Nach Führung: Störche verlieren gegen Wiesbaden

Johannes van den Bergh (li.) wird von Wiesbadens Torschützen Stefan Aigner gelegt.

Die KSV hat am Samstagnachmittag eine Heimniederlage kassiert. Die Störche unterlagen im Holstein-Stadion dem SV Wehen Wiesbaden mit 1:2 (1:1). Hauke Wahl brachte Holstein in Führung, die Jeremias Lorch kurz vor der Pause ausglich. Nach dem Seitenwechsel erzielte Stefan Aigner den Siegtreffer.

KSV-Trainer Ole Werner hatte im Vergleich zum 3:3 beim Hamburger SV einmal umstellen müssen: Für den verletzten Jae Sung Lee rückte Finn Porath in die Startelf. Die Störche wirkten von Beginn an frisch und kombinierten sich sogleich zwei Mal bis vors Wiesbadener Tor durch, doch beim ersten Angriff stand Salih Özcan im Abseits (2.), ehe kurz darauf Fabian Reeses Querpass von SVWW-Keeper Heinz Lindner abgefangen wurde (4.). Eine Minute später hatte die KSV Glück, als ein Abpraller bei Stefan Aigner landete, der den Ball drei Meter vor dem Kieler Gehäuse jedoch nicht richtig traf, sodass dieser am langen Pfosten vorbeitrudelte. Nach dem frühen verletzungsbedingten Wechsel – Alexander Mühling konnte nicht weiterspielen und wurde von Jannik Dehm ersetzt (13.) – mussten sich die Gastgeber zunächst einmal neu ordnen, sodass es gegen früh anlaufende und munter mitspielende Hessen eine offene Partie war. So war es eine Standardsituation, die Blau-Weiß-Rot die Führung bescherte: Özcan hob den Ball auf den zweiten Pfosten, von wo Phil Neumann per Kopf querlegte, sodass Hauke Wahl den Ball über die Linie drücken konnte (21.). 120 Sekunden danach hätte Dehm fast nachgelegt, doch Lindner lenkte eine Reese-Flanke noch entscheidend um. Die Störche blieben das gefährlichere Team, den Freistoß von Finn Porath entschärfte Lindner allerdings sicher (34.). Kurz vor der Pause kamen die Gäste dann etwas überraschend zum Ausgleich, als Jeremias Lorch der Abpraller in Folge eines Freistoßes vor die Füße fiel und der Wiesbadener Außenverteidiger den Ball vorbei an Holstein-Keeper Ioannis Gelios zum 1:1-Halbzeitstand ins Kieler Netz bugsierte (41.). In der Nachspielzeit prüfte Sascha Mockenhaupt aus der Distanz nochmal Gelios, dann flüchteten sich beide Teams vor dem norddeutschen Schietwetter in die Kabinen.

Aigner dreht die Partie – Kieler Sturmlauf wird nicht belohnt

Aus diesen kamen die Wiesbadener schwungvoller. Lorch bediente Marcel Titsch Rivero, der die Kugel knapp am linken Pfosten vorbeigrätschte (48.). Die Wiesbadener waren nun deutlich präsenter – und drehten tatsächlich das Spiel: Der frühere Kieler Manuel Schäffler legte per Hacke auf Aigner ab, der Gelios tunnelte und somit die Partie zugunsten seiner Farben drehte (56.). Die Hausherren tauchten erstmals wieder nach 63 Minuten gefährlich vor dem gegnerischen Gehäuse auf, doch Porath köpfte freistehend links am Kasten vorbei. Auch sein satter Flachschuss landete vier Minuten später einen guten Meter links neben dem Tor. Die Kieler mühten sich – und kamen zu weiteren Gelegenheiten: Reeses Schuss drehte Lindner um den Pfosten (73.) und der Kopfball des eingewechselte Lion Lauberbach geriet zu mittig (75.). Nach 79 Minuten dezimierte sich der Aufsteiger selbst, als Paterson Chato wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah. In der Schlussphase warfen die Störche noch einmal alles nach vorne, doch es mangelte beim Abschluss am nötigen Fortune: Poraths Distanzknaller wurde von Lindner entschärft (90.) und Wahl setzte seinen Kopfball links neben das Tor (90.+1), sodass Wiesbaden letztlich drei Punkte aus dem Holstein-Stadion entführte.

