B. Mönchengladbach II – Holstein Kiel 6:1 (2:1)

Regionalliga Nord / Fotos im Bildarchiv!

Eine desaströse Vorstellung lieferte der abstiegsgefährdete Fußball-Regionalligist Holstein Kiel während der 1:6-Auswärtsniederlage beim Tabellenvorletzten Borussia Mönchengladbach II ab. Gegen eine in allen Belangen überlegene „Fohlen“-Elf stürzte die Mannschaft von Trainer Peter Vollmann in den tiefsten Abstiegsstrudel und muss jetzt ernsthaft um den Verbleib in der 3. Liga bangen. „Wir haben uns alles kaputt gemacht, was wir in den letzten Wochen erarbeitet haben“, zeigte sich Vollmann erschüttert angesichts der schlechtesten Saisonleistung der KSV.

Holstein Kiel musste im Grenzlandstadion in Rheydt neben den Langzeitverletzten Jan Sandmann und Simon Henzler auch auf Christian Jürgensen (Nasenbruch) verzichten. Dafür standen genau wie beim Pokalspiel gegen den VfB Lübeck die in den letzten Wochen in die Oberliga-Elf verbannten Christian Mikolajczak und Henning Grieneisen in der Startformation. Die Gastgeber gingen stark ersatzgeschwächt in die Partie. Neben Marko Marin (er stand am Samstag gegen den FC Bayern München auf dem Rasen des Borussia Park), Kapitän und Torjäger Lars Schuchardt (Zahn-OP) und Johannes van den Bergh (Rotsperre) musste Trainer Horst Wohlers auch Robert Fleßer (Kader Bundesliga-Mannschaft) verzichten.

Das Spiel hatte noch gar nicht richtig begonnen, da stand es schon 1:0 für die Gäste aus Kiel. Pavel Dobry hatte von der rechten Seite den aufgerückten Henning Grieneisen bedient und der bedankte sich per Kopf aus fünf Metern mit dem Führungstreffer für die gelungene Vorarbeit. Doch wer gedacht hatte, dass Holstein mit dem optimalen Einstieg an Sicherheit gewinnen würde, der sah sich bitter enttäuscht. Die Vollmann-Elf ließ in den folgenden 89 Minute so ziemlich alles vermissen, was zum Fußballspielen dazu gehört. Den ersten Warnschuss gaben die Gladbacher in der 5. Minute ab, aber Cengiz Can scheiterte aus 12 Metern nach einer Vorlage von Schnitzler. In der 18. Minute klärte der herauseilende Kieler Schlussmann Adrian Horn gegen Kristoffer Andersen im letzten Moment. Doch in der 27. Minute wurden die Bemühungen der „Fohlen“ belohnt. Nach gelungener Vorarbeit von Can vollendete Schnitzler zum hochverdienten Ausgleich. Und weiter ging es mit der Gladbacher Offensive. Can aus 12 Metern (29.) sowie Olcay Sahan (37.) nach einer Unsicherheit von Horn scheiterten jeweils in aussichtsreicher Position. In der 42. Minute dann der längst fällige Führungstreffer für die Borussia. Nach einem Freistoß von Tobias Levels steigt Schnitzler höher als sein Bewacher Sven Boy und nickt zum 2:1 für die Gladbacher ein. Ernüchterung auf Seiten der Kieler, die sich im ersten Durchgang zu keinem Zeitpunkt gegen das drohende Ungemach wehrten. Das kurze Aufflackern von Aggressivität nach der Pause blieb nur ein Strohfeuer. Holstein fand den Weg zurück ins Spiel an diesem schwarzen Tag nicht mehr und musste in der 61. Minute den vorentscheidenden Treffer hinnehmen. Nach einem katastrophalen Schnitzer von Holger Hasse ließ sich Andersen nicht zweimal bitten und schob das Leder am verdutzten Keeper Horn und seinem nicht nur in dieser Szene lethargisch wirkenden Vordermann Thorsten Rohwer vorbei in die Maschen. Zwar scheiterte Dennis Puhl per 30-m-Freistoß in der 70. Minute noch am immer verunsicherter wirkenden Holstein-Torhüter Horn, doch sein Teamkollege Oliver Stang machte nur zwei Minuten später endgültig den Sack zu, als er eine von Levels getretene Ecke aus sechs Metern völlig unbedrängt vom nahe postierten Kieler Michael Niedrig einnickte. In der 78. Minute verhinderte nur die Querlatte einen Treffer des kurz zuvor eingewechselten Tim Hoffmann. Für das 5:1 zeichnete dann Cengiz Can verantwortlich, der vor den Augen seines Schwagers in spe, Nationalspieler Lukas Podolski, eine neuerliche Umnachtung der Kieler Deckung eiskalt bestrafte. Den Schlusspunkt unter das Kieler Debakel setzte zwei Minuten vor dem Ende der Gladbacher Pohl, der mit seinem wuchtigen 27-m-Freistoß den Kieler Keeper Adrian Horn erneut ganz alt aussehen ließ.

Nach der schlimmen Vorstellung der Kieler schrillen die Abstiegsglocken im Storchennest lauter denn je. Die Niederlage im Grenzlandstadion reiht sich ohne Zweifel neben der 0:2-Pleite bei Borussia Dortmund und dem 0:4 in Leverkusen als Negativhöhepunkt der laufenden Saison ein.

Aus dem Grenzlandstadion in Rheydt berichten Patrick Nawe und Sven Hornung

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