Werder Bremen II – Holstein Kiel 6:1 (3:1)

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Bitterer Abend für die Kieler Störche auf Platz 11 des Weserstadions in Bremen. Die Mannschaft von Trainer Cristian Wück unterlag dem Tabellennachbarn im Kellerduell der 3. Liga klar und deutlich mit 1:6. “Wir hatten mit den Kielern nach dem 0:4 im Hinspiel noch eine Rechnung offen”, offenbarte der dreifache Torschütze Onur Ayik nach dem Schlusspfiff Genugtuung angesichts des Kantersieges seines Team. Für Holstein war es der Tiefpunkt der Auswärtsmisere in der laufenden Saison und ein herber Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt.

Mangelnde taktische Disziplin und eine eklatante Schwäche im Duell Mann gegen Mann brachten Holstein schnell ins Hintertreffen. Binnen 13 Minuten war die Partie zugunsten der Bremer praktisch entschieden. Onur Ayik mit einem trockenen Schuss aus 20 Metern (10.), erneut Ayik völlig unbedrängt aus zehn Metern (16.) und Menga mit einem Schuss aus kurzer Distanz (23.) sorgten für Ernüchterung auf Seiten der Störche. Die Kieler Abwehr um Peter Schyrba und Robert Müller offenbarte gravierende Schwächen. Der Anschlusstreffer durch den 25-Meter-Hammer von Michael Holt fünf Minuten vor der Pause ließ noch einmal Hoffnung in den Reihen der Gäste aufkeimen. Doch eine Viertelstunde nach Wiederanpfiff sorgte ein katastrophaler Schnitzer von Schyrba für die endgültige Entscheidung. Der Kieler Verteidiger vertändelte das Leder an der Strafraumgrenze und setzte dadurch ungewollt den aufgerückten Bremer Torjäger Ayik in Szene. Der schob das Leder völlig unbedrängt an KSV-Schlussmann Michael Frech vorbei ins Netz. Die Treffer von Kevin Artmann (71.) und Lennart Thy (87.) machten das halbe Dutzend voll. Sprachlosigkeit und Entsetzen prägten das Bild auf Seiten der Kieler nach den 90 Minuten an der Weser.

Trainer Christian Wück zeigte sich tief betroffen: “Wenn man die ersten vier Tore durch individuelle Fehler bekommt und gefühlte 10 Prozent Zweikampfquote aufweist, dann muss man sich nicht wundern, dass man mit Paken und Trompeten untergeht. Wir haben nun intern sehr viel aufzuarbeiten, denn so haben wir in der 3. Liga nichts verloren.”

Sein Gegenüber Thomas Wolter war angesichts des Erfolges vollauf zufrieden: “8 Wochen haben wir auf den Start gewartet und mein Team hat sich heute den Frust der letzten Zeit von der Seele gespielt. Vorher hatte ich ein mulmiges Gefühl, aber nun ist es umso schöner. Doch ich weiß das Ergebnis richtig einzuschätzen. Wir werden sicherlich nicht abheben.”

Für Holstein geht es bereits am Sonnabend um 14 Uhr beim FC Carl-Zeiss Jena weiter. Bis dahin gilt es, das angeschlagene Selbstvertrauen wieder aufzubauen.

Werder Bremen II: Mielitz – Perthel, Stallbaum, Schmidt (78. Ronneburg), Schiller – Kempe, Artmann (78. Thy), Feldhahn, Maek – Menga, Ayik (85. Zengin)

Holstein Kiel: Frech – Meyer, Schyrba, Müller, Lamprecht – Jerat (66. Nouri) – Stier (46. Schulz), Holt, Schüßler (66. Guscinas) – Cannizzaro, Sykora

Tore: 1:0 Ayik (10.), 2:0 Ayik (16.), 3:0 Menga (23.), 3:1 Holt (40.), 4:1 Ayik (61.), 5:1 Artmann (71.), 6:1 Thy (87.)

Zuschauer: 550

Foto: Führungstorschütze Ayik setzt sich gegen Müller durch.

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