Hamburger SV II – Holstein Kiel 0:0

Fußball Regionalliga Nord –

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Eine Punkteteilung erlebten 916 Zuschauer an der Hagenbeckstraße bei der Regionalliga-Partie Hamburger SV II gegen Holstein Kiel. Dabei sahen die rund 500 mitgereisten Kieler Anhänger bei der Premiere von Holstein-Coach Stefan Böger ein beherztes, couragiertes und konzentriertes Auftreten der KSV.

Bereits in der 7. Minute hatte Nasir El Kasmi die Störche-Führung auf dem Fuß, doch sein Schuss aus zehn Metern im Anschluss an eine Ecke von Phillip Heithölter verfehlte das Ziel knapp. Drei Minuten später ließ Pavel Dobry Bewacher Matthias Franz aussteigen, aber aus zehn Metern halblinker Position konnte auch er das Leder nicht im Gehäuse von Wolfgang Hesl unterbringen. Holstein setzte weiter auf eine kontrollierte Offensive und konnte sich dabei an diesem Tag auf die defensive Absicherung durch die gute funktionierende Dreierkette Alexej Spasskov, Michael Molata und Thorsten Rohwer verlassen. Mitte der ersten Halbzeit zwei weitere gute Gelegenheiten für die Gäste. Nach einer scharfen Ecke von Fin Bartels köpfte Dobry (21.) aus acht Metern unglücklich den vor der Hamburger Torlinie postierten Rafael Kazior an und der lenkte den Ball über das Hamburger Tor hinweg ins Aus. Nur zwei Minuten später scheiterte El Kasmi aus aussichtsreicher Position per Kopf. Die Mannschaft von Carsten Bäron löste sich erst nach einer guten halben Stunde aus der Kieler Umklammerung und hatte in der 37. Minute durch Massimi Cannizzaro die erste gute Gelegenheit, aber KSV-Keeper Simon Henzler bereinigte die gefährliche Situation. Eine Minute zuvor musste der bereits verwarnte Hamburger Hennings nach einem Foulspiel an Heithölter das Feld mit einer Gelb-Roten Karte verlassen. Doch die Unterzahlsituation schien die Bäron-Elf eher zu beflügeln als die Gäste aus Kiel. In der 44. Spielminute verpasste Collin Benjamin aus vier Metern knapp die Führung für den HSV. Kurz vor dem Halbzeitpfiff dann noch zwei Großchancen für Holstein. Nachdem Heithölter mit seinem Volleyschuss aus 20 Metern gescheitert war, verpasste auch Dobry, bedrängt von Gegenspieler Matthias Franz, das 1:0 für Holstein. Wenige Sekunden später klärte Sasan Gouhari gegen den einschussbereiten Kazior kurz vor der Linie. Viel Dusel für die Gastgeber in dieser Szene.

Nach dem Wechsel kam dann Sand in das Getriebe der Böger-Elf und die Störche traten nicht mehr so zwingend auf wie vor der Pause. Der HSV kam trotz der Unterzahl immer besser ins Spiel und zeigte sich läuferisch sehr stark. In der 52. Minute verhinderte erneut KSV-Schlussmann Henzler gegen den aufgerückten Oliver Hampel einen möglichen Rückstand. In dieser Phase wurde die Partie von beiden Teams etwas aggressiver geführt. Holstein erhöhte um die 60 Minute wieder die Schlagzahl und kam erneut zu Möglichkeiten. Aber Dobry scheiterte sowohl per Kopf aus sechs Metern nach einem Eckball von Heithölter (62.) als auch nach einem Freistoß von Heithölter in der 75. Minute.

„Die Systemumstellung unseres Trainers in der Defensive hat gut funktioniert. Wir hätten in der ersten Halbzeit bei den zahlreichen guten Chancen sicher auch mal treffen können. Nach der Pause haben wir kein Kapital aus unserer Überzahl schlagen können. Ich bin mit dem Punkt zufrieden, auch wenn mehr drin gewesen wäre“, zog Holsteins Sportdirektor Peter Vollmann nach dem Abpfiff ein treffendes Fazit. Wirklich freuen über das Remis konnte sich nach dem Anpfiff aber kaum jemand an der Hagenbeckstraße. (Patrick Nawe)

Stimmen zum Spiel:

Stefan Böger (Trainer Holstein Kiel): Wir hatten nur drei Tage zur Vorbereitung auf dieses wichtige Spiel, das ist sehr wenig Zeit. Wir haben versucht, diese Zeit sinnvoll zu nutzen und haben heute sehr konzentriert agiert. In der ersten Halbzeit hätten wir ein oder zwei Tore machen müssen, denn wir hatten hochkarätige Einschussmöglichkeiten. In der zweiten Hälfte haben wir uns bei eigener Überzahl sehr schwer getan und unsere Linie verloren. Da war mir dann zuviel Hauruck-Fußball dabei. Wir haben in Hamburg zwei Punkte liegen gelassen, aber mit der guten Spielanlage und dem couragierten Auftritt kann ich gut leben. Jetzt haben wir zehn Tage Zeit bis zum nächsten Regionalliga-Spiel und dann wollen wir drei Punkte holen. Ich glaube, dass die Mannschaft heute ein ganz anderes Erscheinungsbild hatte als in den vergangenen Wochen. Hinten stand die Null und wir haben dem Gegner nicht viel erlaubt, darauf kann man aufbauen.

Carsten Bäron (Trainer Hamburger SV II): Wir haben heute nie zu unserem Rhythmus gefunden und konnten dem Spiel zu keinem Zeitpunkt unseren Stempel aufdrücken. Wir haben viele Fehler gemacht und konnten vor allem im ersten Durchgang den guten Kielern nicht viel entgegen setzen. Nach der Pause waren wir dann läuferisch recht stark und haben Holstein ein wenig besser in den Griff bekommen. Außer durch die stets gefährlichen Standardsituationen haben die Kieler nicht mehr viel auf den Weg gebracht. Wir haben den Spielaufbau der Gäste erheblich stören können. Mit etwas Glück hätten wir sogar noch einen Treffer erzielen können. Ich bin froh, dass wir zum dritten Mal in Folge ohne Gegentreffer geblieben sind.

Hamburger SV II – Holstein Kiel: 0:0

HSV II: Hesl – Benjamin, Gouhari, Schmidt, Franz – Karl – Hampel, Laas (90. Proschwitz), Lauser – Cannizzaro (72. Sam), Hennings.

KSV: Henzler – Spasskov, Molata, Rohwer – Paulus (81. Neubert), Niedrig, Heithölter (88. Hauptmann) -El Kasmi, Bartels (63. Grieneisen), Kazior – Dobry.

Gelb-Rot: Hennings (36.)

Zuschauer: 916

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