Kieler „Reiseweltmeister“ vor Rekordsaison

Das Pokal-Los FSV Salmrohr sorgt für neuen Vereinsrekord im Storchennest

FSV Wer? Das Stirnrunzeln war einigen Fans direkt nach der DFB-Pokal-Auslosung deutlich anzumerken. So richtig konnten die meisten mit dem Namen des südwestdeutschen Sechstligisten nichts anfangen. Aber auch die FSV-Fans schauten sich verwundert an. Trotz der Erfolge der KSV in den letzten Jahren kannte man im Salmtal kaum ein Nordlichtmit Namen. Doch bei einigem Nachdenken, Forschen und Googeln in Salmrohr und in Kiellichtete sich das Dunkel – zumindest ein wenig.

Kultspieler und Weltmeister

In der Saison 1986/87 gab das Team aus dem lauschigen Salmtal im Landkreis Bernkastel-Wittlich ein überaus kurzes Stelldichein in der 2. Bundesliga. Als Vizemeister der Amateuroberliga Südwest gelang der Sprung in den Bezahlfußball. Zwar standen damals echte Fußball-„Legenden“ wie Torhüter Wolfgang Kleff und Stürmerstar Klaus Toppmöller in den Reihen der Rheinland-Überflieger. Und selbst Weltmeister Bernd Hölzenbein kickte 1986 für ein halbes Jahr im Salmtal. Aber dauerhafter Ruhm stellte sich in der Provinz nicht ein. Sang- und klanglos stieg der FSV wieder in die Drittklassigkeit ab und „genoss“ fortan wieder das wohl vertraute Schattendasein, zusätzlich „eingeschüchtert“ durch die große Historie der deutlich erfolgreicheren Nachbarn aus Trier, Koblenz und Kaiserslautern.

Die Reiseweltmeister aus Kiel

Satte 18.148 Reisekilometer werden die Störche in der Zweitliga-Saison 2019/20 zurücklegen – das ist absoluter Liga-Spitzenwert. Mit dem Pokalspiel im 12.000 Zuschauer fassenden Salmtal-Stadion kommen weitere 1.400 Kilometer hinzu. Nie zuvor in der Vereinsgeschichte musste die KSV weiter reisen als in der kommenden Saison.

Reiselustige KSV-Fans

Schon in der abgelaufenen Spielzeit war die Reisefreude der Störche-Fans bemerkenswert. Über 20.000 Schlachtenbummler sahen die insgesamt 18 Auswärtsspiele in der 2. Bundesliga und im DFB-Pokal (1860 München). Und so darf man imAugust auch in Salmrohr mit einer stattlichen Zahl blau-weiß-roter Anhänger rechnen, zumal die Partie FSV Salmrohr gegen Holstein eine Premiere ist – und der Name Holstein Kiel aufgrund der großen Duelle gegen den 1. FC Kaiserslautern in den 50er Jahren bei den älteren Fußballfreunden im ganzen Südwesten einen guten Klang hat. Die Bedenken von FSV-Routinier Christian Rauen, dass insgesamt „nur“ knapp über 1.000 Zuschauer der Partie beiwohnen werden, dürften zerstreut werden.

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