Der gebürtige Oberbayer Michael Eberwein (30) – in der Saison 2019/20 in Diensten der KSV Holstein – gehört mit seiner Erfahrung zu den Hoffnungsträgern beim TSV 1860 München. Wir sprachen vor dem Pokalspiel an der Grünwalder Straße mit dem Ex-Storch.
Hallo Michael, wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Dir und auch den Löwen am Sonnabend an der Grünwalder Straße, hast Du Dich nach Deinem Wechsel aus Dortmund an die Isar schon gut einleben können?
Ich habe nicht viel Zeit gebraucht, um mich einzuleben. München und die Umgebung, das ist meine Heimat, daher hat auch die Nähe zur Familie einen Teil dazu beigetragen, dass ich schnell wieder angekommen bin.
Mit über 200 Drittliga-Einsätzen und dem Alter von 30 Jahren bringst Du unheimlich viel Erfahrung mit nach Giesing. Wie empfindest Du die Arbeit bei den Löwen mit einer völlig neu zusammengestellten Mannschaft?
Wir haben beim TSV 1860 eine junge Mannschaft mit einigen erfahrenen Spielern. Diese Konstellation bin ich aus der Zeit in Dortmund gewohnt. Natürlich ist es hier etwas anders, aber es gibt gewisse Ähnlichkeiten. Mein erster Eindruck von der Mannschaft und dem Umfeld ist aber sehr positiv.


Dein Wechsel in die Regionalliga Bayern kam für viele überraschend, was gab den Ausschlag?
Sechzig ist kein klassischer Regionalligist, sondern ein großer Verein in meiner Heimat mit vielen Fans. Ich genieße die Stimmung, das hatte ich in den letzten Jahren, vor allem auch bei Heimspielen, kaum.
Dein Geburtsort Dellnhausen liegt nur eine knappe Stunde nördlich von Giesings Höhen. Pilgern neuerdings Deine Fans und Freunde aus Deiner Heimat zu den Spielen ins „Sechzger“?
Ja klar, Familie und Freunde freuen sich sehr, dass ich wieder in der Nähe bin und sind jetzt auch vermehrt im Stadion.
Gleich bei Deinem Regionalliga-Debüt für 1860 hast Du ins Schwarze getroffen, musstest aber viele Fragen zu Deiner fünf Jahre währenden Vergangenheit bei den Bayern-Junioren beantworten. Ein seltsames Gefühl oder eher eine amüsante Stichelei?
Das war eher eine amüsante Stichelei. Natürlich muss man sich bei den Blauen anhören, dass man einmal „auf der falschen Straßenseite“ war. Das meinte aber keiner böse. Ich bin einfach froh, dass der Einstieg so gut gelungen ist.
Wohin führt der Weg des TSV 1860 München in dieser Saison?
Eine sehr schwere Frage. Wir hatten keine gemeinsame Vorbereitung und müssen uns jetzt erstmal zusammenfinden. Dann schauen wir, was in dieser Saison möglich ist. Wir sind aber schon hungrig und ambitioniert, das hat man auch beim Auswärtssieg beim bisherigen Tabellenführer in Memmingen gesehen.
Was bedeutet Dir die phänomenale Unterstützung der Löwen-Fans?
Das sind für mich unglaubliche Erlebnisse, vor allem im Grünwalder Stadion. Die Unterstützung ist trotz der Regionalliga einzigartig. Über 1.000 Fans beim Abschlusstraining vor dem ersten Spiel, 6.000 Auswärts-Fans beim ersten Spiel in Schweinfurt, 15.000 Fans beim ersten Heimspiel, das ist beeindruckend und macht Spaß.


Mit welchem Gefühl gehst Du am Sonnabend in das Pokalspiel gegen Deinen alten Verein Holstein Kiel?
Ganz einfach: mit einer großen Portion Vorfreude.
Gibt es noch Verbindungen an die Förde?
Es sind nur noch wenige Spieler aus meiner Zeit dort, deswegen gibt es nicht mehr viel Verbindung. Ich freue mich aber auf das Wiedersehen.
Eine letzte Frage muss erlaubt sein. Als Holstein-Ersatzspieler hast Du einst gegen Bochum einen Strafstoß verursacht, weil Du einen Schuss des VfL vor dem Überqueren der Torauslinie gestoppt hattest. Ziemlich einmalig die Aktion (Nachzulesen bei kicker.de). Hat Dich das damals aufgrund des Medienrummels lange verfolgt?
Die Situation war immer wieder Thema, auch Jahre danach. Allerdings sind es auch hier eher lustige Sticheleien als negative Kritik.
Vielen Dank für das Gespräch, Michael. Dir und Deinen Löwen mit diesen tollen Fans im Rücken viel Erfolg in der Regionalliga Bayern!