Gelungenes Preuß-Comeback

Holstein-Story

Heute um 10.15 Uhr betrat Holstein-Torhüter Henrik Preuß pünktlich den Hörsaal der Kieler Universität. Auf dem Programm stand eine Vorlesung, Thema: physische Geographie. Alltag im Leben des Kieler Schlussmannes, der am vergangenen Wochenende nach über einem Jahr sein Comeback im Tor der 1. Mannschaft feierte.

Groß war am Sonntag die Verwunderung bei den rund 400 mitgereisten Kieler Fans in der Adolf-Jäger Kampfbahn. Erstmals in dieser Saison stand nicht etwa Dauerbrenner Simon Henzler zwischen den Holstein-Pfosten, sondern die langjährige Nummer 1, Henrik „Fuzzi“ Preuß. Bereits seit Wochen klagte Henzler über Rückenschmerzen, einen Tag vor dem Spitzenspiel musste der 31-Jährige endgültig kapitulieren. Nichts ging mehr. „Zum Glück haben wir im Storchennest auf dieser Position überragende Möglichkeiten“, machte sich Torwarttrainer Klaus Thomforde, der in dieser Woche in Köln seine Prüfung zum DFB-Fußballlehrer ablegen wird, keine Sorgen über den Wechsel im KSV-Gehäuse.

Zum ersten Mal seit dem 0:4 im Heimspiel gegen Union Berlin am 19. September 2006 hütete Preuß das Kieler Tor. Und der Publikumsliebling stand in Altona bei seinem „Comeback“ sogleich im Mittelpunkt des Geschehens. Erst verschätzte sich Preuß beim Sturmlauf von AFC-Angreifer Starck (66.), brachte ihn ungestüm zu Fall und verschuldete völlig unnötig – Sandmann stand in diese Szene deutlich besser zum Ball – einen Strafstoß. Dann parierte Preuß nicht nur den fälligen Elfmeter von Warnick, sondern rettete seiner Mannschaft in der Folgezeit durch tolle Paraden den wichtigen Zähler gegen den Verfolger aus Hamburg.

„Henner hat den Elfer verursacht, dann erwarte ich von ihm auch, dass er das Ding hält“, kommentierte Holstein-Coach Peter Vollmann die brisante Situation und hatte damit im gut gefüllten Presseraum von Altona 93 die Lacher auf seiner Seite. Aber auch AFC-Coach Thorsten Fröhling geizte nicht mit gelungenen Kommentaren und entschuldigte sich für seine „kratzige“ Stimmer bei den anwesenden Pressevertretern: „Ich stand die ganze Nacht auf der Terrasse und hab die Wolken weggeschoben, den wir wollten unbedingt spielen.“ Gelohnt haben sich die Bemühungen des Altonaer Trainers in jedem Fall, denn nach dem Remis gegen den nun feststehenden „Wintermeister“ von der Förde ist die Fröhling-Elf ohne Frage die Mannschaft der Stunde in der Oberliga Nord. (Patrick Nawe)

Foto: Henrik Preuß nimmt ein Bad in der Menge.

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