Rassige Rutschpartie endet torlos

Holstein Kiel – Hallescher FC 0:0

In einem rassigen Spitzenspiel trennten sich Holstein Kiel
und der Hallesche FC torlos 0:0. In der
ersten Halbzeit hatte der Gastgeber mehr vom Spiel, brachte den Ball aber
nicht im HFC-Gehäuse unter. Auf immer schwerer zu bespielendem Geläuf legte der
Hallesche FC zu, brachte in der 69. Minute den Ball aber nur auf und nicht hinter
die Linie des Kieler Tores. In Summe beider Halbzeiten geht das Unentschieden vollauf in Ordnung. Holstein Kiel bleibt auch im zehnten Heimspiel der Saison ungeschlagen, gab aber die ersten Heimpunkte ab.

Die Störche begannen in der gleichen Formation wie beim
2:1-Last-Minute-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg II. Fiete Sykora saß nach
überstandener Wadenverletzung auf der Bank. Den Störchen gelang beinah der
Paukenschlag: Einen Heider-Schuss aus spitzem Winkel lenkte HFC-Schlussmann
Horvath gerade noch an den Pfosten. 25 Sekunden waren da gespielt. Ee
entwickelte sich ein Duell zweier Regionalliga-Mannschaften, in dem der tiefe,
matschige Platz immer wieder für Überraschungsmomente sorgte. Alle 20
Feldspieler waren permanent unterwegs, gaben keinen Ball verloren. Mit
Spielverlauf übernahmen die Störche mehr
und mehr das Kommando. In der 19. Minute umkurvte Heider die HFC-Innenverteidigung
und zog aus 18 Metern ab – knapp über das Tor der Gäste. 60 Sekunden später
piekte Chahed drüber. Zwei Minuten später drosch Müller den Ball aus 16 Metern
Torentfernung in den Abendhimmel. Eine Kieler Führung wäre zu diesem Zeitpunkt
nicht unverdient gewesen. Holstein erhöhte weiter den Druck. In der 25. Minuten
entschied Schiedsrichter Grudzinski falsch, indem er Siedschlag für eine
vermeintliche Schwalbe Gelb zeigte. Elfmeter wäre die richtige Entscheidung
gewesen. Auch die weitere Holstein-Offensivbemühungen warenb nicht von Erfolg gekrönt. Torlos ging es in die Kabinen.

Zweite Halbzeit, gleiches Bild. Keineswegs schlechte Gäste
hatten große Mühe mit hellwachen und flinken Störchen. In der 53. Minute zielte
Chahed aus 20 Metern aufs Neue zu hoch. Das Spiel wurde immer mehr zur
Rutschpartie. Aus dem Nichts in der 60. Minute die Riesenchance für Halle. Doch
Mast setzte im Eins-gegen-Eins gegen KSV-Schlussmann Jensen den Ball gegen den
Pfosten. Mitte der zweiten Halbzeit wurde der Gast trotz Gegenwind immer stärker. Holstein fand nicht mehr in die flüssigen Kombinationen der ersten Hälfte. Strittige Situation in der 69. Minute: Kopfball von Mast. Jensen reagiert
glänzend und lenkte den Ball an die Unterkante der Latte und von dort hinter
die Linie? Schiri Grudzinski sah den Ball nicht dahinter und ließ
weiterlaufen. Der Platz hatte nach dem intenstiven Spiel bei all dem Regen seine Schuldigkeit getan. Auch
die Spieler waren von dem intensiven Spiel gekennzeichnet. Ein kontrolliertes
Spiel war kaum noch möglich. Holstein-Trainer Thorsten Gutzeit brachte mit
Wetter, Sykora und Wulf noch frische Kräfte, aber ohne zählbaren Erfolg. In den letzten Minuten konnte sich Kiel dem Druck des HFC noch einmal erwehren, doch HFC-Schlussmann blieb auch im 13. der 18 Spiele ohne Gegentor. Torlos endete eine rassige Rutschpartie.

