Holstein Kiel – Hallescher FC 1:2 (1:0)

Regionalliga Nord

Durch die späten Treffer von Ronny Hebestreit (85.) und Markus Müller (90.) gestaltet der Hallesche FC den Aufstiegskampf wieder offen. Mit 2:1 (0:1) siegte die Elf von Trainer Sven Köhler gegen die KSV Holstein und verkürzte den Abstand auf den Tabellenführer der Regionalliga Nord auf zwei Zähler. Dabei sah es lange Zeit danach aus, dass die Kieler Störche mit 1:0, durch den Treffer von Tim Siedschlag in der 19. Minute, den Platz als Sieger verlassen werden. „Eine ganz unglückliche Niederlage, wir haben die drei Punkte schon im Sack gehabt“, haderte KSV-Angreifer Dmitrijus Guscinas. Holsteins Trainer Falko Götz erklärte: „In der ersten Hälfte hat meine Mannschaft fantastischen Fußball gespielt. Da es dem HFC aber in den letzten fünf Minuten gelang, das Spiel zu drehen, ist der Erfolg zwar glücklich, aber nicht unverdient.“

Von Beginn an entwickelte sich ein spannendes Spitzenspiel vor der stattlichen Kulisse von 7342 Zuschauern im Holstein-Stadion. Nach einer Stier-Flanke rutschte Kapitän Sven Boy in den Strafraum der Gäste, aber HFC-Keeper Darko Horvat parierte den Ball glänzend (6.). Danach verfehlte Boy eine Nouri-Hereingabe (10.). Holstein begeisterte die Kieler Anhänger mit munterem Angriffsfußball. Nach einem Kamalla-Patzer setzte sich Velimir Grgic im gegnerischen Strafraum durch, legte den Ball am bereits geschlagenen Horvat vorbei, aber Guscinas schoss den Ball über das leere Tor (16.). In der 19. Minute war es dann endlich soweit. Nach einem Tohuwabohu vor dem Hallenser Gehäuse bediente Kevin Schulz Tim Siedschlag und der Youngster traf zum vielumjubelten 1:0. Die Hallenser wirkten nun geschockt. Holstein bestimmte das Tempo und agierte sattelfest in der Defensive. Einzig ein Kopfball von Nico Kanitz verfehlte das „Störche“-Tor nur knapp (31.).

In der zweiten Halbzeit ließ die Götz-Elf nicht locker und störte den HFC früh im Spielaufbau. Nach einer Siedschlag-Flanke war es wieder Boy, der in die Sturmspitze vorrückte, jedoch einen Schritt zu spät kam (61.). Dann setzte sich der immer stärker agierende Ronny Hebestreit, nach einem Schubert-Freistoß, per Kopf in Szene, aber KSV-Schlussmann Michael Frech war auf dem Posten (69.).

Plötzlich gestaltete der Hallesche FC die Partie in der Schlussphase offener – und wurde für die Angriffsbemühungen belohnt. Nachdem Frech einen Kanitz-„Kracher“ sehenswert entschärfte (83.), egalisierte Hebestreit nach einer Schubert-Flanke das Kieler Führungstor (85.). Jetzt setzte der HFC alles auf eine Karte und kam tatsächlich noch zum Torerfolg. Einer feinen Vorarbeit von Jan Benes, folgte das glückliche 2:1 durch Müller (90.). Riesenjubel bei den knapp 1000 HFC-Anhängern und hängende Köpfe bei allen Spielern, Verantwortlichen und Fans der KSV Holstein.

„Es war für uns heute ein glücklicher und überraschender Sieg. Kiel hat in der ersten Hälfte ordentlich Druck gemacht, wir haben später das Herz in die Hand genommen“, freute sich HFC-Coach Köhler. Sein Trainerkollege Falko Götz gab sich kämpferisch: „Wir schauen nun nach vorne und benötigen vielleicht auch die Spannung im Aufstiegskampf. Mein Team wird in den kommenden Partien alles dafür geben, den ersten Platz zu behaupten.“ (sh)

Holstein Kiel: Frech – Hummel, Boy, Schyrba – Brückner (89. Jürgensen), Guscinas – Siedschlag, Nouri (68. Vujcic), Schulz – Stier (72. Lartey), Grgic

Hallescher FC: Horvat – Schubert, Lachheb, Kamalla, Benes – Finke, Görke (66. Kunze)- Rene Stark (90. Hartmann), Hebestreit, Kanitz – Neubert (58. Müller)

Tore: 1:0 Siedschlag (19.), 1:1 Hebestreit (85.), 1:2 Müller (90.)

Schiedsrichter: Günter Perl (München)

Zuschauer: 7342

Foto: Luftkampf zwischen dem Ex-Kieler Thomas Neubert und Alexander Nouri.

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