Tor von Krohn ohne Lohn

2. Frauen-Bundesliga Nord –

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In der 2. Frauen-Bundesliga hechelt das Team von Holstein Kiel weiterhin Fortuna hinterher! Bei der Premiere auf dem Kiliaplatz – der neuen Heimspielstätte in Liga zwei – erzielten die Holstein Woman zwei Tore und der Gast aus Gütersloh eins. Aber am Ende der insgesamt 92 Minuten siegte die Mannschaft von Gästetrainer Andre Birker mit 2:1.

Schon nach sechs Minuten köpfte Julia Weigel nach einem Eckball von Kristina Gessat von der linken Seite ins eigene Gehäuse. Ein Treffer, der dem aus den letzten beiden verlorenen Spielen zerrütteten Selbstvertrauen bis zum Pausenpfiff weiteren Nährboden entzog. Pech auch in der 68. Minute für das Siebolds-Team. Nach einem Doppelpass mit Christina Krause verlor Stephanie Güldenzoph beim Ausspielen des Torwarts am Torraum leicht am Fuß berührt das Gleichgewicht. Die Mittelfeldstrategin der Woman kam zu Fall. Nur acht Minuten später zeigte Schiedsrichterin Sinem Turac bei einer fast identischen Situation auf der anderen Seite auf den Elfmeterpunkt. Nina Jokuschies hatte Wallenhorst zu Fall gebracht. Den berechtigten Strafstoss verwandelte Lauryn Welch – Neuzugang von den LA Legands aus den USA – sicher zum 2:1. Dabei befanden sich beide Teams über die gesamte Spielzeit gesehen auf einer Augenhöhe. Wobei der favorisierte Gast aus Ostwestfalen in den ersten 30 Minuten die größeren Spielanteile seiner Bilanz zuweisen durfte. Indes ohne klare Chancen trotz versuchtem Flügelspiel – vermehrt über die linke Seite – vorzuzeigen. Beide Keeperinnen hatten eigentlich einen sehr geruhsamen Nachmittag. Die einzige Möglichkeit für die Gäste gab es durch Kristina Gessat, die nach einem Solo aus spitzem Winkel an Katna Ihrens scheiterte (41.). Bei der Heimelf liefen viele Angriffsversuche zu statisch ab. Zu wenig Bewegung ohne Ball gab der Defensive der Gütersloherinnen kaum Rätsel auf. Dennoch hätten die an diesem Tage unglücklich agierende Weigel (25.) und Krohn (34.) bei mehr Entschlossenheit vor dem gegnerischen Tor vor der enttäuschenden Kulisse von 68 zahlenden Zuschauern den Ball ins Netz bugsieren können. Die Birker-Elf handelte in der ersten Halbzeit geistig frischer, sicherer in den Aktionen und mit den erwarteten Offensivbemühungen. Womit die knappe Führung zur Halbzeit begründet war. Die Woman verloren zuviele Bälle in den Zweikämpfen, standen meistens zu weit weg von den Gegenspielerinnen in Ballnähe und offenbarten teilweise wieder einmal unsauberes Pass- und Anspiel.

Diese Mankos machte die Elf von Heinz Siebolds nach dem Seitenwechsel mit sehr guter kämpferischer Einstellung mehr als wett. Die Kielerinnen spielten nun – im Vergleich zu den vorangegangenen Begegnungen mit dem FCG – gleichwertig, ja sogar etwas besser, mit. In diesem Abschnitt war Güterslohs Coach Birker mit seinem Team unzufrieden. ”Ich weiss gar nicht, warum wir in den Bus gestiegen sind”, entlüftete Birker verbal seinen angestauten Frust, ”guck dir doch mal die … an.” Den mehr als verdienten Ausgleich nach nicht gegebenen Strafstoß in der 68. Minute erzielte Kati Krohn. Zuvor köpfte Güldenzoph nach Krause-Freistoß aus kurzer Distanz in den Fangbereich von Torhüterin Kathrin Wojtasik (70.). Der anschließende Konter führte zu einem Tohuwabohu im Kieler Strafraum ohne negative Folgen. Weitere Möglichkeiten gab es durch einen Flachschuss von Welch (58.) und Leugers (60.). Als Krause fünf Minuten vor dem Ende aus zentraler Position aus zehn Metern knapp rechts vorbei zielte, stand die zweite Niederlage im zweiten Punktspiel fest.

Ein Unentschieden hätte dem Spielverlauf besser zu Gesicht gestanden. So misslang den Holstein Woman die Premiere auf dem Kiliaplatz. Nun gilt es im zweiten von vier aufeinanderfolgenden Heimspielen am kommenden Wochenende gegen Union Berlin die kämpferische Note aus Abschnitt eins beizuhalten und weitere Komponenten erfolgreichem Fußballspiels beizumischen. Dazu gehört sicherlich auch eine Portion Glück. (Isi)

Holstein Kiel: Katna Ihrens – Christin Vogt, Svenja Wölki, Nina Jokuschies, Sarah Thode – Kati Krohn, Rachel Pashley (72. Nicole Preiß), Stephanie Güldenzoph, Julia Weigel, Jana Leugers – Christina Krause

FC Gütersloh 2000: Kathrin Wojtasik – Anna Schiller, Christina Drewitz, Lisa Gebhard, Franka Dreyer – Angelika Widowski (27. Lena Hackmann), Kristina Gessat (72. Marina Hermes), Lisa-Marie Scholz, Anja Barwinsky – Jacqueline Scheuren (52. Maren Wallenhorst), Lauryn Welch

Schiedsrichter: Sinem Turac (Berlin) – Zuschauer: 68 zahlende

Gelbe Karte: Pashley – Hermes

Tore: 0:1 Weigel (6., Eigentor), 1:1 Krohn (72.), 1:2 Welch (76.)

Foto: Die beiden Spielführerinnen unter sich. Links Rachel Pashley, rechts FCG-Kapitän Lisa-Marie Scholz.

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