Hamburger SV – Holstein Kiel U19 4:2 (1:1)

A-Junioren Bundesliga /

Kieler Defensivverhalten mangelhaft

Mit einer unnötigen 2:4-Auswärtsniederlage kehrten die A-Junioren der KSV Holstein von der Hagenbeckstraße an die Förde zurück und hängen weiter im unteren Tabellenmittelfeld fest. Nach dem Erfolg von Rot-Weiß Erfurt gegen Hansa Rostock rücken für die Mannschaft von Dirk Asmussen sogar die Abstiegsränge wieder näher. Prominenter Besuch beim Nordderby, denn mit SHFV-Landesauswahltrainer Michael Bauer, DFB-U18-Auswahltrainer Horst Hrubesch sowie U17-Nationaltrainer Paul Schomann zeigten gleich drei Experten des Nachwuchsfußballs ihr Interesse an dem reizvollen Aufeinandertreffen zwischen den „Jungstörchen“ und den „Rothosen“.

Der HSV fing stark an, erspielte sich schnell ein Übergewicht, aber ohne zwingende Tormöglichkeiten herauszuarbeiten. Kiels Torhüter Wenzkus hatte wenig zu tun im ersten Durchgang. Holstein besaß mit Yankin nur eine echte Spitze, Sturmpartner Albers hatte immer wieder Defensivaufgaben zu bewältigen. In der 35. Minute erzielte KSV-Kapitän Ole Werner ein umstrittenes Abseitstor. Das Führungstor für die Gastgeber fiel dann fünf Minuten vor der Halbzeitpause, ein Zeitpunkt, zu dem Holstein das Spiel ganz gut im Griff hatte und ohne Respekt agierte. Der HSVer Koep traf aus 23 Metern mit einem echten Sonntagsschuss von der halbrechten Position unhaltbar in den rechten oberen Torwinkel. Der Ausgleich für die KSV nur drei Minuten später nach einer Flanke von Ole Werner von der linke Seite. Yankin ließ sich aus 5 Metern nicht zweimal bitten und schob das Leder flach an Torhüter Wolf vorbei zum 1:1-Halbzeitstand in die Maschen.

Fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff die erneute Führung für die „Rothosen“. Aus abseitsverdächtiger Position traf Kastner zum 2:1. Mit der Hereinnahme von Sören Eismann ging noch einmal ein Ruck durch die Reihen der KSV, das zentrale Mittelfeld spielte nun endlich zwingender auf und auch nach vorne lief es jetzt besser. Kiels Schindler sorgte über die linke Seite mit seinen Vorstößen immer wieder für Tempo. Doch mit dem für Bundesliga-Verhältnisse an diesem Tage nicht ausreichenden Deckungsarbeit schlugen sich die „Jungstörche“ selbst. Das 3:1 durch Choupo-Moting (70.) war die Vorentscheidung und in der 75. Minute schraubte Posipal mit dem Treffer zum 4:1 das Ergebnis weiter in die Höhe. „Erneut haben wir ein Spiel unnötig verloren, aber wenn man den Gegner mit Unkonzentriertheiten zum Toreschießen einlädt, dann braucht man sich in der höchsten deutschen Spielklasse nicht zu wundern“, ärgerte sich Teammanager Ralf Ehlers über die unzureichende Defensivarbeit seiner Mannschaft und die Tatsache, dass beim HSV jede der vier echten Torchancen zum Erfolg führte. Das 4:2 durch Eismann ins linke untere Eck nach einem schönen Konter über die linke Seite war dann in der 77. Minute nur noch Ergebniskosmetik.

Bei Holstein zeigte einzig Ziehmer deutliche Präsenz auf dem Feld und forderte immer wieder die Bälle. Alle anderen Akteure ließen in Hamburg die Bindung zum Spiel und eine offensivere Körpersprache vermissen. Die physische und psychische Stabilität fehlt dem Kieler Aufsteiger weiterhin, um in der Bundesliga Dominanz entwickeln zu können. „In Liga eins muss man engagiert, couragiert und konzentriert auf dem Feld stehen und die Mannschaftsteile müssen enger zusammenrücken“, sieht Ehlers erheblichen Nachholbedarf bei den „Störchen“. Sicherlich besitzt der HSV die besseren Einzelspieler, aber der Gesamteindruck ließ den Schluss zu, dass man durchaus einen Zähler an der Hagenbeckstraße hätte entführen können. (Patrick Nawe)

Hamburg: Wolf – Koep (74. Ernst), V. Maier, Weilbier – Torun (83. Beister), Groß, Stadie, Choupo-Moting, Airapetian, Posipal – Kastner

Kiel: Wenzkus – Pinkert, Struthoff, Gieseler, Khomkhonsu – Meshekrani (56. Eismann), Kilit, Ziehmer, Werner (56. Schindler) – Albers, Yankin (72. Imeri)

Tore: 1:0 Koep (41.), 1:1 Yankin (44.), 2:1 Kastner (50.), 3:1 Choupo-Moting (70.), 4:1 Posipal (75.), 4:2 Eismann (77.)

Rote Karte: Struthoff (90. grobes Foulspiel)

Schiedsrichter: Steuer (Menden)

Zuschauer: 150

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