Holstein Woman II – Ahlten 1:2

Frauen-Regionalliga Nord

Einen herben Rückschlag im Abstiegskampf musste die Mannschaft von Dieter Menke-König in der Regionalliga hinnehmen. Im Kellerduell unterlag der Aufsteiger aus Kiel der TSG Ahlten – die Vorörtler von Hannover sind ebenfalls Neuling in der dritthöchsten Spielklasse – mit 1:2 auf dem Kunstrasenplatz in Kiel-Projensdorf.

„In diesem so genannten Sechs-Punkte-Spiel verloren wir nicht nur die drei Punkte, sondern auch Sabrina Eckhoff mit Innen- und Aussbandriss im rechten Fuss. In der 25. Minute verletzte sich Sabrina in einem Zweikampf so sehr, dass sie minutenlang behandelt werden musste. Mit dem Krankenwagen wurde sie in die Klinik zur weiteren Behandlung gebracht. Mit Gips und Krücken kehrte sie gut gelaunt nach Projensdorf zurück. Sie wird uns voraussichtlich mehre Monate fehlen“, ist die Personaldecke für Dieter Menke-König noch dünner geworden.

Dabei hatte der Coach mit seinem Team für dieses Spiel viel vorgenommen. Den Gegner auf Stärken und Schwächen studiert sowie ein extra für Samstag angesetztes Training auf Kunstrasen sollte endlich die Negativserie beenden. Aber es kam leider – wie so oft in dieser Saison – ganz anders. Die ersten 25 Minuten diktierte Holstein eindeutig das Spielgeschehen. Ahlten fand in dieser Phase nicht statt. Leider versäumte es das Störche-Team, das spielerische und kämpferische Übergewicht in Tore umzusetzen. Viel zu umständlich und teilweise auch schwerfällig wurde vor dem Ahltener Tor agiert, ohne mit dem nötigen Druck und Biss die entscheidende Situation heraufzubeschwören.

Ganz anders der Gegner: Die TSG nutzte den Schockzustand der Kielerinnen nach der schweren Verletzung von Eckhoff mit der bis dahin ersten Torchance aus und traf zur völlig überraschenden Führung. Wieder einmal rannten die Holstein-Kickerinnen völlig überflüssig einen Rückstand hinterher. Es sollte noch schlimmer kommen! In der 43. Minute spielte Ahlten einen schnellen Angriff über die aufgerückte rechte Verteidigungslinie von Holstein. Die Flanke in den Rücken der Abwehr wurde mit einem sehenswerten Kopfballtor abgeschlossen.

Entsprechend motiviert und engagiert begannen die Gastgeberinnen die vermeintliche Aufholjagd nach dem Seitenwechsel. Beherzt wurden die Zweikämpfe geführt und gewonnen. Angriff auf Angriff lief nun auf das Ahltener Tor. Der Gegner wurde in der eigenen Hälfte gebunden und verteidigte durch Befreiungsschläge den Vorsprung. Die Freistösse – allesamt von Stamer gefährlich aufs Tor geschossen – wurden entweder von der Torfrau entschärft, knallten an den Querbalken oder gingen knapp am Tor vorbei.

Bezeichnend für die derzeitige Situation und prekäre Torflaute ist das Zustandekommen des Anschlusstreffers in der 63. Minute. Ein 25-Meter-Freistoss donnert an den Querbalken, der Nachschuss aus dem Getümmel landet wieder an der Latte, ein weiterer Schuss trifft den Pfosten und irgendwie drückt dann Röder aus dem Gewühl heraus das Leder über die Torlinie. Anschliessend drückte die Elf von Menke-König noch mehr aufs Tempo und liess Ahlten nicht mehr zur Entfaltung kommen. Eine taktische Umstellung brachte noch mehr Druck auf das gegnerische Tor. Leider ohne Erfolg. Eine Eckballserie fand keine Abnehmer und so lief die Zeit davon. Mit viel Glück verteidigte Ahlten den knappen Vorsprung.

„In einem nicht hochklassigen Spiel, welches ausgezeichnet von dem Schiedsrichtergespann um Sabine Siegmund geleitet wurde, haben wir uns wieder einmal selbst geschlagen. Für Ahlten reichte eine durchschnittliche Leistung, um die zwei Fehler, die wir im gesamten Spiel zuliessen, gnadenlos zu bestrafen“, lautete das Fazit von Trainer Dieter Menke-König.

Holstein Kiel II: Marie Jürgensen – Stefanie Mohr, Svenja Nefen, Eva Ravn, Franka Roeder – Sabrina Eckhoff (25. Elisabeth Dekarz), Siri Thomsen, Sabine Puerwitz, Kirsten Stamer, Julia Oberst (46. Finja Ewering) – Tina Hild

Tore: 0:1 Carina Hoffmann (28.), 0:2 Maike Jeschor (43.), 1:2 Röder (63.)

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