Bayer Leverkusen II – Holstein Kiel 4:0 (1:0)

Herber Rückschlag in Leverkusen / Fotos im Bildarchiv

Die KSV Holstein verliert nach drei Siegen in Folge bei Bayer Leverkusen II mit 4:0 (1:0). Die 550 Zuschauer im Ulrich-Haberland-Stadion sahen einen verdienten Erfolg der Elf von Trainer Ulf Kirsten. Die Kieler fanden zu keinem Zeitpunkt ins Spiel hinein und agierten über weite Strecken ideenlos.

Holstein trat ohne Hauswald (Nachwirkungen einer Grippe) und Bartels (Schulterprobleme) den Weg ins Rheinland an, dafür rückte Paulus in die Startelf. Die Gastgeber begannen von Beginn an engagiert und erspielten sich einige Tormöglichkeiten. Bereits in der 12. Minute nutzte Papadopulus nach einer Kopfballverlängerung den Stellungsfehler in der Kieler Abwehr aus und erzielte das 1:0 für Bayer II. Zwei Minuten später gab KSV-Angreifer Guscinas den ersten Warnschuss ab, jedoch ging der Ball knapp am linken Torpfosten vorbei. Holstein fand über weite Strecken kein probates Mittel, um die junge Bayer-Elf in Verlegenheit zu bringen. Ein de Wit-Freistoß landete knapp über dem Tor von Keeper Henzler (35.). Kurz vor der Pause versuchte die KSV dann noch einmal die Leverkusener Führung zu egalisieren. Erst retteten Bayer-Schlussmann Domaschke und Köse einen Breitenreiter-Knaller auf der Linie (42.), dann verstolperte Guscinas den Ball frei vor dem gegnerischen Tor und vergab damit eine 100%ige Torchance (45.). „Hätten wir zum Ende der ersten Hälfte konsequenter unsere Möglichkeiten genutzt, wäre im zweiten Durchgang der erhoffte Punktgewinn vielleicht noch zu realisieren gewesen“, erklärte KSV-Trainer Peter Vollmann.

In der zweiten Hälfte erzielten die Gastgeber stets zum richtigen Zeitpunkt die Tore. Nach dem 2:0 von Bendovskyi (52.) nach einem Papadopulos-Pass zeigten die „Störche“ keine Gegenwehr mehr. Bayer überbrückte das Mittelfeld mit schnellen Bällen und brachte die unsichere Kieler Defensive jederzeit in Verlegenheit. Nach den Treffern von Kratz (62.) und Köse (64.) resignierte die KSV dann endgültig und die Niederlage hätte durchaus noch höher ausfallen können. Jan Sandmann feierte derweil nach zehnmonatiger Verletzungspause sein Comeback, als ihn KSV-Coach Vollmann für Dobry in der 65. Minute einwechselte. „Ich bin enttäuscht von meinem Team. Viele haben vielleicht geglaubt, dass die Siegesserie so weiter gehen würde. Den Denkzettel müssen wir erst einmal verarbeiteten“, so Vollmann.

Bayer Leverkusen II: Domaschke – Hergesell, Camdali, Bendovskyi, Kratz (79. Hübener) – Reinarzt, Meyer, DeWit (79. Gieschok), Falkenberg – Köse, Papadopulos (77. Tourè)

KSV Holstein: Henzler – Boy, Hasse, Jürgensen – Paulus (46. Brandy), Niedrig, Hummel, Rohwer (67. Spasskov)- Breitenreiter – Dobry (65. Sandmann), Guscinas

Tore: 1:0 Papadopulos (12.), 2:0 Bendovskyi (51.), 3:0 Kratz (62.), 4:0 Köse (64.)

Schiedsrichter: Zwayer

Zuschauer: 550

Stimmen zum Spiel –>

Sven Boy: Wir hatten die Chance, mit einem Erfolg in Leverkusen einen ganz großen Schritt zu machen. Das ist uns überhaupt nicht gelungen. Wir haben uns abschlachten lassen. In der Pause haben wir uns noch vorgenommen, wenigstens ein Remis zu erreichen. Jetzt wissen wir, dass der Klassenerhalt kein Selbstgänger sein wird. Wir sind noch weiter davon entfernt als zuletzt angenommen.

Dmitrijus Guscinas: So etwas darf uns nicht passieren. Wir haben schnell das 0:1 kassiert und ich habe meine Chancen nicht genutzt. Ein Tor hätte ich mindestens machen müssen. Wir sind letztlich klassisch ausgekontert worden und nach dem 0:2 nach der Pause auseinander gefallen.

Christian Jürgensen: Sicher wussten wir, dass es ein schweres Spiel werden würde. Aber dass wir so schnell durch ein unglückliches Tor auf die Verliererstraße kommen würden und uns nicht mehr gewehrt haben, das hatten wir so nicht erwartet. Nach dem 0:2 ging bei uns nichts mehr. Wir müssen einfach weitermachen wie in den letzten erfolgreichen Partien, auf uns selbst schauen und die nötigen Zähler einfahren, dann klappt es auch mit dem Klassenerhalt.

Peter Vollmann: Bayer 04 Leverkusen war klar besser und ist der verdiente Sieger heute. In der ersten Halbzeit wäre vielleicht mit einer effektiven Chancenverwertung noch etwas gegangen, aber nach der Pause sind wir auf ganzer Ebene K.O. gegangen. Nach den letzten Ergebnissen hatten einige wohl gedacht, dass es jetzt einfach so weiter gehen würde. Ich bin enttäuscht von der Vorstellung und ich habe keinen guten Spieler bei uns gesehen. Diesen Denkzettel müssen wir jetzt erst einmal verarbeiten.

Ulf Kirsten: Uns ist heute ein Stein vom Herzen gefallen. Der Abstand zum rettenden Ufer ist weiter groß, aber wir haben gegen St. Pauli, HSV und Kiel wichtige Punkte geholt. Eigentlich bestand nur im ersten Durchgang Gefahr für uns. Aufgrund der zahlreichen Tormöglichkeiten für uns war der Sieg heute dann auch absolut verdient.

Aus Leverkusen berichten Patrick Nawe und Sven Hornung

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