Statistik:

KSV: Gelios – Neumann (60. Lauberbach), Wahl, Thesker, van den Bergh – Özcan, Meffert, Mühling (13. Dehm/84. Schmidt) – Reese (84. Atanga), Iyoha (84. Baku), Porath. Trainer: Werner.

Wiesbaden: Lindner – Lorch, Mockenhaupt, Röcker, Gül, Schwede (87. Franke) – Chato, Aigner (82. Medic), Titsch Rivero (67. Dittgen), Kyereh (87. Ajani) – Schäffler (87. Tietz). Trainer: Rehm.

Schiedsrichter: Jablonski (Bremen) – Tore: 1:0 Wahl (21.), 1:1 Lorch (41.), 1:2 Aigner (56.) – Gelb-Rote Karte: Chato (79./wiederholtes Foulspiel) – Zuschauer: keine.

Stimmen zum Spiel:

Ole Werner: Wir haben heute in allen Bereichen nicht die nötige Qualität gezeigt, um dieses Spiel zu gewinnen. Wir hatten schon vor dem Anpfiff einige Baustellen, dazu kam dann noch der frühzeitige Ausfall von Alex Mühling – aber eine Entschuldigung für diesen Auftritt kann das nicht sein. Ob ich mir mit Blick auf die Tabelle Sorgen mache? Ich mache mir aktuell mehr Sorgen über unsere Leistung. Wir haben gut begonnen, aber nach dem 1:0 wohl das Gefühl gehabt, dass es jetzt von selbst läuft. Wir werden jeden Stein umdrehen, um herauszufinden, woran es gelegen hat.

Rüdiger Rehm, Wiesbaden-Trainer: Ich bin unglaublich glücklich über diesen Erfolg. Wir haben zuletzt sicherlich besser gespielt und heute keine überzeugende Leistung abgeliefert, aber meine Mannschaft hat nach dem 0:1 nicht aufgesteckt und weiter an sich geglaubt. Das ist nach zuletzt vier Niederlagen in Folge keine Selbstverständlichkeit und war aus meiner Sicht deshalb der Schlüssel zum Erfolg. Ich wünsche Alex Mühling (knallte nach einem Zweikampf in die Bande und zog sich einer ersten Diagnose zufolge eine Schnittwunde zu, d. Red.) von hier aus gute Besserung.  

Jannik Dehm: Aus unerklärlichen Gründen hat heute auf dem Platz etwas bei uns gefehlt, das hat sich wie ein roter Faden durch das ganze Spiel gezogen. Vor dem 1:0 waren wir ganz gut im Spiel, danach haben wir es immer mehr aus der Hand gegeben und uns dem Tempo des Gegners angepasst. An dieser Niederlage sind wir selbst Schuld. 

Hauke Wahl: Wir haben unser schlechtestes Saisonspiel gemacht. Wir waren spielerisch nicht auf der Höhe, hatten zu viele Ballverluste, haben die entscheidenden Zweikämpfe verloren und zurecht verloren. Alex ist für uns wichtig, ein super Fußballer, der das Tempo bestimmen kann, aber sein Ausfall darf kein Alibi für uns sein. Nach dem 1:0 haben wir uns vom Gegner einlullen lassen und nicht mehr das Tempo hochgehalten. Die Räume waren da, aber wir hatten zu viele technische Mängel, um sie zu nutzen. 

Finn Porath: Der frühe Ausfall von Alex hat unseren Rhythmus beeinflusst, weil wir daraufhin auch einige Umstellungen machen mussten. Sein Fehlen hat uns sicher nicht geholfen. Ich hoffe, er kommt schnell wieder zurück. Die Gegentoren waren sehr unglücklich, weil bei beiden der Zufall mitspielte. Wir müssen in beiden Situationen entscheidender klären und besser verteidigen.

Die Pressekonferenz nach #KSVSVWW:

Impressionen vom Heimspiel gegen Wiesbaden:

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