Im zweiten Freitagabendspiel in Folge empfangen unsere Störche in dieser Woche den 1. FC Kaiserslautern. Welches Gesicht die Roten Teufel unter dem Flutlicht zeigen werden, ist nur schwer zu prognostizieren. In vergangenen Wochen wechselten sich bei den Pfälzern Sieg und Niederlage häufig ab. Wir haben den kommenden Gegner unter die Lupe genommen.

Die Roten Teufel vom Betzenberg
Der 1. FC Kaiserslautern gilt – wie die KSV Holstein – als einer der traditionsreichsten Fußballvereine Deutschlands, dessen Mythos tief in der Geschichte, der Leidenschaft seiner Anhänger und der einzigartigen Atmosphäre am Betzenberg verwurzelt ist. Fritz Walter, Deutschlands Ehrenspielführer und Kapitän der Weltmeistermannschaft von 1954, verkörperte den Kaiserslauterer Mythos wie kein anderer. Vier Deutsche Meisterschaften (1951, 1953, 1991, 1998) sowie die beiden DFB-Pokalsiege 1990 und 1996 trugen maßgeblich zur Legendenbildung rund um das Fritz-Walter-Stadion bei. Aus Sicht der KSV Holstein gehören die beiden Duelle mit dem FCK in der Endrunde der Deutschen Meisterschaft 1953 zu den größten Spielen der Vereinsgeschichte. Genau wie die Kieler Störche, feierten die Roten Teufel im vergangenen Jahr ihren 125. Geburtstag.
In unserer Rubrik „Geschichte und Geschichten“ werfen wir unseren Blick zurück in die Vergangenheit – nämlich auf eine Saison, in der der legendäre Fritz Walter an der Förde auflief.


Die konstante Inkonstanz
In der diesjährigen Rückrunde erlebten die Lauterer ein Auf und Ab, wenngleich natürlich weniger groß als damals der Abstieg als DFB-Pokalsieger 1996, direkt gefolgt von der Deutschen Meisterschaft 1998 als Aufsteiger. Mit zwei ungeschlagenen Spielen war der FC Kaiserslautern in das Jahr 2026 gestartet, jedoch folgten darauf zwei Niederlagen. Es begann ein Rhythmus, der sich fortsetzen sollte: Siegte der FCK einmal, folgte darauf eine Niederlage und waren die Jungs vom Betze zweimal erfolgreich folgten zwei Pleiten. Ein Unentschieden gab es in den letzten zehn Spielen nicht. Zuletzt waren es das 3:0 gegen Fortuna Düsseldorf und das 1:0 gegen Hertha BSC, mit denen die Roten Teufel den Platz in der oberen Tabellenhälfte endgültig absicherten. Als Siebtplatzierter mit sieben Punkten Rückstand auf den Relegationsrang und diesen inkonstanten Ergebnissen dürften wohl nur die gewagtesten Träumer noch an den Aufstieg denken.
Dabei hat der FCK einen Trainer an der Seitenlinie, der ein Experte in Sachen Aufstieg ist: Torsten Lieberknecht. Mit Eintracht Braunschweig gelang ihm in der Saison 2010/11 der Aufstieg in die 2. Bundesliga und zwei Jahre später sogar in die Bundesliga. Ein zweiter Aufstieg in das Oberhaus war ihm mit Braunschweig, die nach einer Bundesligasaison wieder abgestiegen waren, zunächst in der Relegation 2017 gegen den VfL Wolfsburg vergönnt. Das holte er dann in der Saison 2022/23 mit dem SV Darmstadt nach. Mit diesen Erfolgen und zusätzlich dem Betze-Stallgeruch, den der 52-Jährige aus seiner Spielerkarriere mitbringt, übernahm Lieberknecht vor fast genau einem Jahr auf dem Betzenberg. Ziel der Verpflichtung war der Aufstieg, der entscheidende Schritt gelang jedoch weder in der vergangenen noch in dieser Spielzeit. Und dennoch steht nach nun 35 Spielen auf der FCK-Bank der Punkteschnitt des Trainers bei einem starken Wert von 1,69 Zählern pro Spiel.


Die letzten Duelle
In dieser Saison konnten sich die Roten Teufel immer wieder in einen Rausch spielen. Im Hinspiel hatten das unsere Störche am eigenen Leib erfahren und mussten eine bittere 1:4-Niederlage hinnehmen. Die Fans dürfen sich am Freitagabend ab 18:30 Uhr auf Störche einstellen, die auf Wiedergutmachung aus sind. Außerdem sind viele Tore zu erwarten: Seitdem die beiden Vereine 2017 wieder in der 2. Bundesliga aufeinandergetroffen sind, endeten die Spiele stets mit zahlreichen Toren – in keinem fielen weniger als drei.
