Hauke Wahl: „Der Pokal kann sehr viel Spaß machen“

KSV-Kapitän Hauke Wahl in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen Bayerns Thomas Müller

Mit seinem Kopfballtreffer in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit hatte Hauke Wahl großen Anteil daran, dass den Störchen in der 2. Runde des DFB-Pokals gegen den FC Bayern München eine große Überraschung gelang (8:7 nach Elfmeterschießen). Vor dem Achtelfinale gegen den SV Darmstadt 98 blickt der KSV-Kapitän noch einmal auf diesen besonderen Abend zurück und spricht auch über weitere DFB-Pokal-Highlights seiner bisherigen Karriere.

Was waren deine ersten Gedanken, als du erfahren hast, dass ihr in der 2. Runde des DFB-Pokals  den FC Bayern München empfangt?

Wahl: Mein Handy hat nach der Auslosung quasi ohne Ende geklingelt. Es war klar, dass nun die Chancen auf ein Weiterkommen schwinden würden. Ich habe mich zwar auf dieses Spiel gefreut, wäre aber lieber in einer späteren Runde auf die Bayern getroffen.

Ihr konntet die Partie ausgeglichener gestalten als es viele vorher vermutlich erwartet hätten. Was waren aus deiner Sicht die Gründe dafür?

Wir waren mutig, haben schnell Lust am Spiel entwickelt und gemerkt, dass wir unsere Stärken einbringen können. Auch nach dem Rückstand haben wir weitergemacht und uns auf uns konzentriert. Mit der Zeit hat man das Gefühl entwickelt, dass wir dagegenhalten können.

Dein Kopfballtor in der Nachspielzeit hat dafür gesorgt, dass die Partie in die Verlängerung ging. Wie hast du die Szene in Erinnerung?

Ich bin relativ frei zum Kopfball gekommen und habe mich geärgert, dass ich den Ball nicht richtig getroffen habe. Als er trotzdem im Netz lag, war die Freude riesig. Danach war mein erster Gedanke, dass wir jetzt in die Verlängerung müssen und die Kräfte enger werden könnten.

Ab wann hattest du das Gefühl, dass an diesem kalten Abend im Holstein-Stadion für euch etwas möglich sein könnte?

Darüber habe ich nie wirklich nachgedacht. Ich hatte eher im Spiel einfach ein gutes Gefühl. Auch in der Verlängerung hatte ich nicht die Sorge, dass wir noch ein Gegentor kassieren. Im Elfmeterschießen wusste ich, dass jetzt natürlich alles möglich ist.

Was war – abgesehen von diesem Erfolg gegen die Bayern – dein intensivstes Pokalerlebnis?

Der 2:1-Sieg in der 2. Runde des DFB-Pokals im Oktober 2018 mit Holstein zuhause gegen den SC Freiburg. Wir haben damals auch einen Bundesligisten rausgeworfen und sind ebenfalls nach einem frühen Gegentor zurückgekommen. Es war eine echte Pokalschlacht, in der unser Torhüter Kenneth Kronholm in der Nachspielzeit noch eine Riesenchance der Freiburger gehalten hat. Mit Fans im Rücken war das nochmal etwas Anderes.

Sind Spiele im DFB-Pokal für dich generell etwas Besonderes?

Ja, auf jeden Fall. Es sind echte „Do-or-die-Spiele“, sprich: Entweder du gewinnst oder du bist raus. Wenn Zuschauer im Stadion sind, merkt man richtig, dass in Pokalspielen eine ganz besondere Stimmung entstehen kann. Der Pokal kann sehr viel Spaß machen.

Ihr habt bereits vor neun Tagen in der Liga beim SV Darmstadt 98 gespielt und auswärts 2:0 gewonnen. Welche Schlüsse lassen sich daraus für die heutige Pokalpartie ziehen?

Wir wissen jetzt grob, wie der Gegner tickt. Auf der anderen Seite weiß der Gegner nun auch, wie wir spielen. Es wird ein anderes Spiel, weil es ein Pokalspiel ist und wir zuhause spielen. Wir müssen wie schon in Darmstadt gut verteidigen und präsent in den Strafräumen sein. Die Basics müssen sitzen.

Vor neun Jahren schafften es die Störche zum ersten und letzten Mal ins Viertelfinale des DFB-Pokals. Was stimmt dich positiv, dass dieses Kunststück heute erneut gelingt?

Ich war damals gerade erst nach Kiel gewechselt und es war mein erstes Spiel als Zuschauer im Holstein-Stadion. Holstein hat damals als Regionalliga-Mannschaft schon guten Fußball gespielt. Mein Ziel ist es jetzt, mit einem Sieg heute zu einem der neuen Pokalhelden zu werden.

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