DFB-Pokal: Women scheitern nach starker Leistung

Sina Meyer und ihre Holstein Women boten dem 1. FC Köln lange die Stirn. Foto Nordic Photos

Die Holstein Women lieferten in der zweiten Runde des DFB-Pokals dem 1. FC Köln einen großen Kampf, unterlagen am Sonnabend auf der heimischen Waldwiese dem Bundesligisten letztlich aber mit 1:3 (0:0). Vor 225 Zuschauern hatte das Team von Bernd Begunk sogar durch einen Treffer von Alina Steiner (47.) mit 1:0 in Führung gelegen.

Unter dem Jubel der Zuschauer begann die zweite Runde des DFB-Pokals vor heimischer Kulisse, in die die Kielerinnen als klarer Außenseiter starteten. Davon war in den ersten Minuten allerdings nicht viel zu sehen, denn die taktische Marschroute von Begunk ging voll auf. So zeigten die Kielerinnen eine stabile Abwehrordnung, eine gute Raumkontrolle und ließen den Gegnerinnen durch ein cleveres hohes Mittelfeldpressing nicht allzu viel Platz zum Kombinieren. Den Kölnerinnen blieb streckenweise nur noch der Versuch, die Kieler Defensive mit langen Bällen zu überlisten, doch auch hier präsentierten sich die KSV-Abwehrspielerinnen hellwach. So konnten die ersten Großchancen tatsächlich auf Kieler Seite verzeichnet werden: In der 24. Minute konnte aus einer Pressingsituation heraus der Ball erobert werden, der bei Lina Staben landete, die, mit Gegenspielerin im Nacken,  allerdings etwas überhastet die Kölner Torfrau Pauline Nelles anschoss. In der 32. Minute hatten die Zuschauer den Jubelschrei schon fast auf den Lippen, als Sandra Krohn von der linken Seite den Ball scharf in die Mitte passte und dieser das Bein einer Kölner Abwehrspielerin fand, die den Ball an den Innenpfosten abfälschte. Der Ball landete anschließend sicher in den Armen von Torfrau Nelles. Im Folgenden lieferten sich beide Teams einen munteren Schlagabtausch, wobei ein Zweiklassenunterschied nicht offensichtlich zu erkennen war und Köln nur ab und zu sichere Kurzpassstafetten aufblitzen ließ. Mit einem 0:0 ging es für beide Teams in die Halbzeitpause.

Alina Steiner brachte die Women in Führung

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag: Keine zwei Minuten nach Anpfiff konterten die Kielerinnen über die rechte Seite, Staben flankte den Ball halbhoch in die Mitte und fand die heranstürmende Alina Steiner, die aus vollem Lauf zur 1:0-Führung einnickte. Leider konnten die Kielerinnen die Sensationsluft nur kurz schnuppern, denn mit dem Anstoß überrumpelten die Kölnerinnen die Kieler Abwehr und erzielten durch Amber Barrett unmittelbar den Ausgleichstreffer (47.). Doch die Kielerinnen ließen sich nicht entmutigen und zeigten weiterhin eine taktisch gute Leistung. Die Kölnerinnen gelangten mit fortschreitender Spieldauer häufiger in Kieler Tornähe und fanden öfter zu ihrem Kurzpassspiel, auch weil sich in der zweiten Halbzeit der Trainingsunterschied der beiden Teams bemerkbar machte und die Kräfte auf Kieler Seite langsam schwanden.

Ampelkarte ließ die Partie kippen

Wendepunkt des Spiels sollte eine Gelb-Rote Karte werden. Nach einem Foul an der Kölner Kapitänin Peggy Nietgen in Strafraumnähe sah Jule Ziegler (71.) die Gelbe Karte. Kurz darauf kam sie in einem Zweikampf zu spät, hinderte die Gegenspielerin am Durchmarsch auf das Kieler Tor und sah folglich die Ampelkarte (73.). In Unterzahl mussten die Kielerinnen nun die Schlussphase bestreiten und kassierten in der 76. Minute das 1:2. Mit einem langen Ball in die Spitze konnte die Kieler Abwehr überspielt werden und Torfrau Victoria Bendt erreichte den Ball nicht mehr rechtzeitig, sodass sich Sonja Giraud den Ball schnappte, Bendt umkurvte und zum 1:2 einschob. Die Kölnerinnen erhöhten den Druck und kamen nun öfter zum Torabschluss, allerdings fiel die Entscheidung erst in der Nachspielzeit. Nach einer kurzen Passkombination spielten sich die Gäste vor das Kieler Tor, wo erneut Giraud den Ball zum 1:3 vorbei an Bendt ins Tor bugsierte (90.+1).

„Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit dem 1. FC Köln Paroli geboten“, sagte Begunk. „Meine Mannschaft hat über weite Strecken des Spiels taktisch konzentriert und clever agiert.“

Am Sonntag sind die Women am vierten Spieltag der Regionalliga Nord beim FC St. Pauli (13 Uhr) gefordert. Die Kielerinnen sind aktuell Vierter, die punktgleichen Hamburgerinnen (6) liegen auf Platz sechs.

Die Zahlen zum DFB-Pokalspiel

Kiel: Bendt, Meyer, Ziegler, Carone, Brahimi (17. Steiner/71. Hein), Zimmermann, Begunk, Lycke, Thien, Krohn, Staben

Köln: Nelles, Horvat, Kirschbaum, Gier (46. Barrett), Zilligen (80. Hirano), Linden (71. Schraa), Kohr, Meßmer, Nietgen, Giraud, Hild.

Schiedsrichterin: Weigelt (Leipzig) – Tore: 1:0 Steiner (46.), 1:1 Barrett (47.), 1:2 Giraud (76.), 1:3 Giraud (90.+1) – Zuschauer: 225.

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