SV Wehen Wiesbaden – Holstein Kiel 2:1 (0:0)

3. Liga (13. Spieltag) / Fotos online!

Die Kieler Störche kehren mit der sechsten Auswärtsniederlage der laufenden Saison aus der hessischen Landeshauptstadt zurück. Zweitliga-Absteiger SV Wehen Wiesbaden besiegte Holstein vor 3148 Zuschauern mit 2:1 (0:0). Die Treffer für die Platzherren erzielten Björn Ziegenbein per Foulelfmeter (61.) und Aykut Öztürk (69.). Der Anschlusstreffer von Michael Holt in der Schlussminute war nur noch Ergebniskosmetik. Durch die Niederlage rutscht die Wück-Elf mit 13 Zählern auf den 17. Tabellenplatz ab. Dahinter rangieren die drei Teams aus Dresden (12), München (10) und Wuppertal (9).

In der Brita-Arena erlebten die Zuschauer ein Spiel zweier Teams auf Augenhöhe. Wehen-Wiesbaden hatte im ersten Durchgang Probleme mit den Kielern, die sich trotz zahlreicher Fehlpässe im Aufbau durchaus gute Tormöglichkeiten herausspielen konnten. In der 24. Minute hätte Tim Wulff sein Team in Führung bringen können, doch frei vor dem Tor der Platzherren ließ sich der Kieler im letzten Moment von seinem Gegenspieler Fabian Schönheim das Leder vom Fuß nehmen. Im Nachsetzen brachte Tim Jerat Wulff erneut in Position, aber diesmal setzte der Angreifer der KSV das Leder knapp am rechten Pfosten des Wiesbadener Gehäuses vorbei. Viel Pech für Holstein in dieser Szene. Ein gefährlicher Kopfball von Kevin Schulz aus acht Metern (40.) sowie ein sehenswerter 20-Meter-Schlenzer von Tim Siedschlag (42.), den SV-Keeper Eric Domaschke in Klassemanier entschärfen konnte, verfehlten das Ziel.

Nach dem Wechsel hatte die Elf von Hans-Werner Moser den besseren Start. Der für den verletzten Simon Henzler ins KSV-Tor gerückte Michael Frech musste in der 47. Minute sein ganzes Können aufbringen, um einen Kopfball von Marcel Ziemer nach Reinert-Freistoß um den Pfosten zu lenken. Zwei Minuten später entwischte Christian Kunert seinem Bewacher Kevin Schulz, scheiterte aber aus zehn Metern spitzen Winkels an Frech. In der 55. blieb Frech Sieger gegen Ziegenbein, der es einfach mal aus 26 Metern probiert hatte. Langsam löste sich Holstein aus der Umklammerung und hatte nun seinerseits wieder beste Einschussmöglichkeiten. Jerat per Kopfball aus sieben Metern (56.), Holt aus 25 Metern halblinker Position (57.) sowie Dmitrijus Guscinas freistehend per Kopf aus acht Metern (58.) verpassten die Kieler Führung. Und die Nachlässigkeiten im Abschluss wurden bestraft. Nach einem Konter des SV Wehen-Wiesbaden brachte Routinier Alexander Nouri Aykut Öztürk im Strafraum zu Fall und Schiedsrichter Martin Petersen entschied sofort auf Strafstoß (60.). Ziegenbein verwandelte zum 1:0 für den Zweitliga-Absteiger. Neun Minuten später die Entscheidung zugunsten der Hessen. Nach schnellem Spiel – und einem rüden Foul an Geburtstagskind Peter Schyrba – setzte sich Öztürk gekonnt gegen seinen Bewacher Robert Müller durch und traf aus 16 Metern mit einem tollen Schuss flach ins rechte untere Eck zum 2:0 für Wehen. Damit war die Messe für die Störche gelesen. Das zehnte Saisontor durch Michael Holt (90.) war am Ende nur noch Makulatur.

„Wir haben das Spiel heute selber verloren, dem Schiedsrichter darf man keinen Vorwurf machen, denn wir müssen einfach unsere Chancen nutzen und in vielen Szenen disziplinierter agieren“, kommentierte Holstein-Trainer Christian Wück nach seiner ersten Niederlage als KSV-Coach das Gesehene. „Immerhin konnten wir zeigen, dass wir mithalten und guten Fußball bieten können“, so der ehemalige Bundesliga-Profi. Große Enttäuschung bei Alexander Nouri, der den Elfmeter zum 1:0 verschuldet hatte: „Wir sind beide mit dem Körper zum Ball gegangen, für mich war es ein ganz normaler Zweikampf. Bitter für die Mannschaft, denn wir haben ein gutes Spiel hingelegt.“

Am kommenden Sonnabend um 14.00 Uhr erwarten die Störche den Tabellendritten SV Sandhausen im Holstein-Stadion. „Dann wollen wir uns die drei verlorenen Punkte zurückholen“, richtete Christian Wück nach dem Spiel den Blick schon wieder nach vorn und meinte: „Wir haben heute viel lernen können. In Zukunft müssen wir einfach darauf achten, unsere taktische Marschroute über die kompletten 90 Minuten durchzuhalten. In Wiesbaden haben wir gesehen, dass schon eine einzige Unaufmerksamkeit den Weg auf die Verliererstraße ebnen kann.“ (Patrick Nawe)

SV Wehen Wiesbaden: Domaschke – Billick, Gehring, Schönheim, Weigelt – Kunert (86. Boskovic), Reinert (89. Amstätter) ,Hübner, Ziegenbein (90. Bohl) – Öztürk, Ziemer

Holstein Kiel: Lamprecht, Müller, Schyrba, Schulz – Nouri, Vujcic (79. Heider) – Holt, Jerat, Siedschlag (67. Sembolo) – Wulff (56. Guscinas).

Tore: 1:0 Ziegenbein (61., Foulelfmeter), 2:0 Öztürk (69.), 2:1 Holt (90.)

Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart)

Zuschauer: 3148

Foto: Holsteins Tim Jerat im Zweikampf mit Benjamin Hübner.

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