Am Samstag, dem 25. April, sind unsere Störche im Berliner Olympiastadion bei Hertha BSC zu Gast. Die Hauptstädter hatten bis zuletzt noch vom Aufstieg geträumt, kassierten am vorherigen Wochenende allerdings einen deftigen Rückschlag. Wir haben den kommenden Gegner unter die Lupe genommen.
Vier Spieltage vor Schluss rangiert die Hertha auf dem sechsten Tabellenplatz und hat sieben Punkte Rückstand auf die SV Elversberg auf Rang drei. Obwohl es rechnerisch noch möglich ist, die SVE einzuholen, haben die Berliner nach dem jüngsten 1:1 in Braunschweig angefangen, die weiße Fahne zu schwenken. Der ehemalige Kieler und nun Hertha-Kapitän Fabian Reese erklärte das Remis nach dem Schlusspfiff am Sky-Mikrofon zum „endgültigen Aus“ im Aufstiegsrennen.

Aller Voraussicht nach wird die Alte Dame in der kommenden Saison wieder im Bundesliga-Unterhaus antreten. Es wäre die vierte Zweitliga-Saison in Folge. Nur zweimal hatten die Berliner noch länger in der Zweitklassigkeit verweilt: 1990 ging es nach fünf Jahren wieder hoch, 1997 sogar erst nach sechs Spielzeiten. Dabei gehört Hertha zweifelsohne zu den Gesichtern des deutschen Fußballs. Das Gründungsmitglied der Bundesliga steht in der ewigen Tabelle auf Rang zwölf und wird diesen Platz so schnell nicht verlieren. Auf den ersten Verfolger, den ebenfalls in der 2. Bundesliga spiellenden VfL Bochum, hat der Verein 262 Punkte Vorsprung.
Die größten Erfolge liegen beinahe 100 Jahre zurück. Der Berliner Briefkopf wird von den Deutschen Meisterschaften 1930 und 1931 geziert. Der erste Titel gelang Hertha BSC am 22. Juni 1930 nach einem 5:4-Erfolg vor 40.000 Zuschauern im Düsseldorfer Rheinstadion gegen Holstein.
Mehr zum Finale von 1930 und weiteren wichtigen Duelle zwischen den beiden Clubs erfahrt Ihr in „Geschichte und Geschichten“.


Stadion Gesundbrunnen
Obwohl Hertha BSC mit kurzen Ausnahmen seit 1963 im Olympiastadion spielt, war das wohl legendärste Stadion der Vereinsgeschichte das Stadion Gesundbrunnen. Die Spielstätte wird im Volksmund auch als „Plumpe“ – Ableitung des Berliner Volksmundes für eine in der Nähe vorhandene Wasserpumpe – bezeichnet. Das Stadion im Ortsteil Gesundbrunnen wurde zwischen 1923 und 1924 erbaut und diente Hertha knapp vier Jahrzehnte lang als Heimat. Nicht erst durch den Gewinn der beiden Meistertitel 1930 und 1931 hatte sich Hertha BSC zu einer gesellschaftlichen Attraktion der Stadt entwickelt. Nachdem Hertha das Gelände aufgrund finanzieller Schwierigkeiten verkaufen musste, wurde das Stadion 1974 abgerissen.
Das letzte Duell im Olympiastadion
Vor gut zwei Jahren – genauer gesagt am 1. März 2024 – liefen unsere Störche zuletzt in der prestigeträchtigen Spielstätte auf. Damals gelang Holstein durch einen Foulelfmeter in der Nachspielzeit (90.+8) nach einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2-Unentschieden. Der späte Punktgewinn war eine Energieleistung, die den Startschuss für den Saisonendspurt gab und damit die Kräfte für eine sechs Spiele anhaltende Siegesserie freisetzte, die im erstmaligen Bundesliga-Aufstieg mündete.

