Lieblingsgegner Dynamo: KSV siegt erneut in Dresden

In der zweiten Halbzeit zeigte die Kieler Defensive um Kapitän Hauke Wahl (li.) eine bärenstarke Vorstellung

Die SG Dynamo Dresden ist und bleibt der Lieblingsgegner der KSV Holstein in der Zweiten Liga. Die Störche fuhren am Samstagmittag im fünften Zweitliga-Duell gegen die Sachsen den fünften Sieg ein. Holstein entschied das zweite Auswärtsspiel in Folge dank einer starken ersten Halbzeit und Toren von Emmanuel Iyoha und Salih Özcan vor 24.811 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion, davon rund 1000 Kieler, von denen 600 mit einem Sonderzug angereist waren, mit 2:1 (2:0) für sich. Dresdens Anschlusstreffer in Halbzeit zwei erzielte Florian Ballas.

Die Störche begannen sehr aktiv und machten das Spiel, während die Hausherren auf Umschaltmomente setzten. Es mangelte jedoch beiden Seiten noch an der nötigen Präzision, sodass in der Anfangsphase keinerlei Torchancen zustande kamen – bis zur 15. Minute: Nach einem öffnenden Pass auf den linken Flügel von Janni Serra legte Jae Sung Lee den Ball in die Mitte, wo Emmanuel Iyoha das Leder ins lange Eck zur etwas überraschenden Kieler Führung einschob. Der Gegentreffer schien jedoch eher die Gastgeber aufzuwecken. Im direkten Gegenzug hielt Ioannis Gelios einen satten Schuss von Dzenis Burnic fest (16.), ehe er zwei Minuten später auch bei Niklas Kreuzers Flachschuss sicher zupackte. Den zweiten Abschluss verbuchte Holstein schließlich nach 28 Minuten, als Johannes van den Bergh nach einer schönen Eckballvariante einen guten Meter zu hoch zielte. 120 Sekunden danach lag das Spielgerät dann erneut im SGD-Tor: Nach feinem Außenrist-Pass von Serra setzte sich Salih Özcan im Laufduell durch und brachte das Runde per überlegtem Abschluss im linken Eck unter. Dieses zweite Gegentor kam bei den Sachsen einem Wirkungstreffer gleich, gaben sie nun doch die Spielkontrolle wieder an die Mannschaft von KSV-Coach Ole Werner ab. Diese hätte kurz vor der Pause sogar noch einen weiteren Treffer nachlegen können, dem für den verletzten Alexander Mühling in die Startelf gerückte Aleksandar Ignjovski rutschte jedoch aus guter Position der Ball über den Spann und strich über den Querbalken hinweg (39.).

Dresden kommt durch abgefälschten Schuss zum Anschluss

Nach dem Seitenwechsel hatte die KSV Glück, dass René Klingenburg aus zwölf Metern den Ball am rechten Pfosten vorbeisetzte (54.). Die Partie war nun eine andere: Die Gäste standen defensiv sicher und lauerten auf Konter, schafften es jedoch nicht, den finalen Pass zu setzen, um zum Abschluss zu kommen. Auf der Gegenseite war Dynamo natürlich um den Anschlusstreffer bemüht, kam aber ebenso kaum zu Gelegenheiten. Zwei Distanzschüsse von Klingenburg, die deutlich übers KSV-Gehäuse hinwegsegelten (65.) sowie von Gelios sicher pariert wurden (69.), blieben die einzigen Torannäherungen der SG. So plätscherte die Partie lange Zeit vor sich hin – bis zur 79. Minute: Ein vermutlich harmloser Schuss des aufgerückten Florian Ballas tippte auf dem Rücken des eingewechselten Baris Atik auf und landete dadurch unhaltbar für Gelios im Kieler Netz. Dresden warf nun alles nach vorne, versuchte es mit langen Bällen und hatte durch einen satten Distanzschuss des ebenfalls eingewechselten Luka Stor noch eine weitere Möglichkeit. Doch Gelios packte zum wiederholten Male sicher zu (88.) – und hielt seinen Farben damit den Auswärtssieg fest.

Statistik:

Dresden: Broll – J. Müller, Ballas, Ehlers – Kulke, Nikolaou (46. Atik), Burnic (71. Stor), Kreuzer (46. Löwe), Klingenburg – Koné, Jeremejeff. Trainer: Fiel.

KSV: Gelios – Neumann, Wahl, Thesker, van den Bergh – Meffert – Iyoha (62. Baku), Ignjovski (83. Khelifi), Özcan, Lee – Serra (90. Schmidt). Trainer: Werner.

Schiedsrichter: Günsch (Marburg) – Tore: 0:1 Iyoha (15.), 0:2 Özcan (30.), 1:2 Ballas (79.) – Zuschauer: 24811.

Stimmen zum Spiel

Ole Werner: Wir sind besonders mit der ersten Halbzeit sehr zufrieden, in der zweiten hätten wir die Räume besser nutzen können und müssen. Am Ende wurden bei einigen Spielern die Füße schwer und wir kamen so noch einmal etwas ins Schwimmen, ohne dabei aber die ganz großen Chancen zuzulassen. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Mannschaft, sie hat heute ein gutes Spiel gemacht. Aus den Fehlern werden wir lernen, um dann gegen den VfL Osnabrück, im letzten Heimspiel des Jahres, eine gute Leistung zu bringen. 

Cristian Fiel, SG-Trainer: Jedes Wort über dieses Spiel wäre eins zu viel. Die Leistung meiner Mannschaft ist unerklärlich und nicht zu entschuldigen. Das war ein komplettes Versagen, dafür kann ich mich bei den Zuschauern nur entschuldigen. So wie wir heute gespielt haben, holen wir gegen keinen einzigen Gegner einen Punkt. Eine solche Leistung hätte ich vor dem Anpfiff tausendprozentig ausgeschlossen, ich war mir sicher, dass die Mannschaft heute alles raushaut. 

Hauke Wahl: Die erste Hälfte von uns war bärenstark, da haben wir viele Dinge richtig gemacht. Wir waren super vorbereitet. Nach der Pause hat sich das Spiel etwas gedreht. Wir haben versucht, weiter mutig aufzutreten, aber wir haben unsere Konter nicht sauber abgeschlossen. Und so wurde es am Ende noch einmal eng. Aber wir sind super happy über diesen Sieg! 

Jae Sung Lee (auf Deutsch): Wir haben gewonnen, deshalb ist alles gut und mir geht es super.

Jojo van den  Bergh: Wir hatten auf alles, was Dresden heute angeboten hat, eine Antwort – besonders in der ersten Halbzeit. 

Uwe Stöver: Wir genießen diesen Sieg übers Wochenende, aber wir sind auch nicht im Übermaß euphorisch. Für uns steht an erster Stelle, dass wir den Abstand nach unten halten. Das haben wir für die Spiele bis Weihnachten als Ziel ausgegeben, daran wird sich nichts ändern. Ich freue mich schon auf das Heimspiel gegen den VfL Osnabrück, und darauf, dass viele Fans kommen werden. Wir brauchen ihre Unterstützung! 

Die Pressekonferenz zu #SGDKSV:

Salih Özcan zum Auswärtssieg in Dresden:

Impressionen vom Sieg in Dresden:

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