Ende Oktober im Erzgebirgsstadion stattfand, war aufgrund steigender Corona-Infektionszahlen in ganz Deutschland vorerst die letzte vor Zuschauern, ehe die Spiele der deutschen Profi-Ligen seit November wieder ausschließlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen werden. So fand das Nordduell gegen den Hamburger SV im Holstein-Stadion ohne Fans statt. Diese hätten in der Nachspielzeit sicherlich für mächtig Lärm gesorgt. Denn nachdem Moritz Heyer die Rothosen vor der Pause in Front gebracht hatte, rettete Joker Joshua Mees der KSV mit seinem Tor kurz vor Abpfiff noch einen umjubelten Punkt. In der Folgewoche fiel im Heimspiel der KSV gegen den 1. FC Heidenheim erneut ein spätes Tor – dieses Mal allerdings zu Ungunsten der Gastgeber. Hatten Jonas Föhrenbach per Eigentor sowie Mühling per Strafstoß die Störche bereits auf die Siegerstraße geführt, so brachte Christian Kühlwetter sie durch zwei Treffer in der Schlussphase wieder von selbiger ab (2:2). Der folgende 3:0-Auswärtssieg bei Hannover 96 (Tore: Mühling, Eigentor Kaiser, Serra) sorgte dafür, dass Holstein sich weiterhin im oberen Tabellendrittel bewegte.

Der perfekte Dezember

Was folgte, war ein schier unglaublicher Dezember. Im Jahresendspurt spielten die Störche noch einmal ganz groß auf und konnten die letzten vier Begegnungen des Jahres allesamt für sich entscheiden. Los ging’s mit dem Heimsieg gegen den VfL Bochum Anfang des Monats. Die Kieler hatten als Tabellenvierter den Zweiten aus Bochum zum Topspiel zu Gast – und behielten die drei Punkte zuhause, weil Mühling vor der Pause gewohnt sicher einen Handelfmeter zur Führung verwandelte. Zwar glich Simon Zoller postwendend aus, doch nach dem Seitenwechsel machten Fin Bartels mit seinem ersten Zweitliga-Tor für die KSV nach seiner Rückkehr an die Förde sowie Lee per schnellem Doppelschlag den Heimerfolg perfekt. Mit genügend Rückenwind ging es in die Englische Woche, die es noch einmal in sich haben sollte. Zu Beginn gelang dank zwei Toren von Lee sowie eines Bartels-Treffers ein 3:2-Sieg beim SSV Jahn Regensburg, ehe Bartels im Heimspiel unter der Woche gegen den 1. FC Nürnberg tief in die Trickkiste griff. In einer engen Partie machte der Routinier den Unterschied, als er per artistischem Seitfallzieher in der Schlussphase den 1:0-Siegtreffer erzielte. Den krönenden Jahresabschluss bildete der 2:0-Auswärtssieg beim SV Sandhausen, den Jannik Dehm per sehenswertem, direkt verwandelten Freistoß sowie Serra per Handelfmeter sicherten. Es war nicht nur im insgesamt fünften Anlauf der erste Auswärtssieg der Störche bei den Kurpfälzern, sondern auch der fünfte Zweitliga-Sieg in Folge – Vereinsrekord! So gingen die Kieler mit der Bilanz von acht Siegen, vier Unentschieden und nur einer Niederlage in die kurze Weihnachtsunterbrechung, die mit dem Heimspiel am Sonntag gegen den VfL Osnabrück (Anstoß: 13.30 Uhr) endet.

Voller Terminkalender im Januar

Der Terminkalender der kommenden Wochen ist prall gefühlt. Im Januar stehen sieben Spiele – darunter auch das DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern München am 13. Januar – auf dem Programm. Doch im Kieler Lager ist man guter Dinge, dank des breit aufgestellten Kaders auch in diesem Jahr an die starken Leistungen der bisherigen Hinrunde anknüpfen zu können. Auf ein erfolgreiches Jahr 2021!

Impressionen der bisherigen Hinrunde:

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