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Konstanz auf der Bank und in der letzten Reihe: 1. FC Heidenheim im Gegnercheck

Nach drei Jahren Erstklassigkeit ist der 1. FC Heidenheim wieder zurück in der 2. Bundesliga. Am fünften Spieltag treffen unsere Störche dann schon zum zweiten Mal in dieser Saison auf einen Bundesliga-Absteiger – und auf einen Gegner, der eine der romantischsten Fußballgeschichten in diesem Jahrtausend geschrieben hat. Die langjährige Zusammenarbeit von dem Vorstandsvorsitzenden Holger Sanwald über Trainer Frank Schmidt bis hin zu zahlreichen vereinstreuen Spielern ist keine Selbstverständlichkeit mehr im Profifußball.

Spielerlegende als Unterstützung in Schmidts 20. Saison

Etwas mehr als 50.000 Einwohner leben in Heidenheim an der Brenz. Dass dort mehrere Jahre lang Bundesliga-Fußball gespielt wurde, hätten wohl nur die wenigsten für möglich gehalten – und doch ist es dem 1. FC Heidenheim gelungen. Das Gesicht dieser Erfolgsstory ist allen voran Trainer Frank Schmidt. Der 52-Jährige war selbst für die Süddeutschen als Spieler aktiv und übernahm in der Saison 2007/08 das Traineramt. Ruhig und bodenständig führte er die Schwaben aus der Oberliga kontinuierlich nach oben. Nach neun Jahren in der 2. Bundesliga – inklusive einer aufgrund der Auswärtstorregel verlorenen Relegation – gelang 2023 erstmals der Sprung ins Oberhaus. Und nicht nur das: Direkt die erste Saison schloss der FCH als Tabellenachter ab und qualifizierte sich für die UEFA Conference League. In der zweiten Bundesliga-Spielzeit erlebten die Heidenheimer einen erwarteten harten Abstiegskampf und retteten sich erst über die Relegation gegen die SV Elversberg. Ein dritter Klassenerhalt war der Schmidt-Elf jedoch nicht vergönnt. Trotz einer starken Aufholjagd konnte in der Vorsaison die Rückkehr in die Zweitklassigkeit nicht mehr verhindert werden. Schmidt ging den Weg selbstverständlich mit und bestreitet nun seine 20. Saison als Trainer des FCH. Es soll seine letzte werden, wie er bereits im April dieses Jahres angekündigt hatte.

Frank Schmidt erhielt 2023 den Ehrenring der Stadt Heidenheim.
Heidenheims Marc Schnatterer (li.) vor dem Kieler Johannes van den Bergh.

Medial und mit der Hoffnung auf die nächste fußballromantische Geschichte wurde bereits darüber spekuliert, ob Schmidts Nachfolger mit der Installation von Rekordspieler Marc Schnatterer als Co-Trainer in diesem Sommer schon feststehe. Zuvor war Schnatterer bereits im Jugendbereich tätig gewesen. Zwischen 2008 und 2021 lief er in 461 Pflichtspielen für das Team vom Schlossberg auf. Als Denker und Lenker der Offensive sammelte er für die Blau-Roten 252 Torbeteiligungen. Der 40-jährige Ex-Profi war jahrelang für seine Distanzschüsse berüchtigt. Er traf so beispielsweise 2017 beim ersten Zweitliga-Duell zwischen Kiel und Heidenheim doppelt. Unsere Störche gewannen dennoch mit 5:3. Es war der einzige Zweitligasieg in der Voith-Arena – bislang.

Defensive jahrelang zusammengewachsen

Wie auf der Trainerbank ist auch auf dem Spielfeld Verlass auf langjährige Akteure – insbesondere Defensivspezialisten. Seit über neun Jahren schnürt Marnon Busch die Schuhe für den FCH, Kapitän Patrick Mainka ist seit acht Jahren im Verein. Zudem finden sich mit Jonas Föhrenbach (sieben Jahre), Jan Schöppner (sechs Jahre) und Tim Siersleben (fünf Jahre) weitere Defensivspieler mit Bundesligaerfahrung im Kader. Alle genannten Spieler haben in dieser Saison wieder wichtige Rollen inne.

Mit drei Scorern im ersten Pflichtspiel für den FCH machte sich Marcel Costly schnell bei den Fans beliebt (Foto: Bundesliga/Getty Images/Sebastian Widmann).
Die Voith-Arena, die im alltäglichen Sprachgebrauch noch beim traditionellen Namen Albstadion genannt wird, bietet 15.000 Zuschauern Platz.
Nachdem Ex-KSV Keeper Thomas Dähne zu Saisonbeginn noch die Nummer zwei in Heidenheim war, stand er in den letzten beiden Partien in der Startelf.

Doch nach dem Abstieg blieb der FCH nicht vor einem Umbruch bewahrt. Im Sommer wurde der Kader ordentlich verkleinert. Insgesamt 15 Spieler wurden verabschiedet, darunter auch der Rekordzugang Niklas Dorsch (Toronto FC). Auf Zugangsseite stehen hingegen nur sieben externe Zugänge. Marcel Costly sticht dabei mit einem Tor und drei Vorlagen hervor. Ebenfalls konnte sich Heidenheim mit Alessandro Vogt (TSG Hoffenheim) ein vielversprechendes Sturmtalent per Leihe sichern. Gleichzeitig kommt es zum Wiedersehen mit Thomas Dähne, der zu dieser Spielzeit vom TSV 1860 München an die Brenz wechselte. Der Torhüter lief fünf Jahre für unsere Störche auf und stand unter anderem neunmal in unserer Bundesligasaison im Kasten.

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