Mit zahlreichen nationalen Erfolgen und einem internationalen Titel im Trophäenschrank gehörte der 1. FC Magdeburg zu den schillerndsten Vereinen in der DDR. Nach der Wiedervereinigung fanden sich die Magdeburger jedoch lange Zeit in der Dritt- und Viertklassigkeit wieder. In den vergangenen Jahren erlebte der Verein eine sportliche Renaissance und mischte sogar im Aufstiegsrennen zur Bundesliga mit. Doch in der jüngsten Saison rutschte der FCM wieder in den Abstiegskampf hinein. Ein darauffolgender radikaler Kaderumbruch konnte mittels vier wichtiger Verlängerungen abgeschwächt werden.
Triumph in Rotterdam
Trotz der zehn Meisterschaften von Dynamo Berlin gehören die Blau-Weißen zu den erfolgreichsten Fußballmannschaften der DDR. Dreimal gewann der FCM die Meisterschaft, siebenmal den DDR-Pokal und dann war da natürlich noch der größte Erfolg überhaupt: Am 8. Mai 1974 triumphierten die Magdeburger im Rotterdamer Stadion „De Kuip“ über die renommierte AC Mailand. Nach anfänglicher Nervosität erzwangen die Elbstädter ein Eigentor. Eine Viertelstunde vor Schluss bescherte Wolfgang Seguin – Vater des heutigen Hertha-Profis Paul Seguin – den Treffer zum 2:0-Endstand.
Mehr zur Historie unseres kommenden Gegners findet ihr in unserer Rubrik „Geschichte und Geschichten“.


Langer Weg nach oben
Nach der deutschen Wiedervereinigung startete der FCM zunächst in der damals drittklassigen Oberliga Nordost. In den folgenden 27 Jahren pendelte Magdeburg überwiegend zwischen dritter und vierter Liga. Erst 2018 schnupperte der Europapokalsieger wieder Zweitligaluft, jedoch zunächst nur für eine Saison. Schließlich führte der heutige Hannover-96-Trainer Christian Titz 2022 die Sachsen-Anhalter zurück in die 2. Bundesliga und etablierte den FCM dort. Nach dem in der Saison 2024/25 erreichten fünften Platz zog Titz weiter. In der Vorsaison kämpfte Magdeburg jedoch wieder gegen den Abstieg und hatte den Trainerwechsel von Markus Fiedler zu Petrik Sander vollziehen müssen.
Der beste Torschütze ist geblieben
In der schwierigen vergangenen Spielzeit hatte es aber mit Mateusz Zukowski einen großen Lichtblick gegeben. Der 24-jährige Stürmer erzielte in 21 Ligaspielen starke 17 Tore und spielte sich in den Fokus von Erstligisten. Doch der Pole entschied sich für den Verbleib in Magdeburg und verlängerte in diesem Sommer seinen Vertrag. Innerhalb weniger Tage gab es dann noch drei weitere Verlängerungen zu vermelden. Zum einen hat mit Baris Atik ein Fanliebling und Leistungsträger seinen Vertrag verlängert. In insgesamt 182 Spielen für den FCM verbuchte er 125 Scorerpunkte. Mit Keeper Dominik Reimann und Innenverteidiger Tobias Müller gibt es zudem zwei Eckpfeiler in der Defensive, die dem Verein erhalten bleiben. Der Torwart, der auch schon für unsere Störche auflief, geht dabei in seine sechste Saison im FCM-Trikot, Müller sogar bereits in seine achte.


Insgesamt hat sich der Kader des FCM im Vergleich zur Vorsaison deutlich verändert. Mit Jean Hugonet (Hannover 96) und Marcus Mathisen (FC St. Pauli) haben sich zwei wichtige Stützen in der Defensive verabschiedet. Im Angriff müssen insbesondere Laurin Ulrich (Leih-Ende, VfB Stuttgart), Noah Pesch (Leih-Ende, Borussia Mönchengladbach) und Rayan Ghrieb (1. FC Nürnberg) ersetzt werden. Hier werden vor allem die wieder ausgeliehenen Roko Simic (Cardiff City), Felipe Chaves (FC Bayern München) und Do-young Yoon (Brighton & Hove Albion) sowie die ablösefrei gekommenen Emmanuel Iyoha (Fortuna Düsseldorf, ebenfalls Ex-Kieler), Paul Jaeckel (Preußen Münster) und Moritz-Broni Kwarteng (VfL Bochum) gefragt sein.