Bild zum Artikel: Kein Spektakel im Saisonendspurt? Der 1. FC Magdeburg unter der Lupe 

Kein Spektakel im Saisonendspurt? Der 1. FC Magdeburg unter der Lupe 

Im letzten Heimspiel der Saison empfangen unsere Störche mit dem 1. FC Magdeburg wieder einen Gegner, der noch um den Klassenerhalt kämpft. Doch anders als typische Abstiegskandidaten stehen die Blau-Weißen für Spielstärke und eine gut geölte Offensive. Eigenschaften, die jedoch fürs Erste weichen sollen. Wir haben den Traditionsverein unter die Lupe genommen.

Die vierte Saison in Folge, in der der 1. FC Magdeburg in der 2. Bundesliga spielt, neigt sich dem Ende entgegen. Dass die Sachsen-Anhalter überhaupt wieder eine größere Rolle auf sportlicher Ebene im deutschen Fußball spielen, hängt zweifelsohne mit dem ehemaligen Trainer Christian Titz zusammen. In seiner langjährigen Amtszeit hatte er in der Elbstadt eine klare spielerische Handschrift etabliert. Mit dieser offensivfreudigen Spielidee hatte er nicht nur den Aufstieg von der 3. Liga ins Bundesliga-Unterhaus geschafft, sondern innerhalb weniger Jahre auch den FCM zu einem Aufstiegskandidaten nach ganz oben geformt – oftmals mit torreichen Spielergebnissen.

Die Magdeburger erleben somit derzeit die erfolgreichste Phase seit der deutschen Wiedervereinigung 1990. Zuvor war der FCM einer der erfolgreichsten Vereine der DDR und konnte sogar einen internationalen Titel gewinnen. Mehr zur Historie des Traditionsclubs findet ihr in unserer Rubrik „Geschichte und Geschichten“.

Im vergangenen Sommer hatten sich die Wege des Erfolgscoaches und der Magdeburger getrennt. Nach dem Abschied von Titz in Richtung Hannover 96 hatte sein Nachfolger Markus Fiedler nicht dem Erbe seines Vorgängers gerecht werden können. Nach sieben Niederlagen in den ersten neun Spielen war Schluss und mit Petrik Sander übernahm ein erfahrener Coach das Zepter. Unter dem 65-Jährigen zeigte Magdeburg weiterhin seine Spielstärke, ließ jedoch zu häufig die Effizienz vermissen. Ein Blick auf die Expected-Points-Tabelle, die aufzeigt, wie die Spiele bei bestmöglicher Chancenverwertung ausgegangen wären, zeigt, dass der 1. FC Magdeburg in dieser Saison mehr erreichen konnte. Diese statistische Erhebung ordnet den FCM auf Tabellenplatz sechs ein.

Der ehemalige Magdeburg-Coach Christian Titz etablierte den FCM in der 2. Bundesliga, ehe er im Sommer zu Hannover 96 wechselte.
Petrik Sander bringt als ehemaliger Bundesliga-Trainer von Energie Cottbus jede Menge Erfahrung mit.

Dem drohenden Abstieg nahe gelang den Sachsen-Anhaltern am vergangenen Spieltag ein wichtiger 1:0-Sieg gegen Hertha BSC. Ein Erfolg, wie es dem Coach in dieser Saisonphase gefällt, erklärte Sander im Nachgang auf der Pressekonferenz: „Ich nehme lieber einen Sieg und es war nicht spektakulär. Es ist wichtig, dass eine Mannschaft sich für den Aufwand belohnt, und da muss es nicht immer Spektakel sein. Wir haben schon Spektakel geliefert und dann 3:5 verloren. Abstiegskampf, Hurra-Stil und toller Fußball passen selten zusammen.“ Ob die Mannschaft den Worten des Trainers folgt oder doch noch viel von der Titz-DNA drinsteckt, wird sich dann am Samstag ab 13 Uhr zeigen …

Die letzten Duelle

Blickt man auf die vergangenen Spiele zwischen dem 1. FC Magdeburg und unseren Störchen zurück, dann weckt es die Vorfreude auf ein nächstes Spektakel. In der Hinrunde, als die Elbstädter ihren 60. Vereinsgeburtstag feierten, waren die Störche zu Gast in der Avnet Arena und die Zuschauer erlebten einen offenen Schlagabtausch. 3:3 hieß es am Ende. David Zec traf zweimal per Elfmeter für unsere Farben. Den Schlusspunkt setzte Steven Skrzybski mit einem traumhaften Volleytor aus 20 Metern. Die letzten drei Gastspiele des FCM im Holstein-Stadion waren mit mindestens fünf Treffern ebenfalls torreich, endeten alle jedoch mit jubelnden Magdeburgern. Zeit, das zu ändern …

Steven Skrzybskis Treffer aus dem Hinspiel gegen Magdeburg wurde zum 2. Bundesliga-Top-Tor im Dezember gewählt.
Philipp Sander (Mi.) traf zu Beginn unserer Aufstiegssaison zum zwischenzeitlichen Ausgleich, doch Magdeburg kam zurück und siegte mit 4:2. Rechts der ehemalige KSV-Keeper Dominik Reimann.

Hier gibt's noch mehr frische News