Sa. 14.00 Uhr: Holstein Kiel – Werder Bremen II

Gegen Werder nachlegen

Neubarth-Elf empfängt Tabellendritten

Vorhang auf für die dritte Vorstellung im neuen Holstein-Stadion. Gegner der Kieler Störche ist am Samstag um 14.00 Uhr der Tabellendritte SV Werder Bremen II. Die Überraschungself von der Weser, die in den letzten Jahren regelmäßiger Gast in den unteren Tabellenregionen war, hofft nun endlich mal auf eine ruhigere Spielzeit. Und der Start ist den Grün-Weißen mehr als geglückt. Mit 10 Punkten aus fünf Partien haben sich die Werderaner in der Spitzengruppe festgesetzt. Und auch an der Förde will der SVW etwas erben. Die ohne die angeschlagenen Christian Mikolajczak und wohl auch Michael Molata auflaufenden Kieler sind also gewarnt.

Für das Bremer Trainer-Duo Thomas Wolter und Frank Bender ist es bereits die fünfte gemeinsame Regionalliga-Saison. Kein anderes Trainer-Duo der Regionalliga Nord ist länger im Amt. Das spricht für die Kontinuität am Weserstrand.‘ Mit Rückblick auf die vergangenen zwei Spielzeiten, in denen Werder bis zum Schluss um den Klassenerhalt kämpfen musste, verspürt Trainer Wolter sogar ein bisschen stolz: „Mit einer so jungen Mannschaft zu bestehen war sehr schwer.‘

Für den Bremer Coach liegt die stärkste Regionalliga Nord aller Zeiten vor seiner Mannschaft. „Es gibt sechs Teams die aufsteigen wollen und die restlichen Teams haben fast ausschließlich einen einstelligen Tabellenplatz als Ziel ausgegeben. Da fragt man sich doch, wer denn absteigen soll. Da können wir uns auf eine spannende Saison freuen‘, so Wolter, der mit seiner Mannschaft ebenfalls am Saisonende einen Platz im gesicherten Mittelfeld belegen will und nach dem gelungenen Saisonstart mit 7 Zählern aus den ersten drei Partien zuversichtlich ist, diesmal eine etwas ruhigere Saison erleben zu dürfen. „Nach den zwei aufregenden Jahren wäre es schön, wenn wir dieses Mal etwas mehr Ruhe haben würden. Aber auch wenn es wieder gegen den Abstieg geht, kommen wir zurecht.‘

“Werder hat seit Jahren eine tolle Mannschaft zusammen, die Mischung stimmt. Und immer wieder gibt es Unterstützung aus der Bundesliga, die Mannschaft ist oftmals schwer berechenbar“, so KSV-Coach Frank Neubarth, der nach 14 Jahren an der Weser bestens mit den Bedingungen beim SVW“ vertraut ist.

Dass Werder auch mit einem jungen Team in der dritthöchsten deutschen Spielklasse bestehen kann, haben die Bremer bereits im vergangenen Jahr eindrucksvoll bewiesen als zwischenzeitlich sogar fünf A-Jugendliche bei den Grün-Weißen auf dem Feld standen. Auch in dieser Saison kommt ein Großteil der Neuzugänge aus den eigenen Reihen. Sieben Spieler schafften den Sprung von der U 19 in das Regionalligateam. „Und auch dieses Jahr haben wir wieder eine richtig gute U 19, aus der im kommenden Jahr der eine oder andere Spieler zu uns aufrücken wird. Das spricht für unsere gute Nachwuchsarbeit‘, erklärt Wolter. Als externe Neuzugänge wurden lediglich Marc Heider (VfL Osnabrück), Frank Löning (SV Wilhelmshaven) und Dominik Schmidt (Tasmania Berlin) an die Weser geholt. Während Frank Löning und Marc Heider schon seit längerer Zeit auf der Wunschliste der Bremer standen, wurde Werder auf den damals noch A-Jugendlichen Dominik Schmidt erst vor rund einem %BC Jahr aufmerksam. „Wir haben ihn dann im Spiel gegen unsere eigene U 19 beobachtet, anschließend mit der A-Jugend zum internationalen Turnier nach Düsseldorf genommen und ihn noch einmal zum Probetraining eingeladen. Wir waren uns schnell einig, dass wir ihn zu uns holen wollen‘, erklärt Thomas Wolter. Die Entscheidung zu Werder zu wechseln ist allen drei nicht schwer gefallen. „Beim Turnier in Düsseldorf hatte ich gleich das Gefühl zu Hause zu sein. Das habe ich noch nie erlebt, dass man so gut in einem Verein aufgenommen wurde‘, so Dominik Schmidt. Seinen Teamkollegen Marc Heider hätte der VfL Osnabrück gerne selbst in der Regionalliga behalten. „Ich musste entscheiden, welcher Weg für mich der beste ist. Bei Werder war der Reiz einfach größer‘, erklärt Marc Heider die Beweggründe für seinen Wechsel zu Werder.

Während Marc Heider und Dominik Schmidt noch zu den jüngeren Spielern im Team zählen, fällt Frank Löning mit seinen 24-Jahren bereits über die U 23-Regelung. „Frank soll zusammen mit Kasper Jensen und Sandro Stallbaum als älterer Spieler eine Führungsrolle im Team übernehmen‘, sagt Wolter, der ab dieser Saison auf seinen jahrelangen Kapitän Björn Schierenbeck verzichten muss. „Björn wird uns nur noch als Stand-By-Spieler zur Verfügung. Seine Zukunft liegt im Werder-Leistungszentrum, worauf er sich jetzt auch konzentrieren soll.‘

Auf alle Fälle werden sich die Störche vor dem Anpfiff noch an die beiden Partien der letzten Saison zurück erinnern. Nach dem unglücklichen 1:1 in der Hinrunde 2005/06 mit dem späten Treffer von Schierenbeck saß vor allem in der Rückrunde die herbe 0:3-Pleite auf Platz 11 tief. Der Absturz in Bremen war gleichbedeutend mit dem Ende der Kieler Aufstiegshoffnungen. Das soll in dieser Saison besser werden, denn „wir wollen am liebsten beide Spielen gegen Werder gewinnen“, so Trainer Frank Neubarth im Vorfeld der Partie.

Kapitän Andre Breitenreiter setzt auch gegen Werder wieder auf das lautstarke Kieler Publikum, das in den Spielen gegen Magdeburg und Lübeck erheblich zum Gelingen beigetragen hat: „Wir wollen gemeinsam nach oben, also brauchen wir uns gegenseitig.“

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