Stimmen nach dem Spiel

Holsteins
Sportlicher Leiter Andreas Bornemann
sagte nach dem Spiel: „Insgesamt müssen wir hier natürlich
mit dem 0:0 zufrieden sein. Wir haben eine großartige erste Halbzeit gespielt.
Nach der Pause kam Halle mit den schwierigen Platzbedingungen besser zurecht.
Auch bei den strittigen Entscheidungen war es ausgeglichen. Wir müssen
eventuell einen Elfmeter bekommen, Halles Wembley-Tor hätte eventuell auch
zählen müssen.“ Der starke Kieler Schlussmann Morten Jensen war dagegen
unzufrieden: „Wenn wir den Elfmeter bekommen, dann steht es hier früh 1:0. Dann
hätte Halle kommen müssen und ich bin mir sicher, dass wir die drei Punkte
eingefahren hätten. Der Schiri war uns heute leider nicht wohlgesonnen.“ Rafael
Kazior
sagte: „Als der Schiri in der Strafraumszene mit Sido gepfiffen hat, wollte ich mir schon den Ball nehmen. Sido ist sich auch sicher, dass es ein Elfer war. Die Mannschaft, die hier heute ein Tor erzielt hätte, hätte auch
gewonnen. In der ersten Halbzeit waren wir näher dran, in der zweiten Halbzeit
Halle. Da muss man auch mal mit einem Punkt zufrieden sein. Vor allem, wenn es
im Vergleich zum Hinspiel ein Punkt mehr ist.“ Steve Müller sagte: „Ich denke,
wir haben in der ersten Halbzeit für diese katastrophalen Platzverhältnisse
richtig guten Fußball gezeigt. Leider haben wir den Ball nicht aufs Tor
gebracht, sondern nur daneben oder drüber. Dadurch das Halle in der zweiten
Hälfte besser war, geht das Unentschieden in Ordnung.“

Holstein-Trainer Thorsten Gutzeit: „Wir haben heute ein
Spitzenspiel zweier Spitzenmannschaften auf schwerem Geläuf gesehen. Die
Spieler haben das sehr gut gemacht. Wir haben hier klasse Fußball mit vielen
guten Spielszenen gesehen, auch wenn die ein oder andere Situation nicht
geklappt. Ich denke, wir haben in der ersten Halbzeit versucht, schnell ein Tor
zu erzielen. In einigen aussichtsreichen Aktionen treffen wir beim Abschluss
das Tor nicht Aktionen und wenn man das Tor nicht trifft, kann man nicht
gewinnen. In der zweiten Halbzeit hat Halle mehr Griff aufs Spiel bekommen. Und
wir haben das nötige Glück gehabt. Die Diskussionen ob Elfmeter oder Tor sind
müßig, da der Schiri nicht gepfiffen hat. Insgesamt hat er seine Sache meiner
Meinung nach gut gemacht. Ich bin sehr zufrieden mit dem Punkt und jetzt freuen
wir uns auf Mittwoch.“

HFC-Trainer Sven Köhler sagte: „Ich freue mich, dass wir
heute einen verdienten Punkt erreicht haben. In der ersten Halbzeit war Kiel die
aktivere Mannschaft. Druckvoller, mit vielen Aktionen im Strafraum. Wir konnten
glücklich mit dem 0.0 in die Pause gehen. Aufgrund der zweiten Halbzeit haben
wir uns aber das Unentschieden verdient, da wir die klareren Möglichkeiten
hatten. Zu beiden strittigen Aktionen kann ich nichts sagen. Wir haben aus zwei
Spitzenspielen vier Punkte geholt und sind damit sehr zufrieden.“

Holstein Kiel:Jensen – Herrmann, Jürgensen, Berzel, Poggenberg – Müller, Kazior – Lindner, Chahed (81. Sykora), Siedschlag (77. Wetter) – Heider (88. Wulff).

Tore: Fehlanzeige

Zuschauer: 8.743

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