Was ist möglich, wenn sich das wohl beste Sturmduo der Liga innerhalb einer Transferperiode verabschiedet? Genau mit dieser Frage sieht sich der erste Gegner unserer Störche, der SV Darmstadt 98, konfrontiert. Holstein wird also am Samstag, 8. August, um 13 Uhr im Auswärtsspiel am Böllenfalltor auf eine neu zusammengestellte Offensive treffen.
Darmstädter Festung
Die erste Auswärtsreise der Saison 2026/27 führt unsere Störche nach Südhessen in einen Ort, der erstmals am Ende des 11. Jahrhunderts als „Darmundenstat“ in Schriften auftauchte. Der Name geht mutmaßlich auf einen im heutigen Darmstädter Gebiet siedelnden Darimund zurück. Andere Ansätze leiten den Namen von den mittelhochdeutschen Wörtern „darre“ für „Tor“ und „mund“ für „Schutz“ ab und vermuten einen Bezug auf eine Festung.
Blickt man auf die vergangene Spielzeit zurück, ergibt die zweite Herleitung Sinn. Die Darmstädter hatten nämlich das Merck-Stadion – besser bekannt als das Böllenfalltor – zu einer Festung gemacht. Von den insgesamt 17 Heimspielen gewannen die Lilien zehn bei fünf Remis und zwei Niederlagen. Die beiden Pleiten rühren dabei aus den letzten Spielen her, nachdem der SVD sich bereits aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet hatte. Die Saison schloss Darmstadt als drittbeste Heimmannschaft ab. Auf diese Stärke wird Cheftrainer Florian Kohfeldt in dieser Saison erneut bauen.


Viel Verlust und der Blick ins Nachbarland
Insbesondere das Sturmduo Fraser Hornby und Isac Lidberg hatte dafür gesorgt, dass in Darmstadt lange vom Aufstieg geträumt werden konnte. Jedoch verabschiedete sich Hornby im Sommer in Richtung des Ligakonkurrenten VfL Wolfsburg, während Lidberg in die Bundesliga zu Borussia Mönchengladbach wechselte. Zusammen waren die Offensivspieler in der Vorsaison an 40 Toren beteiligt. Mit Killian Corredor ging ein dritter Mittelstürmer ebenfalls von Bord. Ebenso verlor der SVD mit dem Abschied von Fabian Holland eine echte Identifikationsfigur. Der Linksverteidiger trug zwölf Jahre lang das Lilien-Trikot.
Die Abteilung Offensive wurde dementsprechend kräftig umgebaut. Auffällig ist dabei, dass mit Ibrahim El Kadiri, Nicolas Verkooijen und Lance Duijvestijn drei Spieler aus den niederländischen Ligen nach Hessen wechselten. Darüber hinaus sind Noah Weißhaupt, Ho-jae Lee und Lars Kehl die neuen Hoffnungsträger im SVD-Angriff, während in der Defensive Carlo Sickinger, Florian Kleinhansl, Yannik Lührs und Christopher Lannert für Stabilität sorgen sollen.



In einem Großteil der Testspiele harmonierte die neu zusammengewürfelte Offensive bestens. Sowohl die Neuzugänge trugen sich fleißig in die Torschützenliste ein, aber auch Fynn Lakenmacher wusste zu gefallen. In der Vorsaison hatte der 26-Jährige sich noch hinten anstellen müssen. Einzig im letzten Testspiel der Sommervorbereitung konnte Darmstadt nicht treffen, als es gegen den englischen Zweitligisten FC Portsmouth und damit den wohl stärksten Testspielgegner ging.