Bild zum Artikel: Lieben, lachen, hoffen und leben – das war Leon Fenske

Lieben, lachen, hoffen und leben – das war Leon Fenske

Mit Leon Fenske hat uns ein langjähriger Holstein-Fan, liebenswerter Mensch und echtes Nordlicht im Alter von nur 29 Jahren verlassen.

Freude, Wut, Traurigkeit, Hoffnung. Verzweiflung und Glück. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit, das vor allem in schweren Zeiten von unschätzbarem Wert ist – all diese Emotionen verkörperte Holstein-Fan Leon Fenske auf besondere Art und Weise. Der Verlust, der uns im Hier und Heute alle tief betroffen macht, weckt intensive Erinnerungen an einen liebenswerten Menschen. Einen echten Holsteiner. Einen Freund. Einen geliebten Bruder und Sohn.

Sein Opa und sein Onkel waren es, die ihm die Leidenschaft für das runde Leder einpflanzten. Und Leon wollte mehr als einfach nur dabei sein. Er wollte sich einbringen und ein Teil der Fans sein, die sich dem Fußball mit Leib und Seele verschrieben hatten.

Zusammen mit seiner Mutter Nicole war Leon gegen den FC St. Pauli zum letzten Mal bei seinen Störchen live dabei.
Überraschungsbesuch von Phil Harres bei Leon Ende Juli.

Seine Aufregung vor den ganz großen Spielen, das wohlige Gefühl und der Hauch von Fußball-Romantik, wenn ihn sein Weg mit unseren Störchen im Pokal mal wieder in die kleinsten und abgelegensten Orte des deutschen Fußballs führte. Schon zu Wochenbeginn unruhiger Schlaf, das stille Summen der Fangesänge bei seinen nie enden wollenden Holstein-Tagträumereien. Wer echter Fan und glühender Verehrer unseres Vereins ist, der kennt diese gewisse Form von Spiritualität nur zu gut. Die ständige Frage, ob man das gleiche Trikot wie beim letzten Sieg tragen wird oder einfach das, welches schon immer getragen wurde. Leon wusste nur zu gut, was er zu tragen hatte – nämlich sein unerschütterliches Holstein-Herz unter dem blauen Trikot. Und mindestens einen seiner unzähligen geliebten Fanschals.

Über all die Jahre, in denen Leon Fenske die Störche von der viertklassigen Regionalliga Nord bis in die Bundesliga treu begleitet und bedingungslos unterstützt hat, stand sein Name für Lebensfreude und Mut. Tapferkeit begleitete ihn durch die stimmungsvollsten Stadien zwischen Förde und Isar – und Tapferkeit begleitete ihn bis zum Abpfiff seines allerschwersten Spiels. Der Zusammenhalt mit den anderen Fans war ihm immer heilig. Früher war es für ihn die legendäre Supside Kiel, zuletzt der Block 501. Mit all denen, die über Jahre und Jahrzehnte neben ihm gestanden hatten und zuletzt alles versuchten, ihm über die so untragbar schwierige gesundheitliche Situation hindurchzuhelfen.

Was für andere der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft oder der Sieg in der Champions League ist, war für Leon der Mai 2017. Am 13. Mai gelang Holstein der Aufstieg in die 2. Bundesliga, nur vier Tage später erblickte seine jüngste Schwester Leni das Licht der Welt. Schon im Alter von drei Monaten lag Leni vor dem Fernseher auf Leons Bauch und beobachtete ihren großen Bruder staunend. Leon schaute – natürlich – Holstein Kiel.

Mit Leon Fenske hat uns ein glühender Holstein-Fan und ein echtes Nordlicht verlassen.
Während des Pokalspiels an der Grünwalder Straße entrollen die Kieler Fans im Gästeblock zwei Spruchbänder für Leon Fenske.

So wie das Jahr 2017 ein einschneidendes Erlebnis für die ganze Familie war, so war es auch das Jahr 2024. Die niederschmetternde Diagnose hielt den bereits geschwächten Leon nicht davon ab, zusammen mit seinem Stiefvater den Aufstieg in die Bundesliga live mitzuerleben. Ein Wellenbad der Gefühle, das intensiver kaum sein konnte.

Ob vor zwei Wochen bei seinem letzten Heimspiel mit seiner Mutter Nicole, ob mit dem Spruchband seiner Freunde im Holstein-Gästeblock des legendären Stadions an der Grünwalder Straße oder durch die große Geste der Mannschaft, die nach dem Pokalsieg in München sein Trikot mit der Nummer 97 für sein Geburtsjahr präsentierte – Leon war, ist und bleibt für uns allgegenwärtig.

Holstein-Spieler nach dem Sieg in München mit dem Trikot des verstorbenen Leon Fenske.

Vor allem seine tapfere Mutter Nicole, sein Stiefvater, seine Geschwister Justin, Amy und Leni sowie seine Freunde, all die Jungs aus dem Block, mit denen er in der Vergangenheit – und vor allem den letzten Jahren und Monaten – durch dick und dünn gegangen ist, werden allen Lebensmut benötigen, um die entstandene Lücke ertragen zu können. Fußball kann dabei immer ein Stück weit helfen, den Alltag und die Sorgen für einen Moment zu vergessen und tiefe Verbindungen zu bewahren. Wir alle sind deswegen nicht nur dazu aufgerufen, das Holstein-Stadion als Sehnsuchtsort für große Emotionen zu erhalten, sondern auch für echte Holsteiner wie Leon Fenske als Gedenkort weiter zu kultivieren.

Mach es gut, Leon. Du wirst immer mitten unter uns sein!

INFO: Der BLOCK 501 hat über den folgenden GoFundMe-Link ein Spendenkonto eingerichtet, um Leons Familie in dieser schweren Zeit zu unterstützen: www.gofundme.com/f/fur-leon-gemeinsam-durch-diese-schwere-zeit

In Gedenken an Leon

Hier gibt's noch mehr frische News