Wuppertaler SV – Holstein Kiel 0:0

Verdienter Punktgewinn für die Kieler Störche –

Torloses Remis im Wuppertaler „Kühlschrank“ am Zoo

Die KSV Holstein wird als Tabellenführer der Fußball-Regionalliga Nord überwintern. Die Kieler sicherten sich vor 2.931 Zuschauern bei dem zuletzt so erfolgreichen Wuppertaler SV Borussia in einer zerfahrenen und an Torraumszenen armen Partie einen wertvollen Zähler im Aufstiegsrennen und hielten die Konkurrenz damit auf Distanz. „Über Winter auf Platz 1 zu stehen ist eine feine Sache, da mag man doch immer wieder gerne auf die Tabelle schauen“, freute sich Frank Neubarth nach dem wenig erwärmenden Duell an der Wupper zumindest über das Resultat.

Der WSV wirkte zu Beginn sehr engagiert und aggressiv, doch die Kieler Abwehr stand wie so häufig in dieser Saison sehr sattelfest. Die erste Chance für die „Störche“ besaß Jan Sandmann nach einem Breitenreiter-Freistoß, doch der Ball ging knapp am Tor vorbei (14.). Danach bestimmte die KSV das Spiel und war nur einmal unachtsam, als Boy das Leder nach einer Pfingsten-Ecke nicht aus der Gefahrenzone bekam und der Nachschuss von Schaffrath aus 11 m in der Kieler Deckung hängen blieb (25.). Fünf Minuten später eine sehenswerte Aktion von KSV-Kapitän Breitenreiter, der es nach einer gelungenen Vorarbeit des besten Kieler Akteurs an diesem Abend, Thomas Piorunek, mit einem Drehschuss von der Strafraumgrenze versuchte, aber der gut aufgelegte WSV-Keeper Maly lenkte den Ball mit den Fingerspitzen über die Torlatte. Die beste Möglichkeit der Fuchs-Elf in der 44. Minute. Heinzmann kommt nach einer Hereingabe von Bayertz sechs Meter vor dem Kieler Gehäuse frei zum Kopfball, doch KSV-Keeper Henrik Preuß fischte das Leder aus dem langen Eck. Ein Molata-Hammer aus 12 m kurz vor der Pause, der gerade noch durch Stuckmann zur Ecke abgefälscht werden konnte, war der Schlusspunkt einer kaum mitreißenden 1. Halbzeit im Stadion am Zoo. Negativer Höhepunkt der ersten Halbzeit war die Verletzung von Thorsten Rohwer, der nach einem Zweikampf mit Bayertz das Spielfeld verlassen musste. Für ihn rückte Torben Tutas in die Mannschaft.

„Wir hatten uns für die zweiten 45 Minuten noch einmal etwas vorgenommen“, setzte Neubarth nach der Pause auf die kämpferischen Tugenden seiner Mannschaft. Und in der Tat, der Holstein-Express kam nun besser in Schwung. Gleich nach Wiederanpfiff eine Doppelchance für die KSV. Piorunek flankte in den Strafraum und Molata zwang Maly zur Glanzparade. Coiner nahm den Abpraller auf, flankte erneut, aber Molata verpasste aus drei Metern per Kopf abermals die Führung (50.). Kurze Zeit später reagierte KSV-Keeper Preuß glänzend gegen den plötzlich freistehenden Gensler (55.) und konnte zur Ecke klären. Bayertz schlug den Eckball gefährlich in den Kieler Strafraum und wieder scheiterte Gensler aus günstiger Position. Aus drei Metern hämmerte er den Ball über das Kieler Tor. Durchatmen für die Neubarth-Elf. Letztendlich begnügten sich beide Teams mit dem Remis und taten in den letzten Minuten der Partie nur noch das Nötigste. Am Ende ging es noch einmal etwas ruppig zu auf dem schwer bespielbaren Rasen, doch Bundesliga-Schiedsrichter Wagner verlor zu keinem Zeitpunkt die Kontrolle über das Geschehen.

Holstein Kiel kann mit dem Remis sehr gut leben und hat sich den Platz an der Sonne redlich verdient. Der Wuppertaler SV bestätigte gegen den Tabellenführer seinen Aufwärtstrend und will nun ebenfalls die Unterlagen für ein Lizenzierungsverfahren zur 2. Bundesliga einreichen. Gutgelaunt gab Trainer Fuchs den „Störchen“ auf der Pressekonferenz nach dem Spiel noch einen ganz besonderen Gruß mit auf den Weg: „Es wäre fast schade, wenn Holstein aufsteigen würde, denn wir punkten eigentlich immer gegen die KSV. Irgendwie ist das inzwischen unsere Lieblingsmannschaft!“ (pin)

Wuppertal: Maly – M. Ortlieb, Mehnert, Wiwerink, Schaffrath – Pfingsten (74. Malura), M. Stuckmann, Bayertz, Tavarez (82. Sowislo) – A. Gensler (74. Lejan), Heinzmann – Trainer: Fuchs

Kiel: H. Preuß – Sandmann, Boy (87. Lindemann), Molata, Rohwer (32. Tutas) – Piorunek, Niedrig, Breitenreiter, Spasskov – Dobry, Coiner – Trainer: Neubarth

Gelbe Karten: Schaffrath – Dobry

Schiedsrichter: Wagner

Zuschauer: 2931

STIMMEN ZUM SPIEL:

Uwe Fuchs:

Wir haben gegen ein Top-Team der Liga gespielt und einen Zähler geholt. Damit dürfen wir sehr zufrieden sein zum Jahresabschluss. Wir hatten eine schwere Phase im Herbst, deswegen können wir uns jetzt umso mehr freuen. Es wäre schade, wenn Holstein im nächsten Jahr nicht mehr in der Regionalliga spielen würde, denn wir holen eigentlich immer ein paar Punkte gegen die Kieler (lacht!). Die sind ja fast schon unsere Lieblingsmannschaft geworden. Ich hoffe, dass wir selbst für niemanden eine Lieblingsmannschaft werden. Dafür arbeiten wir hart.

Frank Neubarth:

Wir können mit dem Remis sehr gut leben. Wir haben uns in der 2. Halbzeit deutlich gesteigert und hatten durch Molata gute Chancen. Jeder weiß, dass der WSV nicht zu unseren Lieblingsgegnern gehört. Aber die 2 Punkte gegen den WSV in diesem Jahr sind schon eine Steigerung gegenüber der letzten Saison. Ein Winter auf Platz 1 ist eine feine Sache, da kann man doch immer wieder gerne auf die Tabelle schauen. Ein wenig lustig darf es heute auf der Rückfahrt gerne zugehen, aber ich habe fast das Gefühl, dass mein Team jetzt ein wenig müde sein wird. Aber wir haben ja morgen auch noch die Weihnachtsfeier, die sich alle redlich verdient haben.

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