Zarpen – B1 Holstein 1:3 (1:0)

B-Juniorinnen Schleswig-Holstein-Liga

Es gibt Tage, da läuft alles schief! So einen hatte der Bundesliga-Nachwuchs der Holstein Woman fast beim Punktspiel beim TSV Zarpen erwischt.

In der ersten Halbzeit haperte das halbherzige Holstein-Spiel daran, das der Gast in seinen Angriffsbemühungen im Strafraum zu harmlos agierte. Hatte sich das Team um Ismail Yesilyurt und Rebecca Winkels über die Aussenpositionen durch gespielt, fehlte der letzte gefährliche Schritt und entscheidende Pass. Erstens weil das Zuspiel zu ungenau war. Zweitens, weil die Mitspieler nicht die notwendigen Laufwege tätigten. Gefahr kam – wie in der gesamten Spielzeit – meistens bei Fernschüssen (mit einem Lattentreffer) auf. Doch damit liess sich TSV-Keeperin Sari Grünberg nicht überraschen. Die Zarpener Torhüterin zeigte eine Klasseleistung und war bei den Schüssen stets sicher. Zudem wies die Mannschaft von Horst Juhler in den Defensivkämpfen – bei denen sich die Kielerinnen manchmal sehr anfängerhaft verhielten – ein Plus auf. Holstein Kiel versuchte mit spielerischen Mitteln zum Erfolg zu kommen. Doch viele individuelle technische Fehler nahmen das angefangene hohe Tempo heraus. Die weitaus grösseren KSV-Spielanteile verpufften somit gegen die vielbeinigen, sehr motivierten und aggressiven TSV-Girls vor dem Strafraum. So kam es wie es kommen musste. Aus keiner Torchance ging der TSV Zarpen mit 1:0 in Führung. Nach einem Rückpass von Becker traf Keeperin Bendt auf dem sehr holprigen Trainingsplatz des TSV Zarpen den leicht aufspringenden Flachpass nicht. Das Leder trudelte auf das leere Holstein-Gehäuse zu. Im Nachsetzen drückte Zarpens Nummer fünf aus einem Metern den Ball über die Torlinie.

Das „erst Pech und dann kein Glück“ setzte sich im zweiten Abschnitt fort. Wobei Holstein Kiel nun motiviert in der Halbzeit-Pause ordentlich auf den Druckknopf drückte. Doch Fortuna war kein Holstein-Fan. Zunächst trudelte eine Torschussflanke an der Zarpener Torlinie längs ohne das eine Gästespielerin dem Leder den entscheidenden Kick geben konnte. Dann spielte der Ball Ping-Pong nach einem Schuss von Louisa Nöhr. Das Spielgerät knallte gegen den Torpfosten, von da an den Rücken von Grünberg und wieder an den Pfosten. Den einen halben Meter parallel zur Torlinie rollenden Ball konnte schließlich Heinrich mit links nicht einschieben (53.). Das gute Teamwork mit guten Chancen, guten Anspielen in die Offensive, einer starken Offensiv-Innenverteidgerin Lina Beese und frechen Aussenspielerin Tabea Lycke sollte nicht ein gutes Ende finden?

Schließlich belohnte Heinrich die Bemühungen mit dem 1:1. Als dann Lycke nach einer schönen Flanke von Nöhr zur längst verdienten Führung einköpfte, war aus Holsteiner Sicht alles gerade gerückt. Holstein Kiel hatte noch die eine oder andere gute Möglichkeit. Doch erst in der Schlussminute besiegelte Heinrich den Erfolg. Ein Erfolg der tollen Moral und Einstellung, die die Störchinnen nach der Pause zeigten. Gegen schwer zu bespielende und kämpferisch überzeugende Zarpener Mädchen, denen man auch viel Lob aussprechen muss. Halbherziger Vorstellung folgte leidenschaftliche Arbeit. Am Ende der Schlüssel zum Erfolg.

Auf dem Weg zur Meisterschaft sollte eigentlich nichts mehr schieflaufen. Mit einem Sieg aus den letzten beiden Spielen bei TuRa Meldorf und gegen das punkt- und torlose Schlusslicht SG Oldesloe-Westerau ist der vierte Titel in Folge in trockenen Tüchern.

TSV Zarpen: Sari Grünberg – Vanessa Giese, Raphaela Franz, Mariecke Gerstmann, Tatjana Franz – Laura Storm, Sina Juhler, Claudia Truberg, Janine Gauer – Katja Möller, Marleen Smak,

eingewechselt: Mandy Luer, Christine Lutzer, Florine Schliecker, Kim Graupner

Holstein Kiel: Victoria Bendt – Louisa Brauer, Marie Becker, Lina Beese, Alexandra Reimler (52. Janina Bornhöft (66. Julia Kibbel), Julia Kibbel (52. Tabea Lycke), Meike Matthiessen, Carolin Schuhmann, Finja Ewering, Louisa Nöhr – Seda Heinrich

Tore: 1:0 Juhler (32.), 1:1 Heinrich (57.), 1:2 Lycke (64.), 1:3 Heinrich (80.)

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