Woman II – SuS Timmel 1:1

Frauen-Regionalliga Nord

Im Abstiegsduell zwischen den Holstein Woman II und dem SuS Timmel gab es an diesem trüben Sonntagnachmittag auf dem Fördeplatz in Schilksee keinen Sieger. Nach 90 Minuten trennten sich die Teams 1:1, wobei die Frauen aus Timmel diesen glücklichen Punktgewinn wie einen Sieg feierten. Bei Holstein fühlte sich das Remis wie eine Niederlage an.

Das Team von Menke-König hatte sich nach sechs Niederlagen in Folge gegen die Ostfriesinnen, die eine vergleichbare Negativserie bis dahin hingelegt hatten, viel vorgenommen: 3 Punkte mussten her, egal wie! Aus der kompakten Defensive um Rosa Pérez Traulsen, Svenja Nefen, Franka Röder und Gyde Fuhrmann heraus sollte über die beiden Sechser Sabrina Eckhoff und Siri Thomsen die schnelle Spieleröffnung auf die beiden Aussen Kirke Petersen und Sabine Puerwitz erfolgen. Das Ziel war es, Timmel durch aggressives und körperbetontes Mittelfeldpressing den Schneid abzukaufen, um so das Spiel komplett in die Hälfte des Gegners zu verlagern. Der Ball sollte möglichst weit ab vom eigenem Gehäuse – gehütet von der sicheren Steffi Mohr – ferngehalten werden. Kirsten Stamer sollte im Zusammenspiel mit Julia Oberst die lang ersehnten Treffer setzen.

Doch wieder einmal gehörte die Anfangsphase den Gästen. „Dass, was wir uns vorgenommen hatten, spulte zunächst Timmel ab“, sah Menke-König eine verkehrte Welt. Bereits nach 3 Minuten vergab Timmel nach einem scharf hereingebrachten Eckball die mögliche frühe Führung. In der 8. Minute ging ein Freistoss der Gäste aus gut 25 Metern an Freund und Feind knapp am Tor vorbei. Erst nach dieser Sturm- und Drangphase kamen die Kielerinnen besser ins Spiel. Die Zweikämpfe im Mittelfeld wurden leidenschaftlich geführt und gewonnen. Ab der 10. Minute übernahmen die Gastgeberinnen die Kontrolle über das Spiel und drängten den Gegner in die eigene Hälfte. Chancen ergaben sich nun zwangsläufig. Die erste besass Kirsten, die einen Freistoss aus gut 40 Meter an den Querbalken donnerte. Den Nachschuss konnte die überraschte Thomsen nicht kontrolliert anbringen. Allein Oberst hatte mehrfach den Führungstreffer auf dem Fuß (17., 21., 25., 32., 40. Minute). Petersen lief in der 45. Minute allein auf die Torhüterin zu und verzog knapp. Statt mit einer beruhigenden Führung ging es nur mit dem 0:0 in die Pause.

Nach der Pause spielten die KSV noch sicherer und druckvoller und wollte unbedingt den Führungstreffer erzwingen. In der 55. Minuten war es endlich soweit: Stamer spielte einen gefühlvollen Pass in Nahtstelle der Vierer-Kette der Gäste. Oberst bedankte sich dafür und schloss mit einem platzierten Flachschuss zum viel umjubelten und bis dahin hoch verdienten 1:0 ab. Unerklärlicherweise tat dieser Treffer frm Holstein-Spiel nicht gut. Fortan übernahm Timmel das Kommando und entwickelte neue Kräfte. Drei Minuten nach dem Führungstreffer segelte ein gefährlicher Freistoss der Gäste knapp am Tor vorbei. Statt in dieser Phase weiter kontrolliert und konzentriert Ball und Gegner laufen zu lassen, suchten die Störchinnen ihr Heil in langen Bällen in die Spitze, die leider nicht gehalten werden konnten. Zu tief stehend erwarteten Nefen und Co nun die schnellen Gegenangriffe der Gäste. Die Chancen der Gäste häuften sich. Ein Schuss in der 70. Minute verfehlte noch knapp das Ziel, in der 77. Minute war es Fuhrmann, die auf der Linie klären konnte. Die endgültige Entscheidung hatte abermals Oberst auf dem Fuß, die einen der wenigen Entlastungsangriffe in der 86. Minute knapp neben das Tor setzte. In der 88. Minute fiel dann doch noch der Ausgleich: Nach einem Eckstoss der Gäste bekam Holstein Kiel den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Rena Dirks nutzte diese Gelegenheit und erzielte aus dem Gewühl heraus den späten Ausgleich.

Fazit: Holstein hat gerade in der ersten Hälfte schnellen und dynamischen Angriffsfußball geboten. Einstellung und Einsatzwille waren bei allen Beteiligten auf und neben dem Platz vorbildlich. Mit Leidenschaft wurde in die Zweikämpfe gegangen und um jeden Quadratzentimeter auf dem tiefen Boden gekämpft. Einzig allein die Chancenverwertung gilt es in den nächsten Spielen erheblich zu verbessern.

Holstein Kiel II: Stefanie Mohr – Gyde Fuhrmann, Rosa Perez-Traulsen, Svenja Nefen, Franka Roeder – Sabrina Eckhoff, Siri Thomsen – Sabine Puerwitz, Kirsten Stamer (76. Tina Hild), Kirke Petersen (55. Elisabeth Dekarz) – Julia Oberst

Tore: 1:0 Oberst (55.), 1:1 Dirks (88.)

Foto (Wegerich): Gyde Fuhrmann gegen Timmels Wiebke Einnolf (8).

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