DFB-Bundestag 2007

Die Dritte Liga im Wandel !?

Die Debatte um die neue eingleisige dritte Liga ab 2008 befindet sich auf der Zielgeraden. Noch längst sind nicht alle Dissonanzen beseitigt. Die beiden Vertreter des nördlichsten Bundeslandes, Holstein Kiel und VfB Lübeck, hatten sich schon in den vergangenen Tagen mit dem SHFV (Schleswig Holsteinischer Fußball Verband) auf einen Kurs eingeschworen. SHFV-Vize Hans-Ludwig Meyer und die Vertreter der KSV und des VfB wollen die Dritte Liga und zwar möglichst schnell.

Eine Kommission aus je sechs Vertretern der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat sich derweil auf einen Kompromiss für die Reform der Fußball-Regionalliga geeinigt. Die neue eingleisige Dritte Liga soll demnach aus 20 Vereinen bestehen. Das bestätigte Wolfgang Holzhäuser, Vizepräsident des Ligaverbandes, am Montag in Frankfurt. Ursprünglich waren 18 Clubs vorgesehen. Zudem werde die Zahl der zweiten Mannschaften der Bundesligaclubs im ersten Jahr auf maximal vier begrenzt. Dieser Vorschlag soll dem Außerordentlichen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Freitag in Frankfurt vorgelegt werden.

„Es waren sehr gute Gespräche, die von Kompromissbereitschaft gekennzeichnet waren“, sagte Holzhäuser. Geplant ist die Einführung der eingleisigen Dritte Liga mit der Saison 2008/09.

Zum Kompromiss gehört auch das Zugeständnis der Proficlubs, ihre Reserveteams nicht an der Hauptrunde des DFB-Pokals teilnehmen zu lassen und auf die Fernsehgelder zu verzichten. Ebenso sicherten sie den Amateuren zu, in ihren zweiten Mannschaften mit Ausnahme von drei älteren Spielern nur Profis einzusetzen, die jünger als 23 Jahre alt sind und keinen Stammplatz im Bundesliga-Team haben.

„Wir brauchen die eingleisige Dritte Liga nicht nur für eine bessere Vermarktung, sondern auch als Plattform für unsere teuer ausgebildeten Spieler“, sagte Holzhäuser.

Zur Kommission, die seit zwei Jahren besteht, zählt auch Uwe Wiesinger (SV Darmstadt 98). „Durch diesen Kompromiss ist zumindest der Konflikt zwischen den Proficlubs und den Regionalligisten gelöst“, sieht er eine Chance, dass der Vorschlag angenommen wird. Wobei nicht abzusehen ist, wie sich die Amateurvereine berücksichtig fühlen und bei der Abstimmung verhalten werden.

Der Beschluss der Kommission erfolgte einstimmig (Wiesinger: „Ein wichtiges Signal“), dient dem DFB-Vorstand aber nur als Vorschlag, den er aber nicht umsetzen muss. Denn den Antrag, über den die Delegierten am Freitag auf dem DFB-Bundestag in Frankfurt abstimmen, formuliert der DFB-Vorstand. Ob und in welcher Form das Ergebnis vom Montag übernommen wird, ist daher offen.

Und so könnte nach jetzigem Tabellenstand und derzeitig diskutierter

Kompromisslösung die neue DRITTE LIGA mit vier Amateurteams und insgesamt 20 Mannschaften aussehen:

Greuther Fürth, FC Augsburg, Wacker Burghausen, Kickers Offenbach (alle aus der 2. Bundesliga), FC Union Berlin, SV Werder Bremen II, VfB Lübeck, VfL Osnabrück, Hamburger SV II, Holstein Kiel, Hertha BSC Berlin II (alle Regionalliga Nord) oder FC Bayern München II (Süd-Regionalliga), VfB Stuttgart II, SSV Reutlingen, SV Wehen, FC Ingolstadt, 1. FC Saarbrücken, TSG Hoffenheim, FK Pirmasens (alle Regionalliga Süd), FC Sachsen Leipzig, SSV Ulm 1846 (beide mögliche Aufsteiger aus den Oberligen Nordost/Süd und Baden-Württemberg)

Die Auflistung berücksichtigt einen möglichen Aufstieg der „derzeitigen Regionalliga-Top-Teams von Platz 1 und 2“ : Dynamo Dresden, Wuppertaler SV, Kickers Stuttgart, Hessen Kassel und einen möglichen Abstieg der vier letztplatzierten der derzeitigen 2. Bundesliga: Fürth, Augsburg, Burghausen, Offenbach.

FC Bayern München II würde als Neunter der Süd-Liga bei der Regelung mit „nur“ vier Ausbildungsteams ein Entscheidungsspiel gegen Hertha BSC Berlin II (ebenfalls Platz 9) austragen müssen. Der Sieger würde den vierten Platz für Bundesliga-Nachwuchsteams einnehmen. (nawe)

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