Holstein Kiel – 1. FC Union Berlin 0:4 (0:1)

Matchwinner Benyamina mit 3 Toren –

Holstein auf Abstiegsplatz

Holstein stand unter Druck und wollte gegen Union unbedingt einen Dreier einfahren, um die passende Antwort auf die herbe Kritik der Vorwoche zu geben.

Die KSV hatte sich in den bisherigen Heimspielen mit zwölf Treffern als äußerst torgefährlich erwiesen, doch wie schon während der ersten Auftritte im neuen Stadion, so kam das Spiel der Störche auch gegen Union Berlin anfangs nicht so recht in Schwung. Zwar zeigten sich die Kieler engagiert und bemüht, doch nach vorne fehlte es einfach an der nötigen Konsequenz und Coolness. Die Gäste aus Berlin gingen sehr konzentriert zu Werke und ließen sich immer wieder gekonnt bis zur Mittellinie zurückfallen. Holstein reagierte mit energischen Vorstößen, doch die Aktionen der „Störche“ verebbten spätestens in Strafraumnähe. Die Berliner Deckung stand recht sicher, auch wenn sich die KSV einige Möglichkeiten herausarbeiten konnte. Bereits nach sechs Minuten zog Kazior das Leder auf Vorarbeit von Dobry aus 14 Metern halbrechter Position knapp am langen Pfosten vorbei. Ein Breitenreiter-Kopfball aus 10 Metern auf Flanke Kazior (7.) sowie ein 25-m-Distanzschuss des Kieler Kapitäns (16.) verfehlten ihr Ziel. Die aus Berlin Gäste machten in dieser Phase durch ein gefälliges Konterspiel auf sich aufmerksam. Nach neun Minuten musste erst Sven Boy mit einem Hechtkopfball vor dem aufgerückten Benyamina klären, kurz darauf bereinigte Kazior eine brenzlige Situation vor Christian Streit im Kieler Strafraum. Turbulent wurde es dann in der 24. Minute. Erst verzog Rafael Kazior, nachdem er sich gekonnt gegen Streit und Ruprecht durchgesetzt hatte, aus acht Metern haarscharf, dann drückte auf der anderen Seite der Kieler Schlussmann Henrik Preuß einen 22-m-Distanzschuss von Streit über die Latte. Während Holstein mit einem Bartels-Schuss aus neun Metern (29.) sowie einem 25-m-Fernschuss von Schäper (35.) gescheitert war, stieß Union in der 38. Minute direkt in das Kieler Herz. Einen Diagonalpass von Streit versenkte der an diesem Tag nicht zu bändigende Karim Benyamina am indisponierten Preuß vorbei zur Berliner Führung.

Nach der Pause erhöhte Holstein noch einmal das Tempo, attackierte früh und setzte Union mit der Unterstützung des Kieler Publikums unter Druck. Erst rettete Union-Keeper Glinker gegen Kazior (46.), dann blieb ein klares Fouls im Strafraum von Streit an Bartels ungeahndet. Viel Pech für die Störche in dieser Phase. In der Folgezeit versuchte es Holstein mit Distanzschüssen, aber so war die dicht gestaffelte Abwehr der „Eisernen“ nicht aus den Angeln zu heben. Die vorentscheidende Szene des Spiels dann in der 63. Minute. Nach einem Foul von Molata an Benyamina legte sich FC-Kapitän Bönig das Leder zurecht und hämmerte den Ball aus 20 Metern in das obere linke Toreck der KSV.

Der Unmut des Kieler Publikums nahm jetzt zu und die schon im ersten Durchgang zu spürende Kieler Verunsicherung hatte die Neubarth-Elf jetzt gänzlich gepackt. Nachdem Göhlert in der 65. Minute einen Grieneisen-Ball für seinen schon geschlagenen Torhüter von der Linie gekratzt hatte, sorgte Matchwinner Benyamina auf der Gegenseite nach gekonntem Zuspiel von Patschinski (66.) mit seinem zweiten Treffer für die endgültige Entscheidung. Holstein jetzt nur noch mit hilflosen Aktionen aus der Distanz, Union mit schnellen Kontern. Einen davon vollendete Benyamin mit seinem dritten Treffer zum 0:4 (78.). Diesmal hatte er sich allein durchgesetzt, Kiels Schlussmann Preuß umkurvt und die Kugel ins lange Eck geschoben.

Ein deprimierendes Resultat für die KSV Holstein, die trotz des streckenweise gezeigten Einsatzes keinen Trumpf gegen den starken Aufsteiger ausspielen konnte. „Von unseren Ansprüchen, oben mitspielen zu wollen, müssen wir uns jetzt auf lange Sicht erstmal verabschieden“, kommentierte der Sportliche Leiter Daniel Jurgeleit in der anschließenden Pressekonferenz die Heimniederlage der Störche. (nawe)

Holstein: Preuß – Grieneisen, Boy, Spasskov, Molata – Niedrig – Kazior (79. Paulus), Breitenreiter, Schäper (67. Neubert) – Bartels, Dobry (67. Hauptmann)

Union: Glinker – Göhlert, Stuff, Ruprecht, Schulz – S. Bönig – Wunderlich (89. Rogoli), Zschiesche (79. Mattuschka), C. Streit – Patschinski, Benyamina

Tore: 0:1 Benyamina (38.), 0:2 Bönig (63.), 0:3 Benyamina (66.), 0:4 Benyamina (78.)

Zuschauer: 5430

Schiedsrichter: Fischer

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