Wieder im Elfmeterschießen! KSV steht im Viertelfinale

Simon Lorenz verwandelte den entscheidenden Elfmeter

Die Kieler DFB-Pokal-Erfolgsstory geht im wahrsten Sinne des Wortes in die nächste Runde. Die KSV besiegte am Dienstagabend den SV Darmstadt 98 mit 8:7 nach Elfmeterschießen und zog ins Viertelfinale ein. In der regulären Spielzeit hatte Janni Serra die Störche in Führung gebracht, die Serdar Dursun anschließend ausglich.

Im Vergleich zum 3:1-Heimerfolg gegen Eintracht Braunschweig veränderte KSV-Coach Ole Werner seine Startelf auf drei Positionen: Für den verletzten Marco Komenda spielte Simon Lorenz und Jannik Dehm verteidigte anstelle von Phil Neumann. Zudem kehrte Alexander Mühling in die erste Elf zurück und ersetzte Niklas Hauptmann.

Die erste Riesenchance hatten die Hausherren bereits nach drei Minuten, als Fabian Reese frei auf Marcel Schuhen zugehen konnte und den Ball über den SVD-Keeper, aber auch über das Tor hinweghob. Anschließend übte Darmstadt enormen Druck auf die KSV-Defensive aus, die diese Phase aber schadlos überstand, weil der ehemalige Kieler Mathias Honsak die Gelegenheit zur Führung ausließ, als er von der Strafraumkante den rechten Außenpfosten traf (9.). Mit der Zeit befreiten sich die Kieler zusehends und konnten folglich mehr und mehr ihr Kombinationsspiel aufziehen, aber Alexander Mühlings Volleyschuss geriet zu zentral (15.) und Reese konnte Schuhen nach Steilpass von Jae-Sung Lee nicht überlisten (16.). Holstein behielt in der Folge weiterhin mehr Spielkontrolle, konnte diese bis zur Pause aber nicht zu weiteren gefährlichen Abschlüssen nutzen.

Serra bringt die KSV in Front – Dursun gleicht spät aus

Nach dem Seitenwechsel spielten die Kieler weiterhin konsequent nach vorne, Janni Serra verpasste nach Mikkel Kirkeskovs Querpass knapp die Führung, weil Schuhen gerade noch dazwischen gehen konnte (47.). Nachdem Felix Plattes Kopfball KSV-Keeper Ioannis Gelios vor keinerlei Probleme gestellt hatte (54.), lag der Ball kurze Zeit später im Darmstädter Netz: Reese setzte Serra per überragendem Steilpass in Szene, der auf Schuhen zuging und die Kugel gefühlvoll über den Torwart ins Tor hob (58.). Nach diesem Treffer intensivierten die Lilien ihre Offensivbemühungen, was Holstein Raum zum Kontern bescherte. Reese traf nach Fin Bartels‘ Zuspiel aus 18 Metern das Außennetz (67.), auf der Gegenseite strich Tim Skarkes Direktabnahme knapp links vorbei (76.). Die Kieler Defensive verteidigte leidenschaftlich – und musste doch noch den Ausgleich hinnehmen: Der eingewechselte Serdar Dursun zog aus der Drehung ab und der Ball rutschte zum 1:1 durch (86.).

Störche kämpfen sich durch die Verlängerung

In der Verlängerung schwanden auf beiden Seiten die Kräfte und echte Torchancen wurden seltener. Gelios packte bei Dursuns Schuss sicher zu (96.), eine Minute später strich ein Kopfball von Simon Lorenz Zentimeter über die Latte hinweg. Die letzte Gelegenheit hatte erneut Dursun, der einen Kopfball aus guter Position über den Querbalken hinwegwuchtete (109.).

Lorenz verwandelt entscheidenden Elfmeter

Die Entscheidung fiel wie schon gegen den FC Bayern im Elfmeterschießen. Mit Marvin Mehlem und Hauke Wahl verschossen die ersten Schützen beider Teams, die folgenden acht Akteure trafen allesamt. Nachdem Gelios gegen Honsak parierte, hatte Niklas Hauptmann die Entscheidung auf dem Fuß, scheiterte aber ebenfalls an Schuhen. Nachdem Nicolai Rapp und Kirkeskov jeweils getroffen hatten, schoss Skarke links daneben. Lorenz trat zum finalen Elfmeter an – und versenkte diesen im linken Eck, wodurch die KSV erstmals seit 2012 wieder ins Viertelfinale des DFB-Pokals einzog.

Statistik:

KSV: Gelios – Dehm, Wahl, Lorenz, Kirkeskov – Lee, Meffert (120. Arslan), Mühling (77. Hauptmann) – Reese (81. Porath), Serra, Bartels. Trainer: Werner.

Darmstadt: Schuhen – Bader, Höhn, Mai, Holland – Palsson (82. Rapp), Clemens (73. Skarke), Kempe (83. Paik), Schnellhardt (73. Mehlem), Honsak – Platte (83. Dursun). Trainer: Anfang.

Schiedsrichter: Storks (Velen)Tore: 1:0 Serra (58.), 1:1 Dursun (86.) – Elfmeterschießen: Mehlem verschießt, Wahl verschießt, 1:2 Dursun, 2:2 Arslan, 2:3 Holland, 3:3 Serra, 3:4 Mai, 4:4 Porath, 4:5 Paik, 5:5 Lee, 5:6 Höhn, 6:6 Bartels, Honsak verschießt, Hauptmann verschießt, 6:7 Rapp, 7:7 Kirkeskov, Skarke verschießt, 8:7 Lorenz – Zuschauer: keine.

Stimmen zum Spiel:

Ahmet Arslan: „Ich bin froh, dass die Reise weitergeht. Wir haben das als Team einfach verdient.“

Jae-sung Lee: „Ich freue mich sehr! Wir haben gewonnen!“

Uwe Stöver, KSV-Geschäftsführer Sport: „Zum Ende hin war das nervenaufreibend. Wenn du in die Verlängerung gehst, darfst du dir keine Fehler erlauben. Ich denke, dass wir heute nicht unser bestes Spiel gemacht haben. Auf dem Platz waren zwei ausgeglichene Mannschaften, die sich über 120 Minuten und auch im Elfmeterschießen nichts geschenkt haben. Deswegen hat heute der Glücklichere das Feld als Sieger verlassen.“

Fin Bartels: „Der Wahnsinn geht weiter! Wieder über die volle Distanz, wieder im Elfmeterschießen. Wir hätten es in den 90 Minuten klar machen müssen und hätten uns nicht noch ein Gegentor einschenken lassen dürfen. So mussten wir in die Verlängerung, in der wieder alles offen ist – im Elfmeterschießen sowieso. Aber wir hatten das Glück wieder auf unserer Seite.“

Die Pressekonferenz nach #KSVSVD:

Impressionen vom Pokalerfolg gegen Darmstadt:

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